Die Jugend muss wachrütteln

LENA unterstützt Fridays-for-Future-Bewegung

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Aktiv in Sachen Klimaschutz: Tobias Schmid (LENA Service GmbH) und die LENA-Vorstände Berthold Lesch und Johannes Wolffhardt (von links).

Landkreis – Kohleausstieg bis 2030 und 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035 – so lauten zwei der Kernforderungen der Fridays-for-Future-Bewegung (FFF). Außerdem soll bis 2035 beim Ausstoß von Treibhausgasen die Nettonull erreicht sein. Das heißt, es wird im Land nicht mehr CO2 produziert als durch die Natur oder Speichersysteme kompensiert werden kann. Die Landsberger Energieagentur (LENA) unterstützt diese Forderungen.

„Es sind ambitionierte Ziele, aber sie sind machbar, wenn man es wirklich will“, so Vorstand Berthold Lesch bei einem Pressegespräch im Rahmen der Landsberger Energie- und Bau-Messe. Auf die Ebene der Region übersetzt heißt das, dass noch mehr Energie eingespart und die Energieeffizienz erhöht werden müsse. „Es reicht nicht, nur die Glühbirnen zu tauschen“, sagt LENAs zweiter Vorstand Johannes Wolffhardt. Der Landkreis produziert zwar heute schon mehr regenerative Energie als in den Privathaushalten verbraucht wird, doch in Sachen CO2-Bilanz liegt die Region mit elf Tonnen pro Kopf und Jahr immer noch über dem bayerischen Durchschnitt. Gerade im Bereich Wärme gibt es großen Verbesserungsbedarf. „Es wird noch viel zu viel fossile Energie verbrannt.“

Mit dem Klimaschutzkonzept habe der Landkreis bereits die richtige Richtung eingeschlagen. Doch obwohl einige Maßnahmen bereits umgesetzt sind, würden die CO2-Einsparungsziele nicht konsequent genug verfolgt. Um die Zusammenhänge sichtbar zu machen, sollten auf Stadt- und Gemeindeebene Energienutzungspläne mit verbindlichen Zielformulierungen aufgestellt werden. So könnten etwa Potentiale für Ab- und Umweltwärme sowie geeignete Standorte für Solar- und Windenergienutzung ermittelt werden. „Diese Potentiale sind in den kommenden Jahren konsequent in den kommunalen Liegenschaften zu erschließen“, fordert LENA.

Im privaten Sektor könnten die Kommunen steuernd eingreifen, indem sie in Bebauungsplänen und städtebaulichen Verträgen entsprechende Vorgaben machen – beispielsweise könnte jede Versiegelung von Flächen mit verpflichtender Solarnutzung gekoppelt sein. Die Nutzung fossiler Energieträger müsse in Neubauten vermieden werden. Stattdessen sollten lokale Wärmeverbundnetze aufgebaut werden. Der Verkehrssektor müsse konsequent auf neue Mobilitätsformen hin ausgerichtet und der ÖPNV ausgebaut werden.

Wolffhardt ist überzeugt, dass eine CO2-Steuer über kurz oder lang kommen wird. „Das ist nur eine Frage der Zeit.“ Spätestens dann wird die Nutzung fossiler Energieträger noch deutlich unattraktiver. „Für die Bürger ist es deshalb wichtig, jetzt nicht aufs falsche Pferd zu setzen“, betont Berthold Lesch. Er hofft, „dass die Jugend die Menschen wachrütteln kann“. Die reifere Generation verfüge zwar über Kompetenz, „aber es fehlt uns am Marketing“.

Ulrike Osman

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