Klimaschutz

Zwei Konferenzen für ein großes Ziel

+
Ein Drittel des im Landkreis Landsberg verbrauchten Stroms stammt aus regenerativen Quellen, darunter auch aus Freiflächen-Fotovoltaik.

Landsberg – Rund 80 Teilnehmer haben am Samstag bei der ersten Klimaschutzkonferenz im Landkreis Landsberg intensiv darüber diskutiert, wie die Energiewende vor Ort zu schaffen ist. In einer zweiten Konferenz Ende April wird es um konkrete Projekte gehen.

Zunächst beschäftigte man sich in acht Arbeitsgruppen mit dem Ist-Zustand sowie mit der Erarbeitung klar definierter Ziele und mit Strategien, wie diese zu erreichen sind. Kommunalpolitiker, Verwaltungsmitarbeiter, Vertreter von Unternehmen und Energieerzeugern, Handwerker und Bürger aus lokalen Aktionsgruppen waren der Einladung in die Beruflichen Schulen gefolgt. Andreas Graf von der Wirtschafts­förderung im Landsberger Landratsamt zeigte sich beeindruckt vom Engagement und der Kompetenz der Teilnehmer. „Es ist erstaunlich, welches Fachwissen in unserem Landkreis schlummert.“ Vertreter der Fachbüros KlimaKom und Green City Energie, mit denen der Landkreis sein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt, leiteten die Konferenz.

Zum Ist-Zustand der Energieverbräuche im Landkreis lagen zum ersten Mal konkrete Zahlen auf dem Tisch. Demnach beträgt der Jahresstromverbrauch 589000 Megawattstunden, der Wärmeverbrauch macht rund 2,2 Millionen Megawattstunden aus. Den Löwenanteil des Stroms, nämlich 62 Prozent, beanspruchen Industrie und Gewerbe. Bei der Wärme ist das Verhältnis zwischen privaten Haushalten und Wirtschaftsbetrieben in etwa ausgeglichen.

Der gesamte Energieverbrauch im Landkreis führt zu jährlichen CO2-Emissionen von knapp 1,4 Millio­nen Tonnen, das entspricht 11,9 Tonnen pro Einwohner. Damit liegt der Landkreis über dem Bundesdurchschnitt (9,8 Tonnen pro Einwohner). Für die CO2-Emissionen sind Verkehr (38 Prozent), Heizung (45 Prozent) und Strom (17 Prozent) verantwortlich.

Der Blick auf die erneuerbaren Energien zeigt, dass sie im Bereich Elektrizität schon einen deutlichen Anteil ausmachen: Ein Drittel des im Landkreis verbrauchten Stroms stammt aus regenerativen Quellen. Ganz anders sieht es bei der Wärme aus: Hier werden noch immer 92 Prozent aus fossilen Energieträgern – in erster Linie Heizöl - gewonnen.

Handlungsfelder

In Arbeitsgruppen befassten sich die Konferenzteilnehmer mit einzelnen Handlungsfeldern: Siedlungsentwicklung und Bauleitplanung, Sanierung privater und öffentlicher Gebäude, erneuerbare Energien, Mobilität, Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und erneuerbare Energien in Unternehmen, Bewusstseinsbildung und Verbraucherverhalten sowie Klimaschutzmanagement und Finanzierung. Der Nachmittag in den Beruflichen Schulen gehörte dem Spiel mit Visionen: Ein Blick in die 2030er Jahre sollte deutlich machen, was bis dahin erreicht werden kann.

In der zweiten Klimaschutzkonferenz am 27. April sollen Ideen für konkrete Projekte entworfen sowie Sofortmaßnahmen und „Leuchtturmprojekte“ identifiziert werden. Schließlich dienen beide Konferenzen der Bildung von Netzwerken zwischen den wich­tigen Akteuren der Region.

Ulrike Osman

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
Lisa will Bierkönigin sein
Lisa will Bierkönigin sein
Himmel oder Hummel
Himmel oder Hummel

Kommentare