VR-Bank Landsberg-Ammersee

Eine Bank mit Menschen vor Ort

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Die Geschäftsstelle in Finning braucht mehr Kundenzuspruch, wenn sie in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben soll. Die Finninger selbst haben es also in der Hand.

Landkreis – In wenigen Wochen eröffnet die VR-Bank Landsberg-Ammersee in Pflugdorf-Stadl ihre 20. Geschäftsstelle. Sie bleibt damit ihrem erklärten Ziel treu, auch weiterhin die Versorgung in der Fläche zu gewährleisten und sogar noch auszubauen – entgegen dem allgemeinen Trend. Dass die Bank damit nicht schlecht fährt, zeigt ein erneutes organisches Bilanzwachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr. „Mit einem betreuten Kun­den­volumen von inzwischen 1,59 Milliarden Euro gehören wir zu den leistungsstärksten Banken im Landkreis“, konnte Vorstandsvorsitzender Stefan Jörg bei der diesjährigen Vertreterversammlung im Rathausfestsaal vermelden.

Damit widerlegt die VR-Bank alle Experten, „die uns Filialbanken seit Jahren den Untergang prophezeien“, betonte Jörg. „Aber wir verzeichnen einen ganz anderen Trend.“ Zwar würden auch die VR-Bank-Kunden die Möglichkeiten von Internet-Banking und Banking-Apps nutzen, doch schätzten sie eben auch ihre Bank vor Ort. „Dort sind die Menschen, denen die Kunden vertrauen.“

Gerade die Nachfrage nach qualifizierter Beratung sei in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, wie Aufsichtsratsvorsitzender Johann Forster deutlich machte. Allerdings gilt dies offenbar nicht überall im gleichen Maße – und letztlich ist es die Nachfrage der Kunden, die über das Schicksal einer Niederlassung entscheidet. „Eine Filiale, die nur noch als SB-Geschäftsstelle genutzt wird, wird irgendwann auch nur noch eine SB-Geschäftsstelle sein“, so Forster. Konkret meinte er damit die Filiale in Finning, deren Auslastung mittlerweile sehr gering sei. Man werde die Entwicklung noch zwei Jahre lang beobachten, kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende an. „Die Finninger sollen uns zeigen, ob sie die Filiale noch brauchen.“ Sei dies nicht der Fall, werde man „transparent und fair“ die notwendige Entscheidung treffen.

Vier Prozent Dividende

Die Präsentation der Zahlen übernahm Vorstand Martin Egger. Unter dem Strich stand ein moderates Wachstum der Bilanzsumme auf 827 Millionen Euro (2016: 816 Millionen Euro). Mit einer Eigenkapitalquote von 8,3 Prozent liegt die VR-Bank nur noch knapp unter dem Durchschnitt der Genossenschaftsbanken in Bayern, wie eine Nachfrage aus der Versammlung ergab. Bei einem Jahresüberschuss von 1,2 Millionen Euro erhalten die rund 17.000 Mitglieder heuer eine Dividende in Höhe von vier Prozent.

Um sich zusätzlich zum Zinsge­schäft weitere Ertragsmöglichkeiten zu eröffnen, investiert die VR-Bank seit einiger Zeit verstärkt in Immobilien. 2016 eröffnete sie ein Finanz- und Gesundheitszentrum in Weil. Ein Wohn- und Geschäftshaus in Windach steht kurz vor der Fertigstellung, ein Projekt in Utting – inklusive Neubau einer Filiale – ist in Planung. „In Schondorf werden wir ein bestehendes Wohngebäude erweitern, weitere werden in den nächsten Jahren folgen“, kündigte Jörg an. Die Bank wolle damit auch einen Beitrag zur Schaffung von günstigem Wohnraum leisten – nicht zuletzt für eigene Mitarbeiter, wie Jörg sagte. Denn bei der Rekrutierung von Personal suche man inzwischen auch in strukturschwachen Gegenden anderswo im Land.

Viel Verantwortung

Das breitgefächerte soziale und kulturelle Engagement der Genossenschaftsbank lobte Landsbergs Dritter Bürgermeister Axel Flörke. „Die VR-Bank ist weit mehr als ein reines Kreditinstitut. Sie hat gesellschaftliche Verantwortung für die Region übernommen.“ Die Landsberger Bibliotheks-Konzerte, das Projekt „Musik auf Rädern“, das Sponsoring des Filmfestivals Snowdance, ein neuer Flügel für das Historische Rathaus und der Altstadtsaal als kostenloser Ausstellungsraum seien nur einige Beispiele für das Engagement.

Die 75 anwesenden Vertreter hatten keine Klagen und quittierten den Abend mit einer Reihe einstimmiger Beschlüsse – zur Bilanz, der Verwendung des Gewinns und der Entlastung des Vorstands. Ebenso einstimmig wurden drei Aufsichtsräte, die turnusmäßig ausschieden, wiedergewählt: Johann Forster, Engelbert Lichtenstern und Anton Siefer.

Ulrike Osman

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