Ausgegraben und neu gegossen:

Apollo grüßt wieder im Schacky-Park

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Nur noch klägliche Überreste (links) der historischen Apollo-Figur fand der Förderkreis Schacky-Park unter der Erde. Jetzt wurde die Figur neu gegossen und wieder am Apollo-Brunnen aufgestellt.

Dießen – Wenn Münchens Ex-OB Christian Ude an Dießen denkt, fällt ihm als erstes der Schacky-Park ein – nicht etwa der Ammersee oder das berühmte Münster. Das musste zu seinem Bedauern Münster-­Hausherr und Pfarrer Josef Kirchensteiner erfahren, als er Ude von seinem aktuellen Wirkungskreis Dießen erzählte. Mit dieser Anekdote begann Kirchensteiner zusammen mit seinem evangelischen Kollegen Christoph Jokisch die Segnung des Monopteros, das nach einem Feuchtigkeitsschaden ein neues Kupferdach und eine kupferne Zirbelnuss bekommen hat. Gesamtkosten: 37.000 Euro.

„Als Tag der Enthüllungen wird dieser 1. Mai in die Geschichte des Schacky-Parks eingehen.“ So begrüßte Christine Reichert, Vorsitzende des För­der­kreises, die Gäste im Dießener Vorzeigepark. Zweiter Anlass zum Feiern war die Enthüllung der neu gegossenen Apollo-Statue an ihrem angestammten Platz

Viele Mitglieder und Freunde des Schacky-Fördervereins waren gekommen, darunter auch Landrat Thomas Eichinger und Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch, der als gemeindlicher Pächter des Parks „quasi zum Personal gehört“, wie Christine Reichert in ihrer Begrüßung sagte. Sie dankte ausdrücklichen den Handwerkern der Monopteros-Bedachung, die zum Selbstkostenpreis gearbeitet haben. Allen voran Florian und Daniel Wahl, die neben den Spenglerarbeiten noch 4.000 Euro spendeten. Ihren Recherchen im Archiv der Barmherzigen Schwestern (Eigentümerin des Schacky-Parks) sei es zu verdanken, dass das Monopteros wieder mit einer Zirbelnuss gekrönt wurde. Der weitere Dank der Vorsitzenden galt der Zimmerei Pföderl, Gerüstbau Friske und der Firma Unimog-Schüssler sowie den vielen Spendern. Mit einem Frühlingsstrauß wurde Dr. Heide Weißhaar-Kiem geehrt, die als Kreisheimatpflegerin und „als schützender Engel“ im Hintergrund stets für den Schacky-Park hilfreich tätig ist.

Unter dem Beifall der Gäste wurde die neu gegossene Apol­lo-­Statue am Ende des Apfelbaumspaliers in Sichtachse der Villa Diana – einst Wohnsitz des Ehepaares Schacky – enthüllt. Vom griechischen Götterjüngling waren vor Jahren nur noch Überreste unter der Erde am ruinierten Brunnen gefunden worden. Eine Instandsetzung war nicht mehr möglich, also sorgten Förderer und Fachleute wie Emil Schmitt, Christian Greiff, Hans Effenberger oder Matthias Rodach dafür, dass Apollo in der Originalform neu gegossen und aufgestellt werden konnte. Bei der Finanzierung zeigte sich wieder einmal die Franziska-Günther-Stiftung sehr großzügig. Nach einem historischen Rückblick auf die Geschichte des Apollo von Kunst- und Kulturhistoriker Dr. Thomas Raff wurde der „Tag der Enthüllungen“ im Festzelt begossen.

Wechselvolle Geschichte

Es ist 115 Jahre her, als der Baron, königliche Kämmerer und Oberstleutnant a. D. mit seiner Frau Julia das 18 Hektar große Grundstück in Dießen erwarb und hier seinen Sommersitz in einem Landschaftspark im Englischen Stil baute. Skulpturen, Brunnen, Monopteros, Teehaus und Teich gehörten hier quasi zur „Grundausstattung“. Leider konnte die Familie Schacky nur zehn Jahre ihren Sommersitz genießen. Dann begann für den Park eine wechselvolle Geschichte. Die harten Zeiten des letzten Jahrhunderts diktierten den Eigentümern eine landwirtschaftliche Nutzung, so dass die kunstvolle Ausstattung des Parks langsam verrottete.

Der Schacky-Park gehört seit 1933 der Kongregation der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul, die ihn 2004 aufteilten. Den westlichen Part pachtete der Reit- und Fahrverein Dießen, den östlichen Teil mit wertvollem Baumbestand und denkmalwerten Objekten und Elementen übernahm die Marktgemeinde Dießen als langfristige Pächterin. Diese übergab ihn 2005 an den neu gegründeten Förderverein zur Restaurierung, Pflege und Nutzung. Mit der Monopteros-Neueindeckung und dem Apollo hat der Verein wieder einen Meilenstein gesetzt.

Der Schacky-Park ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Zeiten, Führungen und das Kulturprogramm gibt es hier.

Dieter Roettig

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