Entwürfe für Figuren aus Stein

Anna-Sophie Gasteiger (1877-1954), die bekannte Blumenmalerin, hat ihr Atelier für eine Saison für ihren Mann Matthias (1871-1934) freigemacht: Zum Start in die neue Saison stellt die Bayerische Schlösserverwaltung eine neue Sonderausstellung mit Aquarellen des Bildhauers im Künstlerhaus Gasteiger vor.

„Aquarelle. Entwürfe für Figuren aus Stein“ heißt die Schau, die bis 31. Oktober aus Platzgründen in vier Szenenwechseln gezeigt wird. Eine Auswahl von Tuschezeichnungen aus dem Nachlass des Bildhauers wurden von den Graphikrestauratoren der Bayerischen Schlösserverwaltung für die Ausstellung gereinigt und können der Öffentlichkeit nun erstmals vorgestellt werden. Bevor Mathias Gasteiger den Meißel zur Hand nahm, um Einzelfiguren und Figurengruppen aus Steinblöcken freizulegen, schuf er Skizzen und Entwürfe, mit denen er seine Kompositionen zunächst auf Papier entwickelte. Andere Tuschezeichnungen dienten nicht zur Vorbereitung einer Figur, sondern als Motivvorlage für den Kunden. Gerade bei Grab- und Denkmälern war es wichtig, dass der Kunde zwischen verschiedenen Beispielen auswählen und sein bevorzugtes Motiv beim Künstler in Auftrag geben konnte. Aus diesem Grund hat Gasteiger viele Tuschezeichnungen bildmäßig ausgeführt. Auch die kräftigen Farbkontraste sollten zur Verkaufsförderung beitragen. Die in hellen Steinfarben gehaltenen Grabmäler kontrastieren mit dem dunklen Grün der Waldlandschaften und rücken sie in den Blick. „Bildhauer hatten es im Privatkundengeschäft schon damals schwerer als Kunstmaler“, erklärt Museumsreferent Dr. Thorsten Marr. Deshalb war Gasteiger auf moderne Vermarktungsstrategien be- dacht: Er hatte er zahlreiche Tuschezeichnungen fotografisch reproduzieren lassen und eine Vorbildersammlung erstellt, die er dem Kunden wie einen Katalog vorlegen konnte. Außerdem inserierte er mit Bild- und Text-anzeigen in Kunst- und Gartenzeitschriften um Kunden anzusprechen. Einige Motive, darunter auch das des antiken Kriegers, der die Hydra erschlägt, verwendet der Künstler sowohl für Familiengrabmäler als auch als Kriegerdenkmal. Ein Gipsmodell dieser Szene ist in einer Virtrine im Vorraum des Ateliers im Gasteiger Haus ausgestellt. Der erste Szenenwechsel zeigt neun Aquarelle, einen Bleistiftentwurf und eine fotografische Reproduktion, die zwischen 1906 und 1920 entstanden sind. Öffnungszeiten: sonntags von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 08806/699.

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