Länger als ein Fußballfeld

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Preisverleihung zum Wettbewerb fürs Bürger- und Vereinszentrum. Bürgermeister Michael Kießling (von links) mit den Architekten Moritz Kaiser und Christoph Ney aus Frankfurt, Prof. Sebastian Zoeppritz aus Stuttgart (Vorsitzender des Preisgerichts. Dahinter weitere Preisträger.

Denklingen – Zwei junge Architekten aus Frankfurt sind erster Preisträger beim Realisierungswettbewerb für das Bürger- und Vereinszentrum, das im Südosten von Denklingen gebaut werden soll. Der Entwurf des Planungsduos Kaiser + Neu sieht ein Gebäude vor, das schon auf der Schwarzpause mit Abstand als größtes Haus in der Ortschaft ersichtlich ist. Es ist mit 127 Metern deutlich länger als ein Fußballfeld. Herzstück ist ein 500 Quadratmeter großer Saal, der bei Konzertbestuhlung mehr als 500 Besucher fasst.

Die beiden Architekten Moritz Kaiser und Christoph Ney aus Frankfurt haben das Bürger- und Vereinszentrum südlich des Buchweges im Siegerentwurf so platziert, dass es als großer langgezogener Baukörper, der 18 Meter breit wird und am First 8,20 Meter misst, an die bisherige Bebauung anschließt. Nördlich davon bleibt freier Platz, um z.B. ein Festzelt aufzustellen. Weiter im Osten sind die Parkplätze sowie die Sportanlagen inklusive der vier Spielfelder vorgesehen. 

Bei der Preisverleihung erklärte Bürgermeister Michael Kießling auf Nachfrage, dass sich die Gemeinde Denklingen die Fläche fürs Bürger- sowie Vereinehaus sowie für die Sportflächen – das sind laut Rathauschef zwölf Hektar – von drei Grundstückseigentümern notariell gesichert habe. 

2016 sei das Jahr intensiver Planung. Realistisch sei, dass ab 2017 das große Gebäude gebaut werden könne. Zu den Kosten machte Kießling keine Angaben. Doch ist bei der Dimension des gesamten Projektes davon auszugehen, dass die Investition mindestens sechs Millionen Euro ausmacht bzw. bei entsprechender Ausstattung die Marke von 10 Millionen Euro überschritten wird. Denklingen gehört wegen hoher Gewerbesteuereinnahmen zu den finanzstarken Kommunen im Landkreis. 

Ein „Meilenstein“ 

„Mit Abschluss des Realisierungswettbewerbs haben wir einen wichtigen Meilenstein in der Planung erreicht. Erstmals sehen wir, wie unser Bürger- und Vereinszentrum aussehen kann. Das neue Gebäude und die Sportanlagen tragen wesentlich zur Attraktivität von Denklingen für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Vereine bei“, lautet die Bewertung von Bürgermeister Michael Kießling. Das Ergebnis sei viel mehr als nur ein tragbarerer Kompromiss“, sondern vielmehr „eine gute Lösung“, sagte er bei der Preisverleihung in der Mehrzweckhalle. 

Aufgrund der Größe des Projekts und der zu erwartenden Honorarhöhe für Planungsleistungen war und ist die Gemeinde verpflichtet, eine EU- weite Ausschreibung durchzuführen. Im Gemeinderat hat man sich für ein VOF-Verfahren mit offenem zweiphasigem Realisierungswettbewerb entschieden, um die beste Lösung und das richtige Planungsduo aus Gebäude- und Landschaftsplanung zu finden. 

Städtebaulich zeichne sich der Entwurf des Preisträgers Kaiser + Ney Architekten und HKK Landschaftsarchitektur GmbH aus Frankfurt am Main durch die Positionierung und klare Strukturierung des Baukörpers und der Freiflächen aus. Durch den sparsamen Flächenverbrauch könnten übrige Flächen als Agrarflächen weiter genutzt werden. Der Baukörper, in dem zusätzlich zum Saal eine Küche, eine Gaststätte sowie Räume für Schützen, Landjugend und Musikkapelle berücksichtigt werden, habe eine klare Formsprache. Hinsichtlich ökologischer Anforderungen und des Einsatzes regenerativer Energien sei ausreichend Potenzial vorhanden. So beschreibt das Preisgericht auszugsweise die Arbeit. 

Vorsitzender im Preisgericht war Professor Sebastian Zoeppritz, Freier Architekt aus Stuttgart. Weitere acht Damen und Herren waren stimmberechtigt, darunter neben vier externen Planern auch vier Sachpreisrichter aus Denklingen, nämlich Bürgermeister Kießling, die Gemeinderäte Martin Ahmon und Regina Wölfl sowie Helmut Maier als Vertreter der Vereine. Nach anfänglicher Skepsis – immerhin sei für ein Vereinsheim am Forchet im Süden Denklingens bereits 2012 eine eingabereife Planung da gewesen – sei auch er von der jetzigen Lösung überzeugt, erklärte Helmut Maier namens der Vereine. Der Lebensraum in der Ortschaft würde mit der angestrebten großen Lösung belebt. Es sei besser, den „Bedarf zu bündeln“. 

Preisgerichts-Vorsitzender Prof. Zoeppritz ging auch auf die weiteren Gewinner ein. Den zweiten Preis bekamen das Büro Köhler Architekten und beratende Ingenieure aus Gauting und die Landschaftsarchitekten vom Büro „Die Grille“ aus Penzberg. Der dritte Preis ging an die F64-Architekten aus Kempten und an die Realgrün-Landschaftsarchitekten aus München. 

Beschluss im Dezember 

Das weitere Vorgehen sieht so aus: Bis 11. November müssen die Preisträger ergänzende Unterlagen gemäß Aufforderung abgeben. Am Mittwoch, 25. November, sind die Verhandlungsgespräche. Mitte Dezember fällt die Entscheidung über die Auftragsvergabe. Es wird wohl einer aus dem Kreis der ersten drei Preisträger sein. Der Wettbewerb, der vom Projektmanagementbüro Elwert & Stottele aus Ravensburg betreut wird, erstreckte sich über fünf Monate. 

55 Skizzen wurden zunächst eingereicht. 16 Vorschläge nahm das Preisgericht in die engere Wahl. Daraus wurden drei Preisträger bestimmt, von denen der erste 24 000 Euro, der zweite 15 000 Euro, der dritte 9000 Euro bekommt und für mehrere Anerkennungs-Preise 12 000 Euro ausgelobt sind.

Johannes Jais

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