Straßenbau

Wenn die B17 plötzlich durch Epfach führt

Lastwagen an Lastwagen schlängeln sich dieser Tage durch die schmale Hauptstraße von Epfach.
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Lastwagen an Lastwagen schlängeln sich dieser Tage durch die schmale Hauptstraße von Epfach.

Epfach – Seit Montag wird die B17 von Landsberg in Richtung Schongau über Epfach umgeleitet. Eine extreme Belastung – und zwar für alle Beteiligten. Spätestens um sechs Uhr morgens ist es vorbei mit der Ruhe. 

Auf der Via Claudia, der Hauptstraße durch Epfach, rollen derzeit täglich hunderte Pendler zur Arbeit nach Schongau. Zahlreiche schwere Lkws, nicht selten mit Anhänger, donnern durch Epfach. Und zwar so, dass bei manchem Anlieger die Gläser im Schrank klirren. Teilweise weichen die Brummis sogar auf den Gehweg aus, wenn es bei Gegenverkehr zu knapp wird: Die Straße durch das 700-Einwohner-Dorf ist eng und für solche Belastungen nicht gemacht.

Der Grund für das hohe Verkehrsaufkommen: Die B17 wird auf 2,1 Kilometern saniert, und die Spur Richtung Süden über Epfach umgeleitet. Alle Fahrzeuge werden bei der Abfahrt Denklingen nach Epfach geleitet. Nach der Dorfdurchfahrt geht es bei der Auffahrt Neuhof wieder auf die vielbefahrene Bundesstraße nach Süden.

Wer von Landsberg Richtung Füssen unterwegs ist, muss also derzeit etwas Geduld mitbringen. Für die Epfacher stellt die Umleitung eine enorme Belastung dar: Warten zu normalen Zeiten manchmal besorgte Eltern bei der Bushaltestelle, bis die Schulkinder abgeholt wurden – jetzt ist die Sorge unter ihnen umso größer: Die Unfallgefahr ist groß, besonders durch den Schwerlastverkehr, wenn es morgens noch dunkel ist.

„Leider gab es keine Alternative einer Umleitung der B17 als durch Epfach, wir hatten keine andere Möglichkeit“, bedauert Bauleiter Jakob Brandlhuber vom Bauamt Weilheim. Und bei einer Ampelschaltung wäre der Rückstau auf der Bundesstraße zu groß gewesen.

Dafür wurde nun sogar die Vorfahrt geändert: Während normalerweise im Dorf der Verkehr aus Reichling (Kreisstraße LL8/St. Lorenz-Straße) Vorrang hat, ist nun die Umleitung von der Abfahrt Denklingen (LL 16/ Landsberger Straße) vorfahrtberechtigt. Die Umleitung wurde notwendig, da die Deckschicht auf dem Abschnitt der B17 erneuert wird. „Die Straße ist von 2006, da gab es Risse“, sagt Brandlhuber. Die alte Schicht wird abgefräst und neu aufgetragen. In rund drei Wochen, also bis Mitte November, sollen die Arbeiten erledigt sein. Kostenpunkt: rund 400.000 Euro.

Ein kleines Trostpflaster für die Epfacher: Für die Hauptstraße gilt bis zum Abschluss der Umleitung temporär Tempo 30. Das habe man nachträglich festgesetzt und die Schilder aufgestellt, „weil dort auch Schulkinder unterwegs sind“, erklärt Brandlhuber. Doch zu fortgeschrittener Stunde – so scheint es zumindest – hält sich kaum einer der Durchfahrer an das Tempolimit. „Da sieht man mal, wie sich die Hohenfucher immer fühlen müssen“, sagt ein Anwohner.

Dem Navi sei Dank

Besonders belastend sind neben den Berufsverkehrszeiten morgens und abends solche Situationen, wenn große landwirtschaftliche Fahrzeuge im Dorf unterwegs sind: In der Kombination mit dem Schwerlastverkehr oftmals bedrohlich. Auch auf der LL8 Richtung Neuhof: Viele der Lkw-Fahrer überschätzen die Breite der Kreisstraße und fahren oft beängsti­gend weit links. Und so mancher Brummi-­Lenker wurde bereits vom Navigationsgerät auf die für den Schwerlastverkehr eigentlich gesperrte Kinsauer Straße geleitet.

Immerhin: Der Verkehrsalbtraum ist für die Epfacher dann doch früher als befürchtet vorbei. In knapp zwei Wochen soll laut Bauamt die Umleitung aufgehoben werden und der Verkehr Richtung Süden soll trotz Baustelle wieder über die B17 führen.
Klaus Mergel

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