Für "Eresinger Gespräche" gerüstet

Das Thema Verkehr spielt auch bei der Neufassung des Flächennutzungsplans eine Rolle. Foto: Osman

Der Prozess der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Eresing schreitet voran. Basierend auf den Ergebnissen einer jüngst durchgeführten Bürgerbefragung sollen im Zeitraum von September bis November Info- und Diskussionsveranstaltungen zu den Themen Gewerbe und Landwirtschaft, soziale Infrastruktur, Demographie und Bevölkerungsentwicklung, alter­na­- tive Versorgungsstrukturen, Verkehr, Dorfentwicklung und Baukultur stattfinden.

Zu diesen „Eresinger Ortsgesprächen“ werden externe Referenten eingeladen, die ins jeweilige Thema einführen sollen. Die Gemeinde wünscht sich sowohl den „Blick von außen“ als auch die Diskussion mit der „Betroffenheit von innen“. Um bei der Neufassung des Flächennutzungsplans nicht an den Interessen und Bedürfnissen der Einwohner vorbei zu planen, legt Eresing Wert auf eine möglichst intensive Bürgerbeteiligung. Deshalb fand zusätzlich zur Bürgerwerkstatt Ende Juni eine schriftliche Befragung aller Haushalte statt. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum (PV), der die Umfrage durchführte, legte jetzt die Ergebnisse vor. Demnach kamen von rund 1400 verteilten Fragebögen – zwei pro Haushalt – 269 zurück. Der PV wertet dies als starke Resonanz, die ein großes Interesse der Bürger an der Ortsentwicklung belegt. Handlungsbedarf besteht vor allem in den Bereichen Versorgung, Verkehr und Energie. Über die Hälfte der Befragten beklagt ein Defizit im Bereich der Lebensmittelversorgung. Nur ein Drittel der Einwohner deckt den Grundbedarf vor Ort, und für den Großeinkauf nutzen sogar nur vier Prozent die Geschäfte in Eresing. Viele wünschen sich ein Lebensmittelgeschäft kleiner bis mittlerer Größe. Die Forderung nach einem Supermarkt oder Discounter wird weniger oft laut. Verkehr ist seit jeher ein Thema, das die Eresinger umtreibt. Nach wie vor ist die stark frequentierte Ortsdurchfahrt ein Problem für viele, 56 Prozent beurteilen die Verkehrsbelastung explizit als zu hoch. Die Forderung nach einer Umgehungsstraße wird allerdings weniger häufig laut als man hätte vermuten können. Teilweise wurde nur eine Aufbesserung der Straße, etwa durch Verbreiterung der Fußwege, gefordert. Was die Fuß- und Radwege insgesamt betrifft, sehen 57 Prozent der Befragten einen Verbesserungsbedarf. An erster Stelle wünschen sich die Eresinger einen lückenlosen Radweg für die Strecke zum Riedhof und nach Windach. Kritik wurde auch an zu schmalen Wegeführungen, der Notwendigkeit mehrmaliger Seitenwechsel und einem Mangel an Überquerungshilfen laut. Dass Eresing auf dem Weg zum energie-autarken Dorf ist, kommt bei der Mehrheit der Befragten gut an. 62 Prozent befürworten die Nutzung erneuerbarer Energien, 39 Prozent haben bereits Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern installiert. 36 Prozent würden auch die Nutzung von Windkraft in der Gemeinde begrüßen. Befragt zur künftigen Bevölkerungsentwicklung im Dorf, plädiert die überwältigende Mehr­heit von 90 Prozent für ein geringeres oder gleichbleibendes Wachstum. Besonders die jüngeren Altersgruppen bis 30 sind sich in dieser Frage einig.

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