Seit 24 Jahren ein starkes Team

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Seit 24 Jahren sind Sandra und Werner Dorra verheiratet und verraten anlässlich der MarriageWeek, das Geheimrezept ihrer Ehe.

Landsberg – Die eigene Partnerschaft zu feiern und zu pflegen – dazu lädt die Initiative MarriageWeek vom 7. bis zum 15. Februar mit vielen Aktionen ein (www.marriage-week-landsberg.de). Im Vorfeld  haben Sandra und Werner Dorra aus Leeder im KREISBOTEN-Interview ihr Eherezept verraten.

Gab es verschiedene Phasen in Ihrer Ehe? Was war in der Anfangszeit anders als in Ihrer jetzigen Ehebeziehung? 

Sandra Dorra: „Geheiratet haben wir im Juli 1989, also vor 24 Jahren. Als junges, frisch verliebtes Paar macht man sich nicht so viele Gedanken über die Beziehung, sondern man ist vor allem begeistert und lässt alles auf sich zukommen.“ 

Werner Dorra: „Ich denke, dass unsere Beziehung inzwischen stärker geworden ist. Wir waren damals 24 Jahre jünger und haben schon deshalb vieles anders gesehen als heute.“

Sandra Dorra: „Am Anfang stehen die Gefühle viel mehr im Zentrum der Beziehung. Später wird die Liebe tiefer. Man lernt, wo Gefühle ihren Platz haben und wo im Umgang miteinander auch die Erfahrung und die Einsichten des Verstandes ihre Berechtigung haben. Wir haben außerdem festgestellt: Echte Liebe hat oft mit einer Willensentscheidung zu tun.“

Was würden Sie heute anders machen als damals in der Anfangszeit Ihrer Ehe?

Werner Dorra: „Vielfach erkennt man erst später, dass der Ehepartner manche Erwartung gar nicht erfüllen kann, weil er ganz anders veranlagt ist. Das braucht Zeit. Und in manchen Situationen hätte ich nicht auf meinen Positionen bestehen sollen, die – wie ich jetzt weiß – sinnlos waren. Das weiß man aber erst hinterher.“

Sandra Dorra: „In der Anfangszeit fehlt einem eben in mancher Hinsicht die Reife. Und dann beurteilt man die jeweilige Situation falsch und kann nicht abschätzen, was für die Beziehung wirklich wichtig ist.“

Was kann ein Ehepaar, das aus beruflichen oder anderen Gründen wenig Freizeit hat, tun, damit die Ehe dynamisch und prickelnd bleibt?

Sandra Dorra: „Problematisch wird es, wenn man das Gefühl hat: Jetzt leben wir nur noch nebeneinander her! Und deshalb muss man ganz bewusst darauf achten, dass es genügend Aktivitäten gibt, die man gemeinsam macht.“ 

Experten sprechen manchmal von „Beziehungs-Arbeit“ und empfehlen Zwiegespräche und intensive Aufarbeitung von Problembereichen. Ist das nötig?

Werner Dorra: „Das muss sein und lohnt sich auf alle Fälle, sonst geht die Ehe kaputt. Wenn man über Probleme nicht redet und nur jeder sein eigenes Ding macht, dann ist das keine gute Beziehung mehr. Deshalb ist manchmal auch eine gewisse Anstrengung nötig.“

Sandra Dorra: „Schwierig wird es allerdings, wenn man im Gespräch immer wieder dieselben alten Geschichten aufwärmt und über Vorwürfe nicht hinauskommt. In einem solchen Fall, wenn man es zu zweit nicht schafft, sollte man eine dritte Person mit einbeziehen.“

Wie werden bei Ihnen Meinungsverschiedenheiten ausgetragen?

Sandra Dorra: „Früher hatten wir viele endlose Diskussionen. Werner meint, er könnte es gar nicht aushalten, wenn das bei uns heute noch genauso wie früher wäre. Diskussionen sind vielleicht besser als nur zur schweigen, aber solche verbalen Endlos-Schleifen sind auch kräfteraubend.“

Werner Dorra: „Inzwischen haben wir gelernt, vernünftig miteinander zu reden.“

Welche Faktoren haben es möglich gemacht, dass Ihre Ehe offenbar ein „Langzeit-Unternehmen“ wurde?

Sandra Dorra: „Wegen unserer großen Unterschiedlichkeit ist es gar nicht selbstverständlich, dass unsere Ehe ein Langzeit-Unternehmen werden konnte. Wir führen das vor allem auf einen zentralen Faktor zurück, auf unseren gemeinsamen Glauben. Für uns als Christen ist beispielsweise die gegenseitige Annahme ein hoher Wert; das ist ein Fundament, das uns gerade in unserer Unterschiedlichkeit sehr geholfen hat.“

Was würden Sie jungen Ehepaaren für die Gestaltung ihrer Ehe empfehlen?

Werner Dorra: „Dass man möglichst viel Zeit miteinander verbringen sollte, ist eigentlich klar: Aber: Man muss das bewusst wollen und einplanen. Respektiere, dass jeder bestimmte Freiräume braucht!“

Sandra Dorra: Es ist gut, wenn ein junges Ehepaar mit Zuversicht in die Ehe geht und überzeugt ist: „Wir werden die Anfangsschwierigkeiten überwinden. Die Zeit arbeitet für uns, weil wir die Bedürfnisse des anderen besser kennen lernen werden und dann besser aufeinander eingehen können.“ Diese Erfahrung haben wir jedenfalls gemacht.“ 

Welchen Ratschlag würden Sie anderen Ehepaaren geben, die auch spannungsreiche Themen und Konfliktsituationen durchstehen müssen?

Sandra Dorra: „Beide Ehepartner sollten sich fragen: Was ist der eigentliche Grund, warum es mir so schwer fällt, hier nachzugeben. Und auf alle Fälle: Immer wieder miteinander reden.“

Werner Dorra: „Jedes Ehepaar sollte lernen, Kompromisse zu finden. Es hilft auch, wenn man sich klar macht: In 20 Jahren werden wir sicherlich über diese Meinungsverschiedenheit lachen.“

Susan Föckeler

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