Den Erfolg weiterführen?

Der traditionelle Urlaub des Neuen Stadtmuseums im Februar und März ist in diesem Jahr ausgefallen. Hinter der geschlossenen Eingangstür liefen die Vorbereitungen für das neue Ausstellungsjahr auf Hochtouren. So startete das Haus eine Woche vor der offiziellen Eröffnung des aktuellen Museumsjahres mit „Bonsai und Suiseki“. Wie schon bei der Premiere war die Schau von Bonsaigärtner Harald Lehner aus Hofstetten wieder bestens besucht. Der nächste Wechsel steht nun an: Museumsleiterin Dr. Margarete Meggle-Freund wird das Haus im September verlassen.

Am 28. März wurde die erste Sonderausstellung des 2010er Jahrgangs eröffnet. Sie ist unter dem Titel „Begegnungen mit Fellini & Co.“ der international renommierten Bildhauerin Karin Mai gewidmet und knüpft an die eindrucksvolle Bilanz des vergangenen Jahres an, zu der nicht nur regional, sondern national vielbeachtete Expositionen gehören. Höhepunkt war die respektable Retrospektive zum Gesamtwerk von Helmut Zimmermann. Der akademische Maler, der seit den 50er Jahren zusammen mit Chagall, Picasso, Max Ernst oder Francis Bacon die internationale Avantgarde bildete und zwischen 1949 und 1988 in Dießen lebte, ist einer der bedeutendsten Künstlern der Ammersee-Lech-Region. Zimmermanns Galerist, der Münchner Kunsthändler Albert Ritthaler, bezeichnete die Landsberger Exposition als die bislang bedeutendste Schau zum Gesamtschaffen des Multitalents Zimmermann, besser auch die als Retrospektive in Passau, wohin der Maler, Bildhauer, Kalligraf, Filmemacher und Poet 1988 umzog. 121 Werke Eine Lektion in Kunst-Geschichte erteilte die gleichnamige Sonderexposition zum 75-jährigen Bestehen der Künstlergilde Landsberg und ihrem Protagonisten, dem Dessauer Bauhausschüler Fritz Winter, an. Insgesamt 121 Werke, Stillleben, groß- und kleinformatige Landschaften, Künstlerporträts und Grafiken vermittelten einen repräsentativen Überblick über das reiche Schaffen in der Kunstregion zwischen dem westlichen Ammersee und dem Lech. 4. Ausstellungsstätte Mit künstlerischen Auseinandersetzungen von Gildemitgliedern zum Thema „Stadt Landsberg“ nahm das Neue Stadt­mu­- seum Ende Juli das Foyer im Plenartrakt am Historischen Rathaus als vierte ständige Ausstellungsstätte zum ehemaligen Jesuitengymnasium als Stamm­haus, Herkomers Mutterturm am Lech und dem Unteregger-Hof in Ellighofen in Besitz. Seit Mittwoch zeigt der in Stoffen lebende Keramikkünstler Otto Scherer im Rathausfoyer Skulpturen und Reliefs. Nur noch bis Herbst „Für mich hat es sich bewiesen, wie spannend unser Haus ist, welche Möglichkeiten, wie viele Herausforderungen unsere Ressourcen bergen“, sagt Dr. Margarete Meggle-Freund, die nach ihrem Amtsantritt als Museumsleiterin Ende Oktober ’08 ihr erstes volles Ausstellungsjahr in 2009 in eigener Regie plante, konzeptierte und auch organisierte. Meggle-Freunds Ziel, das Stadtmuseum für neue Besuchergruppen „für Jung und Alt gleichermaßen zu öffnen“ verfolgt die promovierte Kulturwissenschaftlerin, Volks­kund­lerin und Kunsthistorikerin enga­­giert weiter – allerdings nur noch bis zum Herbst dieses Jahres. Denn Ende September läuft der Vertrag mit der Stadt aus und Noch-Museumleiterin Dr. Meggle-Freund möchte von einer Verlängerung absehen. Ihre Vorstellungen von der Wei­ter­führung des Haues und die der Stadt ließen sich nicht in Einklang bringen.

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