Erfolgreich wiederbelebt

Hier geht’s rein: Der Eingang zum neuen Kundencenter der Stadtwerke. Foto: Peters

Der Aha-Effekt war gründlich daneben gegangen. „Eigentlich sollten die Rollos erst später hochgehen“, erklärte Norbert Köhler, als er an das Rednerpult trat. Zuvor hatten die hochfahrenden Jalousien den Blick aus dem gläsernen Sitzungssaal auf die alten Steinmauern des ehemaligen Ziegelstadls freigegeben. Doch auch wenn die Dramaturgie nicht ganz den Vorstellungen des Stadtwerke-Vorstandes entsprach, der neue Sitz seines Kommunalunternehmens an der Epfenhausener Straße verfehlte seine Wirkung auf die geladenen Einweihungsgäste auch so nicht.

Diese waren am vergangenen Mittwoch so zahlreich erschienen, dass der Sitzungssaal im ersten Stock aus allen Nähten platzte. Über ein Jahr betrug die Bauzeit, binnen der der bis dahin vom Bauhof als Lager genutzte Ziegelstadl vom Reischer „Bureau für Architektur“ in eine repräsentative Firmenzentrale verwandelt wurde. „Wir hatten die Wahl, entweder im Gewerbegebiet neu zu bauen oder das alte Gebäude wiederzubeleben“, blickte Köhler zurück. „Im Nachhinein können wir sagen: Der Entschluss für letzteres war richtig.“ Auch wenn die ehemalige Remise, die 1876 für Pferdefuhrwerke gebaut worden und 1937 fast vollständig abgebrannt war, so manch unangenehme, bauliche Überraschung bereit hielt, wie Architekt Joahnn Müller-Hahl schmunzelnd berichtete. Dennoch sei man unter den prognostizierten Baukosten von 2,5 Millionen Euro geblieben. Das zweigeschossige Gebäude gliedert sich in drei Bereiche. Vorne befindet sich das in einen gläsernen Kubus eingefasste Kundencenter, dahinter folgen der Bürotrakt und ein Hochregallager. Bei den Gästen sorgte vor allem der an vielen Stellen erhaltene Charme des alten Ziegelstadls für Begeisterung. „Es ist ein wichtiger Zwischenschritt auf einem Weg, der vor einigen Jahren begonnen hat“, sagte Oberbürgermeister Ingo Lehmann und erinnerte an die Umwandlung der städtischen Werke in ein kommunales Unternehmen sowie die Übernahme des Stromnetzes. Dass all das binnen kürzester Zeit über die Bühne gegangen war, sah Lehmann im Nachhinein selbstkritisch. Man habe die Stadtwerke dadurch „über die Grenze hinaus“ belastet. Umso mehr gebühre Köhler und seinen Mitarbeitern „allergrößter Respekt“ für die geleistete Arbeit. Dass es mit Fertigstellung und Bezug der neuen Räume ruhiger werde, daran glaubt der Oberbürgermeister allerdings nicht: „Die Arbeit wird Ihnen auch in Zukunft nicht ausgehen.“

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Jetzt kostet auch Bio-Müll
Jetzt kostet auch Bio-Müll
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Ex-Rechtsanwalt steht mit einem Bein im Gefängnis
Ex-Rechtsanwalt steht mit einem Bein im Gefängnis

Kommentare