Gesunkener Zweimaster gehoben

Sir Shackleton auf Landgang

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Ein Segelschiff auf Landgang. Die äußerlich intakte Sir Shackleton wird hier nach ihrer Bergung in die Uttinger Bootswerft Steinlechner gezogen.
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Mit großem Aufwand erfolgte am Sonntag die Bergung des gesunkenen Schiffs.
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Mit großem Aufwand erfolgte am Sonntag die Bergung des gesunkenen Schiffs.
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Mit großem Aufwand erfolgte am Sonntag die Bergung des gesunkenen Schiffs.
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Mit Luftkissen wurde der Zweimaster an die Oberfläche gebracht.
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Mit großem Aufwand erfolgte am Sonntag die Bergung des gesunkenen Schiffs.
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Auch die Feuerwehr Dießen sowie Taucher waren bei der Bergungsaktion im Einsatz.
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Logenplatz für die Passagiere der "Utting". Sie erlebten hautnah, wie die Sir Shackleton vor dem Slippen entladen wurde.

Dießen-St.Alban – Die schlimmste Befürchtung der Schiffseigner hat sich gottlob nicht bewahrheitet. Nicht eine Rempelei mit einem anderen Boot hat den Zweimaster "Sir Shackleton" zum Sinken gebracht und vielleicht kaum reparierbare Schäden verursacht, sondern ein abgebrochener Kühlwasserschlauch. So zeigt sich das stolze Segelschiff nach der aufwendigen Bergung zumindest äußerlich ohne Blessuren. Es wurde in die Uttinger Bootswerft Steinlechner geschleppt, wo es wieder auf Vordermann gebracht werden soll.

„Außen hui, innen pfui“, muss man derzeit zu dem Holzboot aus Mahagoni auf Eiche sagen. Das Holz hat sich mit Wasser vollgesogen, Mobiliar und Einrichtung des Seminar- und Eventschiffs sind völlig durchnässt und unbrauchbar geworden. Dafür fand die Bergungsmannschaft jede Menge Fische im Bauch des Schiffes, das vor gut einer Woche von seiner Boje in St. Alban auf unfreiwillige Tauchstation gegangen war.

Unter Leitung des Schiffsbau-­Ingenieurs und Bootssachverständigen Gregor Franke aus Inning waren die Wasserwacht Dießen, die Freiwillige Feuerwehr Dießen und ein Spezialistenteam der Österreichischen Wasserrettung vom Attersee den ganzen Sonntag mit der komplizierten Bergung der Sir Shackleton beschäftigt. Denn das Hochholen des knapp zehn Tonnen schweren Schiffes war nur mit großen Hebekissen möglich, die die Helfer aus Österreich mitbrachten. Am Samstag bereits wurde das in sieben Meter Tiefe liegende Schiff von Tauchern und der neuen Unterwasserdrohne der Kreiswasserwacht Landsberg begutachtet, bevor die Österreicher die ersten Gurte anbrachten.

Nach einigen Problemen – die Luftsäcke hatten sich beim Lösen aus dem Schlamm etwas verschoben – konnte der Rumpf schließlich Zentimeter für Zentimeter an die Oberfläche gehievt werden. Die Feuerwehr pumpte das Wasser aus dem Rumpf, so dass die Sir Shackleton behutsam nach Utting zur Steinlechner-Werft geschleppt werden konnte. Bevor das Schiff mit einer Seilwinde an Land gezogen werden konnte, musste die Wasserwacht den Ballast der mit Wasser vollgesogenen Einrichtung sowie die schweren Ankerketten an Land bringen.

Bis zu zehn Personen

Eigner der Sir Shackleton sind Klaus Gattinger und Christian Seelos, die zusammen die Semi­narschiff Ammersee GbR führen. Im Juni 2011 brachten sie das Schiff, dessen Rumpf vermutlich noch vor dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg gebaut worden war, an den Ammersee und gaben ihm den neuen Namen Sir Shackleton – nach dem berühmten Antarktis-Forscher. Seither dient es als Seminarschiff für Team- und Führungstrainings sowie für Seminare im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Es bietet Platz für bis zu zehn Personen.

Für die Gäste des benachbarten Lokals „Lena“ war es ein besonderes Spektakel, als das Schiff an Land gezogen wurde. Vorerst „Ende gut, alles gut“ hieß es schließlich nach einer bangen Woche und einem langen Sonntag für die Bootseigner Klaus Gattinger und Christian Seelos. Sie und Gutachter Gregor Franke äußerten sich ausgesprochen lobend und dankbar gegenüber der Wasserwacht und Feuerwehr sowie allen anderen Helfern.
Dieter Roettig

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