Energie- und BauMesse Landsberg

"Das ist die Zukunft!"

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Strampeln für Strom: Wer Lust hatte, konnte bei Peter Satzger (rechts) am LENA-Stand ausprobieren, wie viel Kraft es denn so braucht, um kleine Elektrogeräte wie Radio oder Wasserkocher in Gang zu setzen.

Landsberg – Alljährlich wird am 22. April weltweit der Earth Day begangen – ein Tag im Zeichen von Umwelt- und Klimaschutz. Es war deshalb kein Zufall, dass die neue Energie- und BauMesse Landsberg genau an diesem Tag eröffnet wurde. Über 50 Aussteller präsentierten einem interessierten Publikum ein Wochenende lang Neues aus den Bereichen Bauen, Wohnen, Energie und Sicherheit.

Im Wechsel mit der Klimaschutzwoche soll die Messe künftig alle zwei Jahre in der Eissporthalle stattfinden. Zur Premiere waren unter anderem Holz- und Ziegelbaufirmen, Energieversorger, Handwerksbetriebe und Baustoffhändler, Sanierungs- und Renovierungsspezialisten sowie Anbieter regenerativer Heizsysteme gekommen. Parallel ging es in rund 20 Fachvorträgen von Firmen und Non-Profit-Organisationen um Themen wie energieeffizientes Bauen, die Beseitigung von Baumängeln und Schimmel, ökologische Holzhäuser, sparsame Beleuchtung und Fragen des Einbruchschutzes.

Strampeln für Strom und noch viel mehr

Denn in das Thema Wohnen schlossen die Veranstalter das Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden mit ein – und dazu gehört ein Gefühl der Sicherheit. Deshalb hatte man zwei Vertreter der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck eingeladen, die Tipps zur Einbruchsicherung gaben. Bereits eine mechanische Siche­rung von Türen und Fenstern kann Wunder wirken, denn laut Kriminalstatistik wird fast die Hälfte aller Einbruchsversuche abgebrochen, wenn der Täter nicht innerhalb von drei Minuten ins Haus kommt.

Die Palette mechanischer und elektronischer Sicherheitssysteme war derweil im Ausstellungsbereich zu besichtigen. Lichtschachtabdeckungen, die auch vor Hochwasser und Ungeziefer schützen, sichern einen Schwachpunkt vieler Häuser. Zäune, Absperrungen und Schranken für private und kommunale Gelände zeigte eine Firma aus Gauting. „Wir hoffen, dass wir durch die Messe verstärkt in der Region wahrgenommen werden“, so der Inhaber Andreas Seemüller (24), der den Betrieb gerade in dritter Generation übernommen hat.

Zum Thema Energiesparen gehört auch die Elektromobilität – „das ist die Zukunft“, wie OB Mathias Neuner bei der Eröffnung der Messe betonte. Vier E-Fahrzeuge verschiedener Anbieter waren deshalb zu besichtigen – sowie Angebote zum klimaschonenden Auftanken wie den Solar-Carport, den Gerald Duda-Seelos an seinem Stand aufgebaut hatte. Sein Unterdießener Ingenieurbüro beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Solarenergie. Die Photovoltaikelemente auf dem Carport erzeugen im Jahr genug Strom für eine Fahrleistung von bis zu 15.000 Kilometern.

Strampeln für Strom

Organisiert wurde die Messe von einem professionellen Veranstalter in Zusammenarbeit mit der Landsberger Energie-Agentur (LENA); und der KREISBOTE war Medienpartner. LENA ging an ihrem Ausstellungsstand das Thema Energie auf besondere Weise an. „Strampeln für Strom“ hieß es dort auf einem fest montierten Fahrrad, mit dem Energie für Leuchtdiode, Glühbirne, Wasserkocher und Radio erzeugt werden konnte – vorausgesetzt, der Fahrer hatte genug Power.

Schnell war klar: Leuchtdiode und Radio lassen sich leicht in Gang setzen, die Glühbirne schon schwieriger – und der Wasserkocher gar nicht. Heftiges Treten ließ die Temperatur höchstens um wenige Grad ansteigen. „Dadurch bekommt man ein Gefühl dafür, wie wertvoll eigentlich Strom ist“, so Peter Satzger, Physiker und Vize-Vorsitzender der Kreisgruppe des Bund Naturschutz.

Nachhaltig leben statt auf Kosten künftiger Generationen – dieses Anliegen hat auch das Kloster St. Ottilien, das seine Energieversorgung bereits vor einigen Jahren auf regenerative Quellen umgestellt hat. Und da St. Ottilien auch LENA-Mitglied ist, war es den Messeveranstaltern gelungen, den ehemaligen Abtprimas Notker Wolf für den Auftakt am Freitag Abend zu gewinnen. Wolf spannte in seinem Vortrag weite Bögen von der Werteerziehung über Umwelt- und Lebensmittelskandale bis zur Einschränkung der persönlichen Freiheit durch Überregulierung. Seine Botschaft: „Letztlich kommt es stets auf den Einzelnen an.“ Was gebraucht werde, sei „eine gemeinsame Menschheitsfamilie mit globaler Verantwortung“.

Ulrike Osman

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