Inselbad-Sanierung im Fokus

Die Stadtwerke Landsberg steigern ihren Gewinn

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Auch die Sanierung des Inselbades soll mit Bürgerbeteiligung erfolgen. Eine entsprechende Umfrage ist für Herbst geplant.

Landsberg – Die Stadtwerke Landsberg haben 2016 einen Gewinn von 943.000 Euro erzielt. Damit blicken die Vorstände Christof Lange und Norbert Köhler sowie der Verwaltungsrat unter Vorsitz von Oberbürgermeister Mathias Neuner auf ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr zurück. Besonders erfreulich: Das Stromnetz, der Stromvertrieb und die Stromerzeugung sind inzwischen im grünen Bereich.

Allerdings ist es nicht ganz einfach, aus der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung darauf zu schließen, wie gut das Kommunalunternehmen langfristig aufgestellt ist. Der Vorjahresvergleich ist nur bedingt möglich. Dazu gab es 2015 zu viele Sondereffekte, zum Beispiel die außerplanmäßige Abschreibung eines Teils der Tiefgaragen. Auch müssen nach einer EU-Regelung inzwischen Konzessionsabgaben als „Materialaufwand“ gebucht werden, so dass die Vergleichbarkeit entfällt.

Auch 2016 gab es einen Son­der­effekt wegen der Beendigung des Einspruchsverfahrens gegen die Festsetzung der „Erlösobergrenze“ beim Stromnetz; sie wurde mit 180.000 Euro ergebniswirksam. Nicht ins Ergebnis, sondern direkt ins Eigenkapital lief hingegen ein Verlustausgleich der Stadt in Höhe von 173.000 Euro. Derartige Zahlungen werden auch 2017 und 2018 jeweils in Höhe von etwa 315.000 Euro fällig, weil das Inselbad in den Jahren 2012 und 2013, auf die sich die Zahlungen beziehen, erhebliche Verluste gemacht hat.

Schlechtes Bade-Jahr

2016 betrug das Defizit des Inselbads 393.000 Euro. Dazu hat beigetragen, dass aufgrund schlechten Wetters nur 85.000 Gäste kamen; im Vorjahr waren es 103.000. Zweiter großer Verlustbringer sind die beiden Parkgaragen (minus 403.000 Euro). Dabei handelt es sich nicht um unabsichtliche, sondern gewollte Defizite, um die Eintrittspreise und Parkentgelte niedrig zu halten. Auf Vollkostenbasis – oder beim Betrieb dieser Einrichtungen durch die Stadt selbst – sähe die Bilanz der Stadtwerke noch viel positiver aus.

Der Gewinn ist zu einem Teil auch auf die Entgelterhöhungen im Bereich der Wasserver­sorgung zurückzuführen. Da Kommunalunternehmen in diesem Segment nur begrenzte Gewinne erwirtschaften dürfen (im Grunde nur eine „schwarze Null“), müssen die Preise regelmäßig angepasst werden. Auch die Erlösobergrenze im Strombereich wird regelmäßig verändert. Im Oktober 2017 ermittelt das Unternehmen den Wert für die nächsten Jahre und kalkuliert damit. Bis die Regulierungskammer die Ermittlung bestätigt, können wegen Personalmangels aber zwei bis drei Jahre vergehen.

Sanieren, aber wie?

Auch andere Faktoren führen dazu, dass eine Einschätzung der langfristigen Entwicklung der Stadtwerke schwer möglich ist. Ein Beispiel dafür ist die anstehende erweiterte Sanierung des Inselbades. Noch ist sogar unklar, ob das Kommunalunternehmen oder die Stadt die Kosten dafür trägt. Nicht entschieden ist auch, wie saniert wird. Bleibt es beim 50-Meter-Becken? (tendenziell: ja).Soll noch ein Saunagebäude entstehen? (tendenziell: nein). Werden Elemente aus dem Segment „Spaßbad“ hinzugefügt? (tendenziell: auf keinen Fall).

Hierzu sollen auch die Bürger ein Mitspracherecht erhalten: Von Mitte August bis zum Saisonende werden Stadt und Stadtwerke auf Schautafeln die Geschichte des Bades (es ist ja nicht das erste an dieser Stelle) zeigen und mögliche Neugestaltungen visualisieren. Dazu soll es dann eine Fragebogenaktion geben, in der die Besucher um ihre Meinung gebeten werden. Auf Nachfrage des KREISBOTEN schloss Norbert Köhler aus, dass das Bad wegen des Umbaus geschlossen werden muss. Der Badebetrieb soll weitergeführt werden, zumal die Sanierung des Beckens auch im Winterhalbjahr möglich ist.

Auf gutem Weg

Alle anderen „großen“ Themen, von der Breitbandversorgung des Gewerbegebiets bis zum Umbau in der Kläranlage, sind nach Angaben der beiden Stadtwerke-Vorstände auf gutem Weg. Auch die Sanierung der Lechgarage soll pünktlich zum 15. Dezember abgeschlossen sein – und das, obwohl die erste Bauphase länger dauerte als geplant. Einen Investitionsstau gibt es im Bereich der Kanäle; dort werden vor allem 2018 wieder verstärkt Maßnahmen stattfinden.

Die Stadtwerke Landsberg haben aktuell 28,9 Millionen Euro Schulden. Im Jahr 2016 wurden etwa 1,5 Millionen ordentlich getilgt. Die Liquidität ist leicht auf 5,4 Millionen Euro zurückgegangen. Kassenkredite werden derzeit nicht in Anspruch genommen.

Werner Lauff

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