Fünf Minuten Wartezeit

An der Schwaighofkreuzung wird's bald noch enger!

+
Doch ein Kreisverkehr an der Schwaighofkreuzung? Aufgrund der prognostizierten Mehrbelastung durch das Urbane Leben am Papierbach wird diese Option wieder diskutiert.

Landsberg – Wenn nach dem Flächennutzungsplan bald auch der Bebauungsplan „Urbanes Leben am Papierbach“ verabschiedet ist, wird es höchste Zeit für ein neues Verkehrskonzept. Nach einem aktuellen Gutachten des Ingenieurbüros Ingevost wird die Lage ab Vollausbau des Wohngebiets insbesondere an der Schwaighofkreuzung problematisch: Aus Richtung Von-Kühlmann-Straße sind mittlere Wartezeiten von zwei Minuten und Spitzen­wartezeiten von fünf Minuten zu erwarten; der maximale Rückstau beträgt 24 Fahrzeuge.

Umstritten ist, ob die von der UBV und den Grünen vorgeschlagene unterirdische Verbindung der beiden nördlichen Tiefgaragen im Baugebiet helfen könnte. Ingevost-Inhaber Christian Fahrnberg hält den dadurch entstehenden Effekt für zu gering. Das Konzept sieht vor, die Ein- und Ausfahrt in die beiden Tiefgaragen über den Spöttinger Kreisel zu erzwingen, um die Von-Kühlmann-Straße und die Schwaighofkreuzung zu entlasten.

Dass es an der Schwaighofkreuzung auch ohne Kreisverkehr geht, zeigt diese städtische Umbauvariante, die an der dafür notwendigen Fällung von vier Kastanien (rot) scheiterte.

Die Frage ist aber wohl müßig. Nach neuen Informationen aus der Stadtverwaltung ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Deutsche Bahn AG der unterirdischen Unterquerung ihrer Bahnlinie zustimmt. Der Grund liegt darin, dass die Unterführung aufwändig gewartet werden müsste, und zwar durch die Deutsche Bahn selbst – zertifizierte Drittunternehmen für diese Wartung gibt es offenbar nicht. Die Bahn müsste sich mit einer Eigentümergemeinschaft, jedenfalls mehreren Eigentümern auseinandersetzen. Dazu hat sie keine große Neigung.

Daher steht die Frage nach der „Reform“ der Schwaighofkreuzung dringend auf der Agenda. Die derzeitige Fußgängerschutz­anlage trage nicht zu einem besseren Verkehrsfluss bei, stellt das Gutachten fest. Wenn sie für den KfZ-Verkehr rot zeige, könnten nicht alle Fahrzeuge, die an der Schwaighofstraße und der Von-Kühlmann-Straße warten, weiterfahren. Links­einbieger müssten den Gegenverkehr passieren lassen, Geradeausfahrer und Linkseinbieger hätten keine getrennten Spuren und der Stauraum vor der Fußgängerschutzanlage reiche oft nicht aus. Insbesondere für die Linksabbieger aus der Von-Kühlmann- in die Augsburger Straße komme es dadurch zu längeren Wartezeiten.

Gibt es andere Lösungen? Darüber sagt das Gutachten nichts. Eines ist jedenfalls klar: Die mehrfach propagierte Verlagerung der Zufahrt zur Schwaig­hofstraße zwischen den ehemaligen Minimal-Markt und das Gebäude des SV Türkspor, die am Widerstand gegen die Fällung von vier Kastanien gescheitert war, ist heute, nach den dortigen baulichen Veränderungen, nicht mehr machbar.

Königsweg Kreisverkehr?

Möglich wäre auch eine komplette Ampelanlage. Sie würde aber den Verkehrsfluss weiter verschlechtern, hat die Stadt 2010 ermittelt. Auf der Augsburger Straße und auf der Sandauer Brücke seien bis zu dreimal mehr Autos unterwegs als in den einmündenden Straßen. Dies habe zur Folge, dass der Verkehr in der Schwaighof- und Von-Kühlmann-Straße lange „Rot“ haben müsse, um Rückstaus auf den verkehrsreicheren Straßen zu vermeiden. Dazu komme eine längere „Gelb“-Phase, die notwendig sei, um die Kreuzung zu räumen.

Die dritte Möglichkeit besteht in einem Kreisverkehr, der 1999 bei einem Bürgerentscheid keine Mehrheit fand. Auch Mathias Neuner hatte sich 2008, damals noch als Bauingenieur, gegen einen Kreisverkehr ausgesprochen. Heute hält er ihn prinzipiell für möglich. Welche Auswirkungen er hätte, ist aber offenbar noch nicht berechnet; das Gutachten macht dazu keine Angaben.

Wenn alles nichts hilft, bleibt nur die Generalempfehlung von Christian Fahrnberg im Schlusswort des Gutachtens: „Allein eine intensive Förderung der Nahmobilität und des ÖPNV innerhalb der Stadt wird die Bevölkerung zu einer Verkehrsmittelwahländerung motivieren und so die wünschenswerte Prosperität und Attraktivität der Stadt sicherstellen“.

Werner Lauff

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Die Sparkasse Landsberg-Dießen reduziert
Die Sparkasse Landsberg-Dießen reduziert
Aufbruch in die Romantik
Aufbruch in die Romantik

Kommentare