"Den oder keinen!"

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Auch in den Werkstätten der Beruflichen Schulen Landsberg werden Flüchtlinge fit für eine Berufsausbildung oder für dauerhafte Beschäftigungen gemacht.

Landsberg – Die hör-, sicht- und lesbaren Fortschritte machen Mut und stimmen zufrieden: Die mittlerweile drei Klassen für berufsschulpflichtige Asylbewerber an den Beruflichen Schulen Landsberg (BSL) kommen bei allen Beteiligten offensichtlich bestens an. Das bekundet die Schulleitung jetzt in einer ersten Zwischenbilanz.

Mit Beginn des neuen Schuljahres im September vergangenen wurden an den Beruflichen Schulen Landsberg (BSL) zwei Klassen für berufsschulpflichtige Asylbewerber eingerichtet und Anfang März um eine weitere ergänzt. Alle Schüler sind zwischen 16 und 25 Jahren alt und kommen aus ganz verschiedenen Teilen der Welt. „Was sie eint, sind ihre Motivation und das Ziel, hier in Deutschland Fuß zu fassen“, weiß Viola Griesinger-Hopf, die in den Klassen Deutsch unterrichtet.

Die Schüler der ersten Klasse hatten bis dahin nur geringe Deutschkenntnisse, konnten diese aber innerhalb der letzten fünf Monate erheblich erweitern und haben das zweite von insgesamt sechs Lehrbüchern schon fast beendet, so Griesinger-Hopf. Daneben werden die Flüchtlinge auch in Mathematik, Gesellschaftskunde, Sport und in den Werkstätten unterrichtet, wobei das Hauptaugenmerk auch im praktischen Umgang mit Materialien wie Holz, Beton oder Metall immer auf die deutsche Sprache gerichtet ist. Ziel der BSL sei es, so Thomas Schlütsmeier von der Schulleitung, die Schüler nach der geplanten zweijährigen Unterrichtszeit zu befähigen, eine Berufsausbildung zu beginnen oder eine dauerhafte Beschäftigung aufnehmen zu können.

Diesem Ziel seien die Schüler der zweiten Klasse schon erheblich näher gekommen. Sie setzt sich zum größten Teil aus Schülern der Vorklasse zusammen, die im Schuljahr 2013/14 bereits an einem Tag pro Woche an den BSL unterrichtet werden konnten. Hier liege der Schwerpunkt neben der „Erlangung tragfähiger Deutschkenntnisse“ auf der Vermittlung von Praktikumsplätzen in geeigneten Betrieben der Region. Mit Erfolg: „Für nahezu alle Schüler konnten wir mittlerweile Praktikumsplätze finden“, berichtet die dafür zuständige Sozialpädagogin Irene Pichler.

So sei es den Schülern möglich, Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen zu sammeln – unter anderem auf dem Bau, im Einzelhandel, in Kfz-Werkstätten oder im Kindergarten. Für einen der Schüler wurde sogar die Teilnahme an einem Theaterprojekt des „Sensemble-Theaters“ in Augsburg während des diesjährigen Brecht Festivals ermöglicht.

Das BSL-Engagement hat bereits zu ersten Erfolgen geführt. „Den oder keinen“, hieß es übereinstimmend im Sanitär- und Heizungsbaubetrieb Herbert Dörr GmbH aus Landsberg und bot einem der BSL-Schüler nach seinem mehrwöchigen Praktikum in ihrer Firma einen Ausbildungsplatz an – bei Singoldbau GmbH in Bronnen war’s ebenso. „Und dies trotz der Tatsache, dass es sich in beiden Fällen um Schüler handelt, die zum Teil große schulische Schwierigkeiten haben, weil sie in ihrem Heimatland nicht die Möglichkeit hatten, eine Schule zu besuchen“, so Pichler. „Aber sie überzeugten durch ihren Fleiß, ihren Willen und die positive Einstellung zur Arbeit.“ Auch für weitere Schüler stehen Ausbildungsverträge in Aussicht.

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