Kein prima Klima

Landsberger Klimastudie verspricht keine "heile Welt"

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Zwar schon in Deutschland, aber noch nicht im Landkreis angekommen: Tornados. Dennoch, auch hier werden Starkwetterphänomene zunehmen.

Landkreis – „Alles nicht so schlimm“: Diese Äußerung ließen manche Mitglieder im Umweltausschuss verlauten, als die Ergebnisse der lokalen Klimastudie präsentiert wurden (der KREISBOTE berichtete). Dass das die falsche Botschaft ist, betonte Klimamanagerin Andre Ruprecht nochmals bei der Sitzung des Kreistags gestern Abend.

„Der Klimawandel ist im Landkreis angenommen“, sagte Ruprecht. Im letzten April seien die Temperaturen knappe fünf Grad über dem Durchschnitt gelegen. Und lange Vegetationsperioden führten zu Wasserknappheit. Der Klimastudie liege ein mittleres Szenario zugrunde, „nicht der Worstcase“. Die Veränderungen der letzten Zeit deuteten jedoch darauf hin, dass diese Annahmen „zu schwach“ seien.

Der kurze Zeitraum der Studie – bis 2050 – sei zudem dafür verantwortlich, dass keine konkreten Aussagen über Starkwetterphänomene gemacht werden können. Was nicht heißt, dass es sie nicht geben werde. Ganz im Gegenteil, „diese Phänomene werden stark zunehmen“.

Der CO2-Ausstoß müsse dezi­miert werden, sonst erreiche man sogenannte Kipppunkte: überschrittene Werte, nach denen sich das Klima nicht langsam, sondern sprunghaft verändert. Denn Klima ist kein linearer Prozess, der sich gleichmäßig entwickelt. So sorgen auch Rückkopplungen für eine Verstärkung gewisser Effekte.

Peter Satzger (GAL) forderte „große Projekte: Wir brauchen Millionen!“ So müsse zumindest der ÖPNV stark verbessert werden. Zudem forderte er Maß­nah­men zur verstärkten Rena­turierung von Mooren. Auf Landkreisebene seien nur kleine Maßnahmen möglich, so Ruprecht. Für größere Ziele bräuchte es ein Klimaschutzgesetz. Der Landkreis könne die eigenen Liegenschaften so klimabewusst wie möglich bewirtschaften, betonte Landrat Thomas Eichinger (CSU). Für die klimaentscheidenden Aspekte ‚Mobilität‘ und ‚private Haushalte‘, also auch in Unternehmen, sei der Landkreis nicht verantwortlich.

„Wir machen es uns zu leicht“, meldete sich Moritz Hartmann (GAL) zu Wort. Und mahnte weitere Maßnahmen an, die der Landkreis sehr wohl vorneh­men könne. So zum Beispiel die Entwicklung eines Carsharing-Konzeptes, Fahrradboxen an den Bahnhöfen, weitere Ladestationen für die E-Mobilität. Der Landkreis müsse hier Vorbild für private Firmen und Haushalte sein.

Renate Standfest (GAL) forderte generell für den Aspekt Klima ein Controllingsystem sowie eine Steuerungsrunde, die Anträge zum Thema Klima „regelmäßig und verbindlich“ stellen könnte. So könnten Beschlüsse im Kreistag mit den Klimazielen quergecheckt oder auch Leitlinien für Beschlüsse erstellt werden.

Der Landkreis mache einiges, „was an der Öffentlichkeit vorbeigeht“, beschwichtigte Eichin­ger. Satzger solle eben einen Antrag auf Moor-Renaturierung stellen. Das werde er tun, ehren­amtlich, erwiderte Satzger. Dennoch liege die Verantwortung für Taten beim Landkreis.

Susanne Greiner

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