Viel Potenzial fürs Stadtmuseum

Ergebnisse der Nicht-Besucher-Studie: Stadtmuseum zu unbekannt

+
Das Stadtmuseum ist angeblich zu unbekannt, zumindest nach den Ergebnissen der Nicht-Besucher-Studie, die jetzt vorgestellt wurden.

Landsberg – Wer geht warum ins Stadtmuseum – diese Frage untersuchte die Kulturwissenschaftlerin Dr. Nora Wegner im Auftrag der Stadt im vergangenen Jahr. Nun ist sie einer noch spannenderen Frage nachgegangen, nämlich der, warum Menschen nicht ins Stadtmuseum gehen. Die Ergebnisse der Nicht-Besucher-Studie stellte Wegner jetzt im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss des Stadtrats vor.

Die Wissenschaftlerin hat über mehrere Monate hinweg 652 Menschen in anderen Kultureinrichtungen der Stadt, aber auch auf Festen, Märkten und Sportveranstaltungen zu ihrer Nutzung – oder Nicht-Nutzung – des Stadtmuseums befragt.

Dabei stellte sich heraus, dass über die Hälfte der Befragten das Museum nicht oder kaum kannte. Als Gründe für den Nicht-Besuch wurden von 40 Prozent fehlende Informationen zum Museum und seinen Angeboten genannt – und nicht etwa Desinteresse oder die Konkurrenz durch andere Freizeitangebote. Mit gezieltem Marketing und Werbemaßnahmen würden sich also neue Besucher-Potentiale erschließen lassen, folgert Wegner.

Andererseits gaben sogar in der Zufallsgruppe der Befragten 32 Prozent an, das Stadtmuseum regelmäßig zu besuchen. „Das ist ein hoher Wert“, lobte die Wissenschaftlerin. Wenig überraschend: Je älter die Befragten, desto eher gaben sie an, die Einrichtung zu kennen und zu besuchen. Als Grund für die Nicht-(mehr)-Nutzung nannten viele die Schließung der Dauerausstellung.

Was wünschen sich die Bürger vom Museum? Ganz oben auf der Liste rangiert – neben einer interessanten Darstellung der Stadtgeschichte und wechselnden Ausstellungen – die Barrierefreiheit. Diese wird im Zuge der Sanierung innerhalb des Gebäudes zwar hergestellt, ist für den Zugang von außen aber kaum zu verwirklichen, wie Barbara Juchem (CSU) anmerkte.

Auch scheinbar Profanes wie eine bessere Beschilderung zum Museum spielt eine Rolle. Wegner konnte das aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Sie sei vom Bahnhof kommend durch die halbe Innenstadt gelaufen, bevor sie das erste kleine Hinweisschild auf das Museum entdeckt habe. „Für Besucher, die aus weiterer Entfernung kommen, ist das ein wichtiger Aspekt.“

Museum für die Jüngeren

Stefan Meiser (ÖDP) regte an, über die Schulen den direkten Kontakt zu Jugendlichen zu suchen. Museumsleiterin Sonia Fischer findet ebenfalls, dass Kinder und Jugendliche „eine extrem wichtige Zielgruppe“ sind. „Früher hatten wir im Jahr bis zu 2.000 Schüler im Haus.“ Das soll nach der Sanierung auch wieder so sein. Fischer berichtete, wegen des relativ langen Vorlaufs sei für die Schulen eine Dauerausstellung ein größerer Magnet als schnell wechselnde Sonderausstellungen.

OB Mathias Neuner (CSU) äußerte sich erfreut darüber, dass die Bekanntheit des Stadtmuseums höher sei als gedacht. Debatten über die Zukunft der Einrichtung dürften damit verstummen. „Ja, wir brauchen das Stadtmuseum.“

Ulrike Osman

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Konzept für Fliegerhorst im Landsberger Stadtrat vorgestellt
Konzept für Fliegerhorst im Landsberger Stadtrat vorgestellt
Inselbad Landsberg: 2021 sanieren - 2022 wieder plantschen
Inselbad Landsberg: 2021 sanieren - 2022 wieder plantschen

Kommentare