Sicherheitsmängel am Feuerwehrhaus

Ein Jahr wäre noch tolerierbar

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Die Kommunale Unfallversicherung Bayern hat am Kauferinger Feuerwehrhaus erhebliche Mängel ausgemacht, jetzt muss die Gemeine über einen Neubau nachdenken.

Kaufering – Am Feuerwehrhaus in Kaufering bestehen erhebliche Mängel, das hat man jetzt auch schriftlich von der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB). Ob man die Schwachpunkte mit Umbauten beseitigt oder sich gleich mit einem Neubau beschäftigt, steht angesichts leerer Kassen aber noch nicht fest.

226000 Euro sah der Haushaltsentwurf im Einzelplan „Brandschutz“ vor, für Gabriele Triebel eine hohe Summe: „Wir haben seit 2006 fast 1,9 Millionen Euro in die Feuerwehr investiert und nun die funktional am besten ausgestattete Wehr im Landkreis“, sagte die GAL-Rätin. Nach längerer Diskussion einigte sich der Ausschuss, in das Thema noch einmal einzusteigen und die Investitionen „auf das Nötigste zu reduzieren“, so Bürgermeister Erich Püttner (UBV).

Dass es aber nicht etwa an Fahrzeugen und Schutzkleidung hapert, verdeutlichte dann Hermann Bader von der Hochbauverwaltung. „Da stehen wir super da. Aber es gibt einen Prüfbericht von der KUV, da kann man nicht drumherum schleichen und da ist die Gemeinde auch in der Haftung.“ Die Unfallversicherer listen verschiedene Punkte auf, die sie am Kauferinger Haus bemängeln und die sind laut Bader und seinem Kollegen Andreas Giampa auch „nicht aufschiebbar“. Dazu gehören die Trennung von Männern und Frauen im Sanitärbereich, Umbauarbeiten an Funktionsräumen und vor allem an den Toren – die Ausfahrten sind für die Fahrzeuge viel zu eng. Zudem, so Bader, sei die Parkplatzsituation „katastrophal“.

Die Ausgaben für die Bauarbeiten stellte nicht nur Gabriele Hunger (CSU) infrage. „2016 haben wir im Finanzplan zwei Millionen Euro für die Feuerwehr drin stehen, das dürfte ja wohl das neue Gerätehaus sein. Da muss ich doch jetzt nicht 120000 Euro ausgeben“, so Hunger und Hans Koch (SPD) machte gleich die Rechnung auf, wie der Neubau auch angesichts der angespannten Finanzlage finanziert werden könnte. „Der größte Teil der Kosten fällt ja ohnehin weg, wenn wir 2016 am jetzigen Standort die Grundstücksverkäufe haben.“

Keine Schnellschüsse

Erich Püttner warnte allerdings vor Schnellschüssen. „Ich würde das jetzt mal nicht als gegeben ansehen, dass wir in drei Jahren ein neues Feuerwehrhaus in Kaufering haben“, stellte der Bürgermeister fest. Er wies darauf hin, dass das Thema „Neubau“ noch grundsätzlich besprochen werden müsse, „aber nicht in öffentlicher Sitzung“ – es steht zu vermuten, dass Püttner damit verhindern will, dass Grundstückspreise plötzlich steigen, wenn mögliche neue Standorte vorzeitig bekannt werden. Somit dürfte demnächst der Vorschlag seines UBV-Kollegen Franz Nimführ aufgegriffen werden: „Das Thema ist so wichtig, dass wir da ein Konzept erarbeiten sollten, auch wie wir einen Standort suchen. Wir können auf jeden Fall die Feuerwehr nicht in einem Zustand lassen, in dem relevante Dinge nicht in Ordnung sind."

Fakten auf dem Tisch

Dafür wird nach Auskunft von Bader schon die KUVB sorgen. Vor allem die Sicherheitsmängel seien so gravierend, dass die Versicherer nicht mehr lange auf die Beseitigung warten werden. „Der Bericht ist da, die Fakten liegen auf dem Tisch“, so Bader. „Wenn wir die Dinge jetzt angehen, wird man den Zustand 2013 wohl noch einmal tolerieren, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das dann noch zwei weitere Jahre so geht.“ Die Entscheidung zu den Umbauarbeiten blieb an diesem Abend trotzdem aus und wird vermutlich erst Mitte Januar fallen. Christoph Kruse

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