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Dießens neues Badeparadies

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Von: Dieter Roettig

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Dießen Strandbad St. Alban park
Die Dießener können sich auf eine neue Erholungs- und Badewiese in St. Alban freuen. Die Gemeinde will das frühere Campingplatz- und Segelclub-Gelände ertüchtigen. © Roettig

Dießen – Das 9.000 Quadratmeter große Traumgrundstück südlich des Seerestaurants St. Alban sollte eigentlich schon im letzten Sommer als Erholungs- und Badegelände genutzt werden. Grund für die Verzögerung ist eine von der Unteren Altlasten- und Bodenschutzbehörde im Landratsamt Landsberg angeordnete Untersuchung. Denn im benachbarten Grundstück mit dem Restaurant wurden Teerbrocken gefunden. Da auf dem Dießener Gelände bislang Wohnmobile, Anhänger und Boote der Segelgemeinschaft Augsburg gelagert wurden, lag die Vermutung nahe, dass auch hier der Boden verunreinigt ist.

Und tatsächlich wurde in einem Teilbereich auch eine geringfügige Kontaminierung festgestellt. Wie Landschaftsarchitektin Johanna Vogl bei der aktuellen Gemeinderatssitzung erläuterte, gebe es zwei Alternativen zur geforderten Sanierung. Einmal die Entfernung des belasteten Oberbodens und Aufbringen einer neuen Mutterbodenschicht oder aber die Überdeckung mit einer mindestens zehn Zentimeter dicken Bodenschicht. Die Entscheidung darüber hänge aber von einer neuerlichen „feinteiligeren Untersuchung zur räumlichen Eingrenzung der Schadstoffbelastung“ ab. Dieser Altlastenuntersuchung stimmte der Gemeinderat zu.

Unabhängig davon stellte Vogl dem Gremium einen Vorentwurf zur Gestaltung des parkähnlichen Geländes vor. Um einen durchgängigen und durchlässigen Charakter zu erreichen, sollten Strauchgruppen, kleinere Bäume und auch Obstbäume entfernt und durch Neupflanzungen mit standortgerechten Arten ersetzt werden.

Die Abgrenzung zum Segelclub könnte sich Vogl mit freiwachsenden Sträuchern in lockeren Gruppen vorstellen. Die Hecke am stark frequentieren Seeweg-Süd dagegen sollte Einblicke in die öffentliche Grünfläche bieten. Um einerseits eine räumliche Abgrenzung zu erreichen, andererseits aber parkende Autos zu verhindern, soll die jetzige Hecke im Wesentlichen belassen und nur stellenweise ergänzt werden. Vogl möchte die Schnitthecke in etwa Zaunhöhe entwickeln.

Auf dem Gelände ist mittig ein gekiester Querweg angedacht, von dem zwei Wege zum Ufer führen, ergänzt durch Sitzbänke, Himmelsliegen und Fahrradständer. Sogar eine Stromversorgung für etwaige Veranstaltungen ist eingeplant. FW-Gemeinderat Florian Zarbos Wunsch nach einem Kinderspielplatz mit Klettergerüst wurde abgeschmettert, der Vorschlag von Hannelore Baur (SPD) nach einem Grillplatz für Jugendliche aber aufgenommen.

Bei den voraussichtlichen Kosten von rund 213.000 Euro brutto mussten die Gemeinderäte schlucken. Die Summe gliedert sich in Erdbauarbeiten wie Geländemodellierung, neue Wegeführung oder Belagsflächen für knapp 78.000 Euro, 73.000 Euro für die Ausstattung und Stromversorgung sowie knapp 62.000 Euro für Vegetationsflächen. Dazu kommen noch die Kosten für die Sanierung des kontaminierten Bereiches. Toiletten wird es auf dem Platz keine geben, da „bauliche Anlagen“ nicht erlaubt sind. Allerdings errichtet der Landkreis demnächst nördlich beim Campingplatz eine entsprechende Anlage.

Während die Landschaftsarchitektin „die öffentliche Fläche erlebbar machen und die Wertigkeit betonen“ möchte, war das Gemeinderat Marc Schlüpmann (Grüne) zu teuer und zu viel des Guten. Seiner Erinnerung nach war ursprünglich nur eine öffentlich zugängige Wiese angedacht. Auch laut Johann Rieß (FW) sollte das ganze nicht „zu professionell und damit keine zweite Seeanlage werden.“ Die manchen Räten unnötigen zwei Meter breiten Kieswege verteidigte Beatrice von Liel (Dießener Bürger), weil sie ja auch von Bauhof-Fahrzeugen zur Landschaftspflege genutzt werden müssen. Letztendlich billigte der Gemeinderat mit 18:5 Stimmen die Fortführung des Vorentwurfs.

Wie mehrfach berichtet, war es Dießens Altbürgermeister Herbert Kirsch 2020 am letzten Tag seiner 24-jährigen Amtszeit gelungen, das Gelände von der Stadt Augsburg zu erwerben. Elf Jahre hatte er um das Seegrundstück mit Blick nach Andechs gekämpft, um es frei zugänglich zu machen – ein Geduldsspiel, das sogar Gerichte beschäftigte und letztendlich zu einem positiven Ergebnis für die Gemeinde führte.

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