In ein paar Tagen endet die Amtszeit des Kauferinger Bürgermeisters 

Erich Püttner verabschiedet sich 

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Die Verleihung der Kauferinger Bürgermedaillen an verdiente Bürger war eine der letzten Amtshandlungen des scheidenden Bürgermeisters Erich Püttner. Unser Foto zeigt (v.l.) Wolfgang Zeit, Simon Nieberle, Josefine Popfinger, Leo Widmann und Bürgermeister Erich Püttner im Leonhardisaal.

Es sind die letzten Tage seiner Amtszeit und es ist Zeit, Abschied zu nehmen. Kauferings noch amtierender Bürgermeister Erich Püttner hatte vor einigen Tagen seine „Weggefährten“ zu einer Abschiedsfeier in den Leonhardisaal eingeladen. Eine seiner letzten Amtshandlungen war darüber hinaus, einigen verdienten Mitbürgern die silberne und goldene Ehrennadel für ihr ehrenamtliches Engagement zu verleihen.

„Ich gehe mit großer Dankbarkeit aus dem Amt“, sagte der Rathauschef in einer nachdenklichen, ehrlichen und besinnlichen Rede. Trotz der vielen sachlichen Auseinandersetzungen im Marktgemeinderat sei es ihm wichtig, den Wegbegleitern weiterhin in die Augen blicken zu können, ohne die Faust in der Tasche ballen zu müssen. „Ich habe viele neue Freundschaften geschlossen, auch dafür schaue ich dankbar zurück“, sagte Erich Püttner. 

Ein besonderer Dank gelte den beiden Gabis. Gabriele Triebel und Gabriele Hunger als seine Stellvertreterinnen hätten ihn unterstützt, beraten und sehr kritisch begleitet. „Danke, dass ihr auch in schwierigen Zeiten bei mir gewesen seid“. 

An seine Mitarbeiter im Rathaus gerichtet meinte Püttner durchaus selbstkritisch, sie hätten sich manchmal einen härteren Chef mit mehr Durchsetzungskraft gewünscht. „Ich bin aber nicht der große Chef, der polternd durch die Lande zieht“, bilanzierte der Mensch Erich Püttner. Vielmehr sei ihm das Zusammenspiel im Team wichtig gewesen. Jeder Mitarbeiter konnte eigenverantwortlich seine Arbeit machen. „Bei Problemen war es mit wichtig, eine gemeinsame vernünftige Lösung zu finden“. 

Püttner hatte sein Amt 2012 in einer Zeit übernommen, die überschattet war durch den offen im Marktgemeinderat ausgetragenen Streit um seinen Vorgänger. „Ich musste hier meine persönlichen Grenzen erleben“. Püttner brach aber auch eine Lanze für die Zusammenarbeit im Marktgemeinderat. Bei allen oft sehr kontrovers geführten Diskussionen sei es immer um die Sache gegangen und nur selten „unter die Gürtellinie“. 

Kurz ging Püttner auf die Bilanz seiner Amtszeit ein. Die war durchaus erfolgreich, wie man in seiner Bilanz im offiziellen Mitteilungsblatt der Marktgemeinde lesen konnte. Vieles sei erledigt, vieles sei angeschoben worden. 

In einer bemerkenswerten Rede dankte Kauferings 2. Bürgermeisterin Gabriele Triebel dem scheidenden Amtschef. "Wir sind im Marktgemeinderat kein zerstrittener Haufen, auch wenn dies in der Öffentlichkeit manchmal so dargestellt wurde", betonte Triebel. In der Demokratie müsse es unterschiedliche Meinungen geben. Man darf und muss sich auch auseinandersetzen – solange es nicht persönlich wird. „Und das haben wir jetzt ganz gut im Griff“. Dass man zu einem neuen Umgang miteinander gefunden habe, sei Erich Püttner zu verdanken, sagte Triebel. „Du hast uns Gemeinderäten wieder mehr Raum gegeben, auch wenn wir uns hin und wieder gewünscht hätten, dass du uns mehr Leitplanken vorgegeben hättest“. Seine Amtszeit habe unter den Themen Aufräumen und Sanieren gestanden. Triebel spielte damit auch auf den Streit um Püttners Amtsvorgänger an. „Du hast Dich aber nicht beirren lassen und die Vorgänge sauber auf- und abgearbeitet und abgeschlossen. Der Preis, den Du dafür zahlen musstest, war nicht unerheblich“. 

Weiter bescheinigte Gabriele Triebel Erich Püttner, dass er das Bürgermeisteramt auf seine eigene Art interpretiert habe. „Dein Anspruch war, dass der Bürgermeister bei den Menschen sein und für sie da sein muss“. Dieses Motto habe Erich Püttner mit Leib und Seele gelebt, lobte die 2. Bürgermeisterin. 

Eine der letzten Amtshandlungen des scheidenden Bürgermeisters war die Verleihung von silbernen und goldenen Bürgermedaillen an verdiente Mitbürger. Die goldene Bürgermedaille ging an Rosina Heinle, die den Preis allerdings krankheitsbedingt nicht persönlich entgegen nehmen konnte. Silberne Bürgermedaillen wurden an Simon Nieberle für sein Engagement in der Kauferinger Brauchtumspflege, an Josefine Popfinger für ihr kirchliches Engagement und an Leo Widmann für sein Wirken für die Dorfgemeinschaft verliehen. Die letzte silberne Bürgermedaille konnte Wolfgang Zeit entgegen nehmen. Der Unternehmer hat sich um die Kauferinger Feuerwehr verdient gemacht.

Siegfried Spörer

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