Ein Netzwerk wie ein Mantel

Erich Püttner will Hospiz- und Palliativnetzwerk Landkreis Landsberg gründen

Erich Püttner, Vorsitzender des Hospiz- und Palliativvereins.
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Nicht nur Leiter der FüGK des Landkreises: Erich Püttner ist auch Vorsitzender des Hospiz- und Palliativvereins. Jetzt will er das Hospiz- und Palliativnetzwerk ins Leben rufen.
  • Susanne Greiner
    VonSusanne Greiner
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Landkreis – ‚Pallium‘ ist lateinisch und bedeutet ‚Mantel‘. Und daraus abgeleitet ist der Begriff der Palliativ-Care: Wie ein Mantel soll diese für den Betroffenen sorgen, „ihn einhüllen und schützen“, formuliert das Erich Püttner, der Vorsitzende des Hospiz- und Palliativvereins Landsberg. Um diesen ‚Schutz‘ noch besser gewährleisten zu können, will der Verein das Hospiz- und Palliativ-Versorgungsnetzwerk Landkreis Landsberg (HPNV) gründen. Wobei Püttner sich hier als ‚Moderator‘ sieht.

„Ich sehe die Palliativ Care als Bild: Ein Patient, der in einem Bett liegt und um ihn herum bilden alle Menschen, die er braucht, diesen Pallium, diesen Mantel.“ Püttner sieht dabei diese Sorge sowohl im materiellen als auch spirituellen Bereich. „Es geht vom Menschen aus – was braucht er?“ In dem geplanten Versorgungsnetzwerk sollen deshalb beispielsweise auch Klinikseelsorger eingebunden werden.

Weitere Mitglieder des HPNV könnten alle medizinischen Dienste, Pflegedienste, Senioreneinrichtungen, Ärzte aber auch das Betreuungsgericht und der Leiter des seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes des Landratsamtes Pajam Rais-Parsi sein – kurzum alle Personen und Organisationen, die im Bereich der Palliativ Care tätig sind. „Der Hospizverein Landsberg ist dabei eine Art ‚Zelle‘, die das Netzwerk aufbaut“, schmunzelt Püttner.

So ein Netzwerk habe es bereits 2011 gegeben, „das ist aber leider eingeschlafen“, berichtet Püttner. Vor allem, da er dann, als Bürgermeister von Kaufering, selbst auch kaum mehr Zeit für seine ehrenamtlichen Aktivitäten gehabt habe.

Die Aufgaben des HPNV sieht Püttner einerseits darin, beispielsweise Fortbildungen zu planen oder auch ganz allgemein den Bedarf für Palliativ Care festzustellen. Aber auch zwei weitere Aspekte sieht er als Aufgabe: die Ausweitung der zeitintensiven Betreuung im Pflegeheim, kurz ZIP. Dabei geht es um Pflegekräfte, die zum Beispiel den zu Pflegenden in Ruhe das Essen geben könnten, „alles, was in der normalen Pflege zeitlich leider nicht mehr möglich ist“.Eine Krisen-ZIP gebe es bereits dank der Paula Kubitschek-Vogel-Stiftung momentan im Seniorenstift Kaufering, in dem Püttner auch ehrenamtlich tätig ist. „Das würden wir gerne auf die Kreisseniorenheime ausbauen“, wünscht sich der Vorsitzende.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht Püttner in dem Konzept „Behandlung im Voraus planen“ (BVP). Dabei geht es um eine besondere Form der Patientenverfügung in Einrichtungen der Altenhilfe. Persönliche Gespräche werden mit den Bewohnern geführt. „Es geht darum, zusammen mit den Menschen ihre Einstellung zu den Themen Leiden, Sterben und Tod herauszufinden. Wie lange lebe ich gerne, ab welchem Punkt will ich sterben?“ Verfügungen sollen dann sowohl für spontane Vorfälle, für Krankenhausaufenthalte von unbeschränkter Dauer und auch für die Situation getroffen werden, in der der Betroffene selbst nicht mehr entscheiden kann. Natürlich geht es nicht darum, die Menschen zu einer Entscheidung zu drängen. Bei einigen sei da nie eine Entscheidung gefallen, berichtet Püttner aus seiner Erfahrung in Kaufering. Aber es gehe darum, den Menschen die Möglichkeit zu geben, über dieses Thema zu sprechen und nachzudenken.

Als erster Schritt müsste eine Vollversammlung stattfinden, dann sollte eine Kooperationsvereinbarung geschlossen werden. Im Moment sei das eher schwierig, „die Leute haben dazu momentan keinen Geist“, so Püttner. Den Entwurf für den Kooperationsvertrag gibt es aber schon. Sobald sich die Situation (hoffentlich) entspannt, will Püttner die Gründung des HPNV Landkreis Landsberg in trockene Tücher bringen.
Susanne Greiner

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