Zum Johann-Baptist-Baader-Jahr:

Dem Lechhansl zwei Mühlsteine

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Beim Enthüllen des Gedenksteines samt Bronzetafel: Kaplan Joshy Augustine, die Bürgermeister Dr. Albert Thurner und Erwin Karg sowie (rechts) Professor Franz Bernhard Weißhaar (Landsberg). Im Hintergrund die Fahnenabordnungen.

Lechmühlen/Mundraching – Er wird als größter Sohn in den Gemeinden Fuchstal und Vilgertshofen bezeichnet: Gemeint ist Johann Baptist Baader, der Kirchenmaler, der vor 300 Jahren geboren wurde. Ihm zu Ehren wurde nun im Weiler Lechmühlen, wo der „Lechhansl“ herstammte, ein Denkmal mit zwei Mühlsteinen enthüllt und gesegnet. Einer steht aufrecht; an ihm ist eine Gedenktafel angebracht. Der andere liegt waagrecht im Bett mit Lechkieseln. Geschaffen hat es Professor Franz Bernhard Weißhaar aus Landsberg; weitere Künstler und Handwerker haben mitgewirkt.

Der Gottesdienst vor der Kapelle des Weilers mit seinen 37 Bewohnern sowie die anschließende Enthüllung des Denkmals durch die Bürgermeister Erwin Karg (Fuchstal) und Dr. Albert Thurner (Vilgertshofen) bildeten nach zwei Festabenden in Landsberg und Seestall den dritten Höhepunkt im Johann-Baptist-Baader-Jahr, das heuer mit vielen Veranstaltungen wie Vorträgen, Konzerten, Exkursionen und Radltouren begangen wird.

Die Mühlsteine sind eine Erinnerung daran, dass Baader als Müllersohn zu Welt kam. Auf der Vorderseite des stehenden Steins befindet sich die in Bronze gegossene Inschrift auf den bekanntesten Sohn des Dorfes mit den Angaben, dass er 1717 in Lechmühlen zur Welt kam und 1780 in Schlehdorf verstarb. In eine Öffnung auf der Rückseite gab Weißhaar eine Urkunde, Zeitungsseiten und einige Münzen ein. Die Messingtafel weist außen auf die Einweihung und die Denkmalstifter hin.

Den Gottesdienst unter freiem Himmel zelebrierte Kaplan Joshy Augustine von der Pfarreiengemeinschaft Fuchstal. Die Bilder und Deckenmalereien des Johann Baptist Baader seien allesamt ein Lobpreis an Gott. Hinter jedem Bild stünde eine Nachricht, ja sogar eine „Botschaft“, predigte der Seelsorger. So wie Johann Baptist Baader im 18. Jahrhundert sei auch heutzutage jeder aufgerufen, seine „Talente und Begabungen einzubringen“, schloss Kaplan Joshy Augustine, der dem Denkmal schließlich den Segen spendete.

„Jedes seiner Bilder ist eigentlich ein Denkmal“, sagte Professor Weißhaar über Johann Baptist Baader, der auch Lechhansl genannt wird. Der 83-jährige Künstler erklärte vor den 200 Besuchern, in Erinnerung an die intensive Schaffensperiode Baaders, vor allem aber in Anlehnung an dessen Bilder mit kraftvollen Bewegungen sei eine Tafel in Bronze gegossen worden, welche die Form eines vergrößerten Mühleisens habe. Auch dies sei Ausdruck von Kraft und Bewegung.

Wie Weißhaar erwähnte, haben zahlreiche Künstler und Handwerker aus nah und fern an den Mühlsteinen und an der Gedenktafel mitgewirkt. Dazu gehört Günther Kraus vom Arbeitskreis Kultur in Seestall; der hatte den Lechkiesel beschafft, und zwar aus der Kiesgrube in Asch. Ingrid Bräuer, ebenfalls vom AK Kultur in Seestall, war als Grafikerin eingebunden. Mitarbeiter des Baugeschäfts Amberg (Leeder) hatten das Fundament gesetzt. Und Steinmetz Hermann Ostler (Schongau) hatte ebenfalls einen Beitrag geleistet. Bei der Feier in Lechmühlen befestigte Ostler die Messingscheibe auf der Rückseite des Denkmals.

Von Johann Baptist Baader sei an seinem Geburtsort Lechmühlen leider „nix mehr da“, bedauerte der Vilgertshofener Bürgermeister Dr. Albert Thurner, der als Historiker ebenfalls im Arbeitskreis Kultur in Seestall mitarbeitet. Dabei habe der Lechhansl sein Heimatdorf reich geschmückt, von der Kapelle über die 1930 abgerissene Lenzenmühle bis zum Wohnhaus, das 1924 abbrannte.

Bei der Feier zur Enthüllung des Denkmals richtete Fuchstals Bürgermeister Karg seinen Dank auch an die Familie Durst in Lechmühlen, die das Grundstück zur Verfügung stellte. Die noch vorhandenen acht Bilder des historischen Kreuzwegs, die restauriert wurden und ebenfalls dem Lechhansl zugeschrieben werden, sollen mal im Hoferhaus in Seestall einen würdigen Platz bekommen, bekundete Karg bei der Veranstaltung, die von der Musikkapelle Asch gestaltet wurde. Anwesend waren auch die stellvertretende Landrätin Ulla Kurz, Altlandrat Erwin Filser und Bürgermeister Quirin Krötz aus Rott.

Johannes Jais

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