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Veruntreuung? Braunegger rechtfertigt sich jetzt schon öffentlich

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Von: Johannes Jais

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Andreas Braunegger - Bürgermeister - Denklingen
Trotz noch laufender Ermittlungen äußert sich Bürgermeister Andreas Braunegger schon jetzt öffentlich. © Jais

Denklingen – Anders als bei der jüngsten Bürgerversammlung angekündigt, äußert sich Bürgermeister Andreas Braunegger nun doch öffentlich zur Strafanzeige wegen Verun­treuung. Angestrengt hat diese eine Bürgerin aus dem Dorf; aus ihrer Sicht wurden Streifen an der Birkenstraße und vor allem eine gemeindliche Grünfläche an der Lorenz-­Paul-Straße für 89,50 Euro je Quadratmeter zu billig an Anlieger verkauft. Zu denen gehörten auch Gemeinderäte beziehungsweise Personen aus deren Familien. 

Auf der Bürgerversammlung Ende März wollte der Rathaus­chef zum Vorwurf der Denklingerin („Eine deutliche Klientelpolitik, die da Einzug gehalten hat.“) und zur Kritik wegen unbeantworteter E-Mails keine Stellungnahme abgeben (der KREISBOTE berichtete). Warum? Braunegger begründete dies damit, dass ihn die betroffene Bürgerin wegen Veruntreuung angezeigt habe. Im laufenden Verfahren werde er nicht öffentlich Position beziehen.

In der aktuellen Ausgabe des Mitteilungsblattes für Denklingen, Epfach und Dienhausen – es wird an alle Haushalte verteilt und ist auch online zu lesen – nimmt sich Braunegger noch doch und ausführlich dieses Themas an. Er sei im Januar, als er gerade im Auto unter­wegs war, von der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck informiert worden, dass gegen ihn als Privatperson und auch wegen Veruntreuung ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei.

„Ich kann mir dies nicht erklären und bin mir keiner Schuld bewusst“, schreibt der Bürger­meister im Editorial des Mittelungsblattes. Ausführlich befasst er sich mit dem Thema der rasant gestiegenen Grundstückspreise und mit der Entscheidung des Gemeinderates, aufgrund der Anhebung des Bodenrichtwertes den Preis je Quadratmeter ab Januar 2021 von 89,50 auf 166 Euro je Quadratmeter anzuheben. Die besagten Verkäufe wurden zuvor abgewickelt beziehungsweise zumindest eingefädelt – und zwar noch noch zum günstigen Preis von 89 Euro.

Die Denklinger Bürgerin argumentiert hingegen, die Preise seien 2020 nicht sprunghaft angestiegen. Vielmehr sei der Bodenrichtwert, der bei der späteren Preiserhöhung zugrunde gelegt wurde, bereits bei den „billigen Grundstücksverkäufen“ an die Ratsmitglieder bekannt gewesen. Somit hätte der Preis schon 2020 „zur Anwendung gebracht werden müssen“, erklärt die Anwohnerin.

Zum Abschluss seines Beitrags im Editorial ergänzt Braunegger, sobald der Sachverhalt juristisch geklärt ist, werde er das Ergebnis der Öffentlichkeit mitteilen. Eine Nachfrage des KREISBOTEN per E-Mail an Bürgermeister Braunegger, warum er das Thema schon vor Klärung und entgegen seiner Antwort auf der Bürgerversammlung öffentlich aufgegriffen hat, blieb unbeantwortet. Der Rathauschef war Anfang dieser Woche in Urlaub.

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