Erneuerbares noch mehr nutzen

Vor dem Rathaus weist dieses Schild auf den Kauferinger Energie-Pakt hin. Die Initiatoren hoffen nun auf weitere Unterstützer dieses Projekts, mit dem die Marktgemeinde ihren Beitrag zum baldigen Atomausstieg leisten will. Foto: Weh

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STEPHANIE WEH Kaufering – Was bundespolitisch seit dem Atomunglück im japanischen Fukushima in der Diskussion steht, setzt sich nun auch die Marktgemeinde zum Ziel: Mit dem „Kauferinger Energie-Pakt“ bekräftigen die Unterzeichner, „dass sie den Ausstieg aus der Atomenergie auch zeitnah für richtig halten und deshalb den Ausbau der Erneuerbaren Energien und das Erar­- beiten von Einspareffekten nach Kräften unterstützen werden.“ Die Gründung dieses Energie-Paktes ist das Ergebnis eines ersten Energiegespräches, zu dem Bürgermeister Dr. Klaus Bühler die Fraktionssprecher des gemeinderates, die Ortsvorstände der Parteien sowie Vertreter der Kirchen und Schulen ins Rathaus eingeladen hatte. Die „schrecklichen Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben uns bedrückend vor Augen geführt, wie verhängnisvoll ein so genanntes ‚Restrisiko’ im Bereich der Atomenergie sein kann, das nach menschlichem Ermessen bisher als vernachlässigbar gegolten hat“, heißt es in dem offiziell verfassten und von Bühler, seinem Stellvertreter Norbert Sepp, den Pfarrern Norbert Marxer und Franz Schaumann, den Rektoren Renate Kindermann und Peter Adam sowie den Marktgemeinderäten Hans Koch und Dr. Börries zu Castell unterzeichneten Papier. Ein Restrisiko werde aber immer bleiben, so dass als Konsequenz „die Anwendung dieser Materie, die Fehler nicht verzeiht“, eingestellt werden müsse. Deshalb haben die Unterzeichner mit dem Pakt bekräftigt, den Ausstieg aus der Atomenergie dahingehend zu unter­- stützen, dass zum einen der jetzt noch benötigte Atomstrom durch Erneuerbare Energien und zum anderen durch Einspareffekte ersetzt werde. „Ein ausgewogener Mix aus Photovoltaik, Windenergie, Biomasse, Wasserkraft und Einsparungen muss dabei das Ziel sein“, erklärte Bühler. Der Markt Kaufering will dabei mit gutem Beispiel vorangehen und in einer ersten Stufe bereits angelaufene Maßnahmen, wie zum Beispiel die Nutzung der Sonnenenergie, „zügig weiter ausbauen.“ Dass Kaufering schon im Vorfeld des Unglücks in Japan diesen Weg eingeschlagen hatte, zeigen die jüngst gefassten Beschlüsse für weitere Solarparks entlang der Bahnlinie Kaufering-Landsberg. Eine dritte Alternative auf der „Landsberger Platte“ war wenige Tage vor der Katastrophe mehrheitlich aufgrund der guten Bodenbeschaffenheit abgelehnt worden. Parallel zur ersten Stufe sollen in einem zweiten Schritt die Bürger Kauferings in das Erreichen dieser Ziele miteinbezogen werden. Dazu liegen im Rathaus und in ausgewählten Kauferinger Geschäften Listen aus, in denen Bürger mit ihrer Unterschrift dem „Kauferinger Energie-Pakt“ als weitere Unterzeichner beitreten können, um so ihre Zustimmung zu den Zielen zu zeigen. Die Unterschrift ziehe aber keine „rechtliche oder finanzielle Verpflichtung“ nach sich, betont Bühler in dem Schreiben. „Wir müssen lokal überzeugen und tatkräftig handeln, um global den Ausstieg aus der Atomenergie mit vereinten Kräften unterstützen zu können.“ Positiv aufgenommen wurde der „Energie-Pakt“ auch von den Fraktionen der CSU, SPD und GAL: „Wir begrüßen es, dass dieses Energiegespräch den ersten konkreten Schritt bewirkt hat und ein Energiepakt für den Markt Kaufering gegründet worden ist.“ Man freue sich auf die gemeinsame, konstruktive Arbeit am zukünftigen Kauferinger Energiekonzept.

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