Erpfting mit "Pilotprojekt": Seniorenmanager soll das Quartierskonzept umsetzen

Ein Marktplatz der Generationen 

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In 17 Jahren sind rund 50 Prozent der Erpftinger älter als 65 Jahre – mit einem Seniorenmanager reagiert die Stadt Landsberg jetzt auf diese demografische Entwicklung.

Landsberg – Er soll dafür sorgen, dass Senioren möglichst lange zuhause leben können: der Seniorenmanager, ein Kümmerer um die Belange älterer Menschen. Dass der Stadtteil Erpfting als ‚Pilot­projekt‘ einen solchen bekommt, beschloss der Sozial- und Kulturausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Für ihn wird nun im städtischen Personalhaushalt eine halbe Stelle neu geschaffen.

In 17 Jahren werden rund 50 Prozent der Erpftinger Bürger mindestens 65 Jahre alt sein. Um älteren Menschen zu ermöglichen, so lange wie es geht zuhause wohnen bleiben zu können, sind Versorgungsmöglichkeiten vor Ort notwendig. „Es mangelt jedoch an Pflegeeinrichtungen, medizinischer und auch sonstiger Versorgung vor Ort“, betont Annette Geiger, die als Fachfrau im Rahmen des staatlichen Projekts „Marktplatz der Generationen“ die Erpf­tinger begleitet.

Es gibt kein Ladengeschäft in Erpfting, der mobile Metzger kommt gar nicht mehr, der Bäcker nur noch einmal pro Woche. Zudem ist keine Apotheke vorhanden und Ärzte sitzen vornehmlich in der Stadt Landsberg. Damit werde die Teilhabe der älteren Menschen massiv eingeschränkt, betont Geiger. Es gelte also auch, Vernetzungspunkte zu schaffen. Zudem müsse man neue Wohnoptionen in Form von Mehrgenerationenpro­jekten überdenken.

Im Büro vor Ort

Aus der Nachbarschaftshilfe Erpf­ting habe sich der ‚Arbeitskreis Dorfentwicklung Erpfting‘ gebildet und ein „Quartierskonzept“ entwickelt. Momentan werde ein passender Maßnahmen­katalog aufgestellt. Ein Seniorenmanager samt Büro vor Ort soll die Aktionen zur Umsetzung dieser Maßnahmen planen und koordinieren. Und er soll direkter Ansprechpartner für die Erpftinger Bürger sein. Der Stadtteil sei eben „schnell genug“ gewesen, um eine Förderung noch beantragen und so als „Pilotprojekt“ starten zu können, lobt Geiger. Erpfting gehört damit zu den insgesamt 30 Gemeinden in Bayern, die am Projekt „Marktplatz der Generationen“ beteiligt sind. Die anderen Ortsteile der Stadt Landsberg seien aber von Anfang an mitbedacht worden.

Die Stelle für den Seniorenmanager soll für Erpfting (und folgend Ellighofen) 19,5 Stunden betragen. Aufgrund des zügigen Handelns der Gemeinde könne ein Großteil der anfallenden Personal- und Sachkosten über das staatliche Programm „Selbstbestimmtes Leben im Alter“ finanziert werden. Für die förderfähige Zeit von vier Jahren rechne man mit Kosten für Stelle und Büro – „eher etwas Kleines“, konkretisierte Sommer – zwischen 116.000 und 123.000 Euro – je nach Qualifikation des Seniorenbeauftragten. Der Anteil für die Stadt Landsberg liege voraussichtlich bei 36.000 bis 43.000 Euro, der Förderantrag wurde bereits gestellt. Im Haushalt sind die Mittel für einen Seniorenbeauftragten (Vollzeit) eingestellt, zudem pro Ortsteil 10.000 Euro. Die halbe Stelle könne man auf die bereits einge­stellte anrechnen. Nach vier Jahren sei eine Reduzierung der Stunden möglich.

Keine Luftnummer

Man solle sich bewusst sein, dass eine Entscheidung für dieses „Pilotprojekt“ auch die Entscheidung für die weiteren Ortsteile beinhalte, betonte Stefan Meiser (ÖDP). „Wenn wir die Förderung beantragen, muss die Stadt diesen Weg gehen. Es geht mir um eine Verstetigung, nicht dass es eine Luftnummer ist, die nach vier Jahren abgebrochen wird.“

Man solle diese halbe Stelle jetzt schaffen, befürwortete auch der dritte Bürgermeister Felix Bredschneijder (SPD). „Das ist in der aktuell wirklich extremen Haushaltslage keine Selbstverständlichkeit, sondern macht deutlich, wie wichtig wir das finden.“ Er erhoffe sich von diesem Pilotprojekt, dass es sich in Zukunft auch auf Landsberg Stadt übertrage. Die volle Stelle für einen weiteren Seniorenbeauftragten für Stadtgebiet und weitere Ortsteile werde man aber noch schieben müssen.

Die Ausschussmitglieder votierten einstimmig für den Vorschlag der Verwaltung. Allerdings wird die halbe Stelle nur geschaffen, wenn vom Freistaat eine entsprechende Förderzusage vorliegt. 

Susanne Greiner

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