Jugendplatz Erpfting eröffnet:

Lautsein erlaubt

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Nach 13 Jahren wurde der Jugendplatz Erpfting offiziell eröffnet und gesegnet. Vor Kletterfelsen, Nestschaukel taten das OB Mathias Neuner, Stadträtin Petra Kohler-Ettner, Ortssprecher Markus Salzinger und Landschaftsarchitekt Bernd Großmann (von links).

Landsberg – Nach insgesamt 13 Jahren offiziell gesegnet und eröffnet: Der Jugendplatz in Erpfting brauchte lange bis zur Vollendung. Doch was lange währt wird bekanntlich gut. Tagsüber können sich die „Kurzen“ an Kletterwand, Skaterbahn und Seilbahn austoben, abends bietet die Feuerstelle den Größeren einen Ort, um sich ungestört zu treffen. Da bleibt eigentlich nur, Oberbürgermeister Mathias Neuners Aufforderung bei der Eröffnung zu folgen: „Und jetzt spielt, der Platz gehört euch!“

„Das hat gefühlte hundert Jahre gedauert“, schmunzelt Ortssprecher Markus Salzinger. Gebaut haben den Platz der städtische Bauhof und Landschaftsarchitekt Bernd Großmann. Der Platz werde bereits gut angenommen, denn die Wünsche der Jugendlichen standen im Vordergrund: Alles, was im Budget lag, wurde verwirklicht. Gekostet hat der Platz 75.000 Euro, davon entfallen 35.000 Euro auf die Arbeitsleistung, Material und Spielgeräte kosteten 32.000 Euro, der Rest war für die Planung. „Insgesamt ist das extrem günstig“, urteilt der OB. Das liegt am Bauhof – ein externes Unternehmen wäre sicher teurer gewesen – und an Großmanns Engagement. Der sorgte zudem dafür, dass sich die Jugendlichen in selbstgestalteten Beton-Sitzwürfeln individuell verewigen konnten.

Der erste Ideenfunke zündete 2004: Ein Ort für die Erpftinger Jugendlichen sollte her. Zwei Bauwagen wurden aufgestellt, doch das Konzept ging nicht auf, da die unbetreuten Jugendlichen im uneinsichtigen Wagen Ärger stifteten. Stadträtin Petra Kohler-Ettner (CSU), damals Erpftingerin und auch Jugendreferentin, stellte 2009 einen Antrag auf Bau des Jugendplatzes. Bis man sich auf Konzept, Ort und Stelle geeinigt hatte, gingen weitere sieben streitbare Jahre ins Land (der KREISBOTE berichtete), bis 2016 endlich der erste Spatenstich erfolgte.

Pfarrer Johannes Huber segnete den Platz und betonte die Möglichkeit, hier mit realen Freunden im Kreis um ein Feuer zu sitzen, „denn virtuell allein reicht zur sozialen Vernetzung nicht aus.“ Anstatt eines Schlüssels gab’s für den OB zur Einweihung ein Paar Tischtennisschläger. „Hier können sich die Jugendlichen jetzt austoben und laut sein, auch nachts. Beschwerden gehen an den Ortssprecher und der ignoriert’s dann“, schloss Neuner lachend. Da es keinen Stromanschluss gibt und die Entfernung bis zum nächsten Wohnhaus weit ist, scheint es aber eher unwahrscheinlich, dass es zu laut wird. Und wenn doch? Dann sollte, so Neuner, „Jugendlärm eigentlich Musik für uns Ältere sein“.

Susanne Greiner

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