Erst in drei Jahren gut gerüstet? – Freiwillige Feuerwehr Leeder muss auf das neue Löschfahrzeug warten

Die Freiwillige Feuerwehr Leeder braucht ein neues Löschfahrzeug, muss sich aber noch in Geduld üben. Das über 20 Jahre alte LF 16 ist von der Technik her schon ziemlich veraltet. Wie Bürgermeister Erwin Karg auf Anfrage erklärte, könnte er sich vorstellen, dass die Gemeinde diese Neuanschaffung erst im Haushaltsjahr 2012 oder 2013 schultern kann. Denn für das Löschfahrzeug kämen zwischen 370000 und 400000 Euro auf die Kommune zu.

Diese stolze Summe kostet das Hilfeleistungslöschfahrzeug, kurz HLF 20/16, das die Brandschützer ins Auge gefasst haben. Dabei handelt es sich um das gleiche Modell, das sich die Feuerwehr Denklingen im vergangenen Jahr angeschafft hat. An staatlichen Zuschüssen kann die Gemeinde Fuchstal nach derzeitigem Stand etsa 80000 Euro erwarten. Wie der Leederer Kommandant Martin Guggenmos erläutert, sei die Neuanschaffung vor allem für den Einsatz bei Verkehrsunfällen nötig. „Wir haben ziemlich viele Einsätze auf der B17.“ Dort werde die Wehr sehr oft zu schweren Verkehrsunfällen gerufen. Das jetzige Feuerwehrfahrzeug (Baujahr 1987) sei dafür aber nicht mehr auf dem neuesten Stand. So seien zum Beispiel Rettungsschere und Spreizer des alten LF 16 ungenügend, da neuere Autos, aus denen Personen gerettet werden müssen, stabiler gebaut sind. Zudem wären neue Rettungszylinder unbedingt nötig. Sie kommen beim Auseinanderdrücken von Fahrzeugen zum Einsatz. Schlechte Beleuchtung Und über einen Hochdrucklüfter verfügt das alte LF 16 ebenso wenig. Dieser würde zum Beispiel für das Belüften von verrauchten Wohnungen gebraucht. Außerdem ermögliche das alten Fahrzeug der Wehr nur eine unzureichende Beleuchtung von Unfallorten. Diese sei umso mehr von Bedeutung, als etwa die Hälfte der Unfälle, bei denen die Leederer Floriansjünger zu Hilfe eilen, in der Nacht passierten, weiß Guggenmoos. Und auch zum Ausleuchten eines Hubschrauberlandeplatzes wäre eine andere Beleuchtung nötig. Eine entsprechende Umrüstung des alten Fahrzeuges würde sich nicht rechnen, da ein kompletter Umbau nötig wäre. Zudem stoße man nach Darstellung des Kommandanten mit dem 12-Tonnen-Fahrgestell bereits fast an die Gewichtsgrenze. Größere und damit schwerere Aufrüstungen wären nicht mehr möglich. Es kränkelt schon Die Freiwillige Feuerwehr hofft nun darauf, dass der Gemeinderat die Anschaffung bewilligen wird. Denn das alte Modell fängt bereits „zu kränkeln“ an, wie Guggenmos feststellen musste: So ist zum Beispiel das ABS kaputt, und das Martinshorn musste auch eben erst ersetzt werden. Pro Jahr werden die Leederer Floriansjünger etwa 30 bis 35 Mal gerufen. Wie anderswo auch entfallen weniger als ein Viertel der Einsätze auf Brände – mehr als drei Viertel auf technische Hilfeleistungen. In den letzten neun Jahren zählte die Feuerwehr des Fuchstaler Ortsteils insgesamt 64 Schwerverletzte und elf Tote.

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