Erst Schilder, dann Knöllchen – Geltendorf sagt allzu bequemen Falschparkern den Kampf an

Strafzettel für Falschparker, ja oder nein? Diese Entscheidung hat der Gemeinderat vorerst aufgeschoben. Nach dem Willen Bürgermeister Wilhelm Lehmanns (CSU) soll die Gemeinde die Dienste des Zweckverbands kommunale Verkehrs­- überwachung auch für den ruhenden Verkehr in Anspruch nehmen. Dies vor allem, um den Anwohnern am Bahnhof das Leben zu erleichtern, deren Straßen und Grundstückseinfahrten häufig zugeparkt werden. Die Ratsmehrheit möchte jedoch zuerst ein Verkehrskonzept aufstellen.

Seit einigen Wochen ist die Gemeinde Mitglied im Zweckverband und will ab dem kommenden Jahr wieder Geschwindigkeitsmessungen durchfüh­- ren lassen. Lehmann hätte nun gerne auch die Überwachung von Falschparkern in Auftrag gegeben. Die Anwohner am Bahnhof würden durch parkende Pendler massiv beeinträchtigt, „zum Teil kommen die Leute kaum noch aus ihren Grund­- stücken raus“. Dies, obwohl im hinteren Bereich des Park & Ride-Platzes häufig noch Stellplätze frei sind, „aber es ist natürlich unpopulär, so weit zu laufen“. Dreimal rangieren Um aber Fremdparker in den Wohnstraßen belangen zu können, müssten zuerst Haltever­bots­schilder aufgestellt werden, erinnerte SPD-Rat Wolf- gang Albertshofer. Momentan sei es schließlich rechtens, am Straßenrand zu parken. Wer sein Fahrzeug so abstelle, dass er einen anderen Autofahrer zu dreimaligem Rangieren zwinge, verhalte sich nicht mehr rechtens, konterte Lehmann. Doch weder diese Regelung noch Halteverbote würden etwas nützen, wenn sie nicht kontrolliert würden. Die Überwachung des ruhenden Verkehrs durch die Mitarbeiter des Zweckverbands würde die Gemeinde 28 Euro pro Stunde kosten. Die gewünschte Stundenzahl sei beliebig buchbar. Alles überzogen? Josef Weiß (CSU) sprach sich gegen zusätzliche Schilder aus, zumal dann Anliegerausweise für die Bewohner des Bahnhofviertels und ihre Besucher ausgestellt werden müssten. „Geltendorf ist ein Dorf, das ist doch alles überzogen.“ Christian Engelstädter (CSU) mahnte zur Behutsamkeit, „denn die Anwohner und die Parker sind schließlich beide Gemeinde­bür­ger“. Am Ende einigte man sich darauf, das Thema an den Verkehrsausschuss zu verweisen. Er soll ein Konzept für die Einrichtung zusätzlicher Halteverbote aufstellen und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorlegen. Erst danach wird beschlossen, ob künftig Knöllchen ausgeteilt werden oder nicht.

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