Erst in die Tiefkühltruhe

Die Gründerinnen des Vereins „Katzentatzen“ (von links): Andrea Mittermeir, Marion Gleißner, Inge Matschke und Annette Dietze. Foto: Osman

Es ist eine traurige Erfahrung, die mancher Besitzer einer freilaufenden Katzen machen muss: Die Mieze kommt von einem ihrer Streif­züge nicht zurück. Häufig folgt dann eine tagelange Suche, die Straßen der Umgebung werden abgeklappert, Zettel an Laternenmasten geklebt. Findet man die Katze nicht wieder, bleibt die quälende Ungewissheit über ihr Schicksal. Hat jemand das Tier einfach mitgenommen? Hat es sich verletzt irgendwo hingeschleppt oder liegt es tot im Straßengraben? „Furchtbar“, sagt Andrea Mittermeir. Sie hat deshalb gemeinsam mit drei Mitstreite­- rinnen den Verein „Katzentatzen... wir hinterlassen Spuren“ gegründet.

Der Vereine kümmert sich unter anderem um die Bergung toter Katzen und darum, deren Besitzer ausfindig zu machen. Trägt das Tier eine Kennzeichnung, zum Beispiel eine Tätowierung oder einen implantier­- ten Chip, kann über die umliegenden Tierarztpraxen oder das Haustierregister TASSO der Besitzer kontaktiert werden. Katzen ohne Kennzeichnung bewahrt der Verein eine Zeitlang auf, tiefgefroren, und führt sie schließlich einer Sammeleinäscherung zu. Damit eine Identifizierung auch danach noch möglich ist, werden Fotos gemacht und archiviert. „So kann der Besitzer auch noch zu einem späteren Zeitpunkt Gewissheit über den Verbleib seines Schützlings erhalten und Abschied nehmen“, sagt Mittermeir. Sie sagt auch: „Es sollte selbstverständlich sein, eine tote Katze zu melden. Genauso selbstverständlich, wie wenn man einen Geldbeutel findet.“ Große Mühe macht das nicht – es reicht schon ein Anruf beim Fundamt der Gemeinde oder eben dem Verein. „Die Einstellung, ,gehört mir nicht, geht mich nichts an‘ ist leider weit verbreitet“, so die 41-Jährige, die im Geltendorfer Ortsteil Hausen lebt und sich bereits vieler Samtpfoten angenommen hat. Sensibilisierung ist eines der großen Themen, die sich „Katzentatzen“ auf die Fahnen geschrieben hat. Auch lebendige Streuner werden allzu oft ihrem Schicksal überlassen, weil sich niemand zuständig fühlt. Dabei gibt es sogar eine gesetzliche Verpflichtung, ein gefundenes Tier der Gemeinde, dem örtlichen Tierschutzverein oder dem Tierheim zu melden. Kann kein Besitzer ermittelt werden, muss zunächst die Gemeinde für die artgerechte Unterbringung und Fütterung aufkommen und auch eventuell anfallende Tierarztkosten bezahlen. Einfach behalten darf man ein heimatloses Tier übrigens nicht – Fundunterschlagung nennt das der Gesetz­- geber. „Aber wenn jemand ein zugelaufenes Tier aufnehmen möchte und ihm geeignete Bedingungen bieten kann, ist das in vielen Fällen natürlich möglich“, sagt Mittermeir. Die Gemeinden sind dankbar, und die meist voll belegten Tierheime erst recht. Damit es insgesamt weniger Streuner gibt, kämpfen Mittermeir und ihr Verein für eine Kastrations- und Kennzeichnungs­pflicht von Katzen. „Das würde den Tieren eine Menge Leid ersparen – es wäre so einfach.“ Nähere Informationen unter www.katzentatzen.org.

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