Wo Erste Hilfe Ausnahme ist – Michael Widemann rettet alte Dame mit beherztem Einsatz

Ein junger Mann rettet eine alte Dame vor dem sicheren Erstickungstod – und das in einer vollbesetzten Gastwirtschaft. So geschehen im „Alten Wirt“, wo sich die 87-jährige Monika Wegele an einem Stück Fleisch verschluckte. Der Lebensretter, der 26-jährige Michael Widemann aus dem Nachbarort Eresing, wusste scheinbar als Einziger, was zu tun war und leistete erste Hilfe – er ganz alleine.

Sonntag Mittag, der Gast­raum in der beliebten Dorfwirtschaft im Schatten des Geltendorfer Maibaums ist mit rund 60 Leuten voll besetzt. Unter den Gästen ist auch Monika Wegele mit ihrer Tochter und deren Familie. Die alte Dame leidet an einer Demenzer­kran­- kung und neigt dazu, beim Essen den Mund buchstäblich zu voll zu nehmen. „Ich habe nur einen Moment nicht achtgegeben“, berichtet Tochter Agnes Babst nach dem Vorfall geschockt. Der Moment reicht aus: Monika Wegele verschluckt einen viel zu großen Bissen. Kurz darauf bemerkt die Tochter, dass die Mutter nach Luft ringt, will sie vor die Tür begleiten. Noch auf dem Weg sackt die alte Dame in sich zusammen. Schnell ins Freie Alle Gäste sehen das, doch nur einer reagiert: Michael Widemann. Er ist seit elf Jahren in der freiwilligen Feuerwehr aktiv und fit in Erster Hilfe. Widemann eilt Mutter und Tochter nach. Gemeinsam schaffen sie Monika Wegele ins Freie. Während die Bedienung noch nach dem Notarzt telefoniert, ist dem jungen Mann klar, dass keine Zeit zu verlieren ist. Die alte Dame verkrampft sich, läuft blau an, verdreht die Augen. Die Atmung wird immer schwächer. Widemann gelingt es, das Gebiss zu entfernen und anschließend den Rachen auszu­räumen – gerade noch. Der wenig später eintreffende Notarzt hätte nicht mehr helfen können. So aber muss er die Patientin lediglich zur Beobachtung ins Klinikum Landsberg ein­weisen, wo sie nach zwei Tagen ohne Folgeschäden entlassen werden kann. Ohne den jungen Feuerwehrmann wäre sie nicht mehr am Leben. Niemand stand auf Der jedoch bleibt bescheiden und will keine großen Dankesworte hören. „Was mich allerdings geschockt hat, war die Gleichgültigkeit der anderen Gäste“, sagt er. „So etwas hört man aus Großstädten, aber ich hätte gedacht, dass bei uns auf dem Land die Hilfsbereitschaft größer ist.“ Aber niemand stand auch nur von seinem Stuhl auf. Als Monika Wegele ihren Retter nach einigen Tagen wiedersieht, kann sie sich weder an ihn noch an den Vorfall erinnern. Von ihren Kindern erhält er zum Dank einen Gutschein für ein Essen im Alten Wirt – diesmal hoffentlich ohne dramatischen Zwischenfall.

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