"Verantwortung übernehmen"

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Die Schüler der Koordinationsgruppe „Fairtrade“ mit den betreuenden Lehrern Iris Nowotny, Hermann Pacher (beide rechts) und Schulleiter Bruno Bayer (hinten links).

Landsberg – Als erste Schule im Landkreis Landsberg darf sich das Dominikus-Zimmermann-Gymnasium ab nächster Woche „Fairtrade School“ nennen. Im Rahmen eines Festakts am Mittwoch wird die Fairtrade-Botschafterin Hannah Rüther die Auszeichnung offiziell verleihen.

„Die Idee, sich als Fairtrade School zu bewerben, entstand nach der Auszeichnung Landsbergs als Fairtrade Town“, erzählt Hermann Pacher, Fachbetreuer für Geografie und Organisator der Fairtrade-Aktivitäten an der Schule. Ein W- Seminar der Q11/Q12 habe im Rahmen des Unterrichtsthemas „Fairer Handel“ das Bewerbungsprojekt der Stadt unterstützt und sich aktiv dabei eingebracht. 

Im Mai 2014, nach der Auszeichnung der Stadt, habe dann die Fairtrade-Botschafterin Hannah Rüther angefragt, ob sich die Schule selbst auch als Fairtrade School bewerben möchte. Die Idee sei bei Schülern, Kollegium, SMV und Schulforum auf großes Interesse gestoßen, meint Pacher: „Wir haben außerdem gemerkt, dass wir die Bewerbungsbedingungen relativ pro- blemlos umsetzen können“. Denn das Projekt könne sehr vielschichtig behandelt werden, beispielsweise in den Fächern Religion und Ethik, Geografie, Wirtschaft, Kunst und den Fremdsprachen. 

Fünf Kriterien gilt es insgesamt zu erfüllen: die Thematisierung des Fairtrade-Gedankens in mindestens zwei unterschiedlichen Unterrichtsfächern und Klassenstufen, die Gründung eines Schulteams, das Erstellen eines Konzepts zur Umsetzung des Fairtrade-Gedankens an der Schule, der Verkauf und Verzehr von fair gehandelten Produkten und mindesten eine Schulaktion zum Thema pro Schuljahr. Dies ist das Minimum, doch am DZG passiert viel mehr: bereits etablierte Projekte wie die Nikolaus- und die Valentins-Rosen-Aktion wurden auf Fairtrade- Produkte umgestellt, die Heißgetränke im Lehrerzimmer ausgetauscht, zu mehreren Anlässen finden Verkäufe von Fairtrade-Produkten in Kooperation mit dem Weltladen statt und natürlich gibt es mehrere Schulprojekte zum Thema. 

So wird ein Kunstkurs Banderolen für eine faire Stadt-Schokolade gestalten, die in der Schule, aber auch im nahegelegenen Rewe-Markt erhältlich sein wird. Eine andere Gruppe ist dabei, in Zusammenarbeit mit der Stadt einen „Fair“-Führer zu erstellen, auf dem alle Unternehmen mit fairen Produkten zu finden sind und der in der Tourist-Info ausliegen wird. Auch das Sortiment der Cafeteria soll um einige Fairtrade-Artikel erweitert werden. 

Um die Koordination und Umsetzung des Ganzen kümmert sich eine rund 20-köpfige Gruppe von Zehntklässlern, die die Projekte, vor allem die Verkaufsaktionen eigenverantwortlich planen. „Es macht großen Spaß“, erklärt die Sprecherin der Gruppe, Christina Seliger. „Man lernt etwas und kann auch etwas bewirken.“ Es sei schon deutlich, dass ein Informationsbedarf da sei, bei Schülern, aber auch bei den Eltern. „Die meisten lassen sich erst einmal erklären, was hinter Fairtrade steht und finden das dann auch gut.“

Sichtbar machen

„Es ändert sich prinzipiell etwas“, betont der Schulleiter Bruno Bayer des DZG, „Kinder und Jugendliche haben ein deutliches Gespür für Ungerechtigkeit. Der globale Handel, die Reduzierung der Kinderarbeit sind Themen, die zu der Klientel einer Schule passen, denn unser Bildungsauftrag liegt auch im Bereich des Ethischen. Wir müssen schließlich Verantwortung für das Ganze übernehmen. Wir machen den Fairtrade-Gedanken in der Schule sichtbar und möchten so das Bewusstsein dafür bei den Schülern wachhalten und über die Schüler auch in die Familien tragen.“

Patricia Eckstein

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