Erste Verstärkung an Bord

Hat derzeit fürwahr keine leichte Aufgabe: EVL-Trainer Dave Rich (links). Foto: Krivec

Vor den Spielen gegen Passau und Bad Tölz (nach Redaktionsschluss) konnte man beim EVL schon gar nicht mehr von einer Personaldecke sprechen, eher von einem -deckchen. So musste die Truppe von Dave Rich am Freitag mit drei Verteidigern antreten, was der Trainer natürlich gar nicht spaßig fand. „Ich habe nur noch Nörenberg, Zeck und Köllner. Also muss Barz hinten aushelfen.“ Dass der Kapitän damit als belebendes Element in der Offensive ausfällt, musste Rich in Kauf nehmen. Zumindest teilweise ausgleichen soll das künftig Troy Bigam, der am Donnerstag vom SC Riessersee verpflichtet werden konnte – nach der Rückkehr von Tobias Schwab war dort offenbar kein Platz mehr für ihn.

Der 34-jährige Deutschkanadier sei kein reiner Torjäger, so Rich, „aber als älterer Spieler wird er uns hoffentlich schon weiterhelfen.“ Bei 1,78 Metern Körpergröße bringt Bigam 85 Kilo Kampfgewicht mit. Wenn dann in drei Wochen der verletzte Philipp Michl zurückkehrt, ist man vorne gar nicht mehr so schlecht besetzt. „Das ist gut, dann gibt es auch einen Konkurrenzkampf im Sturm, davon kann im Moment nicht die Rede sein“, so der Coach, der den einen oder anderen Spieler bei mangelnder Einstellung gerne einmal auf der Bank sitzen lassen würde. Diese Strafmaßnahme reichte bei Florian Ullmann offensichtlich nicht mehr aus. „Klar, er ist noch Juniorenspieler. Aber er ist mit einem Profivertrag zu uns gekommen, so muss er sich dann auch verhalten“, so Rich. „Wenn ich öfter zu spät komme und auch sonst nicht bereit bin, alles dafür zu tun, um mich zu verbessern, bringt das nichts. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass ihm das Leben neben der Eisfläche wichtiger war als das Eishockey.“ Auch zwei Einzelgespräche hatten nicht gefruchtet, also nahm Rich Ullmann aus dem Kader. Um so dringender müssen jetzt Verstärkungen her und der Trainer hofft, dass das die angespannte Finanzlage beim EVL auch zulässt. „Einen Spieler bezahlt die Fangruppe und Bigam kann mit dem Geld für Ullmann und Stotz finanziert werden. Jetzt müssen wir noch Ricky Helmbrecht ersetzen, das war ja nicht geplant, dass er geht.“ Dass der Amerikaner so plötzlich aus privaten Gründen freigestellt wurde, tut dem Trainer „persönlich leid, er ist ein netter Kerl.“ Zwar habe er in Landsberg nicht immer überzeugend gepielt, „aber er hat ja schon bewiesen, dass er ein guter Verteidiger ist. In einem Team mit anderen Mitspielern kann er selbst natürlich auch ganz anders auftreten.“ Gesucht ist jetzt mindestens ein Verteidiger auf der Kontingentstelle. Rich: „Einfach ist das nicht, aber vielleicht finden wir ja jemanden, der bei seinem Verein nicht zufrieden ist und den wir finanzieren können. Ich habe zu jedem Spielervermittler gesagt, er kann uns Leute zum Probetraining schicken, egal ob das Kanadier oder Slowaken sind, notfalls trainiere ich auch mit 30 Leuten, aber wir brauchen dringend jemand, der uns in der Defensive weiterhilft.“ Sollte der Wunsch des Trainers nach einem neuen Spieler erfüllt werden, dürfte es deshalb ebenfalls ein Verteidiger werden, „wenn uns nicht noch ein absoluter Knipser angeboten wird.“ Eher eine Investition in die Zukunft dürfte dagegen die geplante Verpflichtung des AEV-Junioren Maximilian Merkle werden, so sie im Dezember klappt. Der 20-Jährige rechnet sich wohl keine Chance auf DEL-Einsätze aus, ist aber Topscorer bei den Junioren. Für die nächsten Tage heißt es aber für die dezimierte Truppe von Dave Rich erst einmal noch Zähne zusammenbeißen. Der 41-Jährige bittet auch die Fans um Verständnis: „Ich hoffe, die Zuschauer sehen und verstehen unsere Situation und haben jetzt ein wenig Geduld.“ Nach dem 7. November steht die zweiwöchige Länderspielpause an, „bis dahin müssen wir jetzt einfach irgendwie durchkommen.“

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