eAutos als Publikumsmagnet

eRUDA in Landsberg: Schaufenster der eMobilität

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Alt und Neu der eMobilität waren bei der eRUDA auf dem Landsberger Hauptplatz zu bestaunen. Rechts der gelbe "Detroit Electric 90 Coupé" aus dem Jahr 1913, das älteste in Europa zugelassene Elektrofahrzeug. Links das neue und viel diskutierte Tesla Model 3 mit Autopilot.

Landsberg – Drei autonarrische Brüder hatten das Sagen bei der sechsten Auflage der eRUDA-Rallye, wobei sie statt Benzin „Strom im Blut“ haben: Martin Hillebrand sorgte für den Start der 259 Teilnehmer in Weilheim, Michael Hillebrand empfing die Fahrer mit ihren Elektro-Autos in Landsberg, während Werner Hillebrand-Hansen für die Gesamtorganisation zuständig war. Zusammen mit der Landsberger Energieagentur LENA und ihrer Ausstellung „Landsberg eMOBIL“ sorgte er für das bislang größte Spektakel um eAutos nach dem Motto „Tankst Du noch oder lädst Du schon?“.

Ursprünglich als wertungslose Rallye mit dem Namen „Elektrisch rund um den Ammersee“ für den Test der Leistungsfähigkeit von Elektrofahrzeugen ins Leben gerufen, hat sich die eRUDA zur größten eMobilitätsveranstaltung Deutschlands gemausert. Allein vom letzten Jahr zu heuer stieg die Teilnehmerzahl von 165 auf 259 aus sieben Ländern. Wobei aus Stadt und Landkreis Landsberg nur rund ein Dutzend Fahrzeuge dabei waren.

Das herrliche Herbstwetter sorgte für viele Besucher vor allem auf dem Hauptplatz, wo die Teilnehmer in zwei Gruppen ankamen. 154 Fahrer waren vom Weilheimer Festplatz gestartet, um nach einer Ammersee-Umrundung nahezu lautlos nach Landsberg zu rollen. 105 hartgesottene eMobilisten erreichten nach 350 Kilometern Fahrt Stunden später das Ziel in der Lechstadt. Sie waren Teilnehmer der „eRUDA-Challenge“. Von Weilheim aus sind sie nach Österreich und über die Ötztaler Gletscherstraße zum Rettenbachferner/Sölden auf 2.830 Metern Höhe gefahren und erst von da aus schnurstracks nach Landsberg. Ganz Mutige hatten sich vor dem Start die eLadeklappen zukleben und verplomben lassen um zu beweisen, wie weit sie mit einer Ladung kommen. Das klappte jedoch nicht bei allen. Laut Werner Hillebrand-Hansen mussten ein Dutzend Teilnehmer die Plombe doch lösen und Strom nachtanken.

Endlich in Landsberg angekommen, wurden die Fahrer vom interessierten Publikum mit Fragen gelöchert, wobei besonders die Tesla-Modelle im Mittelpunkt standen. Dass das Interesse für die Mobilität der Zukunft groß ist, konnten auch die örtlichen Händler feststellen, die mit ihren aktuellen eAutos als Aussteller präsent waren. Ob bei Leaf vom Autohaus Schaller, Zoe von Auto-Nadler oder Ioniq von Auto-Sangl – die Skepsis der Autofahrer gegenüber eAutos wird weniger, vor allem nach einer Probefahrt, von der viele Gebrauch machten.

Leider liefen die deutschen Autohersteller dem Elektrotrend hinterher, bedauerte Werner Hillebrand-Hansen gegenüber dem KREISBOTEN. Lieferzeiten von bis zu zwei Jahren müssten bei richtiger Planung nicht sein. Während hierzulande gerade mal zwei Prozent aller Autos elektrisch angetrieben werden, wachse der Absatz in den USA und in China geradezu sprunghaft an. Das neue Model Tesla 3 sei serienmäßig sogar schon für autonomes Fahren ausgestattet, von dessen Funktionalität sich Hillebrand-Hansen kürzlich bei einer Fahrt von München nach Frankfurt selbst überzeugen konnte. Nur bei Baustellenverengungen habe er in die Lenkung eingreifen müssen.

Trotzdem sei Hillebrand-Hansen überzeugt, dass in fünf Jahren die Hälfte aller Neuwagen eAutos sein werden. Die Reichweite wachse, die Anzahl der Ladesäulen werde ständig erweitert und die Ladezeiten würden kürzer.

Dieter Roettig

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