Mit Bordstein geht ja gar nicht!

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Soll die Herzog-Ernst-Straße nach der Sanierung von Kanal und Wasser ebenfalls mit chinesischem Granit gepflastert werden? Der Finanausschuss sprach sich dafür aus

Landsberg – Ein Hauch von Schwarz-Grün ist am Mittwoch durch den Finanzausschuss geschwebt, als es um die künftige Gestaltung der Herzog-Ernst-Straße ging. Zusammen mit der Landsberger Mitte votierten die Mitglieder der CSU und der Grünen für das „neue“ Pflaster, das schon auf dem Hauptplatz Verwendung fand.

SPD, UBV und BAL sprachen sich dagegen dafür aus, das dafür vorgesehene Geld zu sparen und nach den notwendigen Sanierungsarbeiten an Kanal und Wasserleitungen den bisherigen Belag weiterzuverwenden. Damit scheiterte der entsprechende Antrag von Reinhard Skobrinsky (BAL) mit 6:9 Stimmen.

Knapp 140 Paletten Granitpflaster aus China lagern seit der Fertigstellung des Hauptplatzes im Frauenwald – eine laut OB Neuer „übliche Mehrmenge“ nach dem Umbau

Skobrinsky hatte 150000 Euro für die Maßnahme im Haushalt entdeckt – eine seiner Meinung nach unnötige Ausgabe. „Das ist eine völlig intakte Straße, die jetzt ohne jeden Verkehr ist, es ist überflüssig, die zu sanieren.“ Dieses Geld solle man stattdessen für die dringend notwendige Sanierung des Bayertores verwenden, forderte der BAL-Stadtrat, „denn wenn man das inzwischen sieht, kann man nur noch entsetzt sein.“ Dieter Völkel (SPD) unterstützte den Antrag auch aus ästhetischen Gründen. Mit einer einheitlichen Pflasterung könne man jedenfalls nicht argumentieren: „Der Hauptplatz ist eigentlich abgeschlossen. Die Salzgasse lassen wir ja sicher so, wie sie ist, das Klösterl auch. Da frage ich mich, ob das dann in der Herzog-Ernst-Straße wirklich sein muss.“ Er habe aus städtebaulicher Sicht „schon große Zweifel, ob das mit dem neuen Pflaster überhaupt gut ausschaut.“

Warum die Ausgestaltung mit dem chinesischen Pflaster überhaupt soviel teurer wird, obwohl die Steine dafür bereits seit Jahren angeschafft sind und im Frauenwald lagern, erläuterte dann Tiefbauamtschef Hans Huttenloher dem Ausschuss: „Wenn das alte Pflaster bleibt, sind die Stadtwerke für die Wiederherstellung der Straße zuständig, das kostet dann rund 18000 bis 20000 Euro.“ Verlegt dagegen die Stadt ihr neues eigenes Pflaster, wird es teurer. Die vorsorglich eingestellten 150000 Euro benötige man aber nicht, so Huttenloher. „Das sind eher unge­fähr 80000 Euro, da sind auch Planungskosten dabei, weil wir wohl nur Städtebauförderung bekommen, wenn wir gleich ein Gesamtkonzept bis zur Schlossergasse vorlegen.“

Der entschiedenste Fürsprecher für das neue Pflaster im Hauptplatz-Stil fand sich im Oberbürgermeister, der Skobrinsky vorhielt, dass sein Antrag „überhaupt keinen Sinn“ ergebe. „Das ist eine Fußgängerzone, jetzt aber als Straße mit Gehwegen ausgebaut“, so Mathias Neuner (CSU). „Und es macht ja keinen Sinn, die alten Steine wieder einzubauen, wenn die neuen zum Hauptplatz passen.“ Angesichts zu erwartender Zuschüsse seien die Kosten für die Stadt vermutlich ohnehin nicht so hoch wie bisher geplant.

Es reicht nicht

Auch von einer Umschichtung der Gelder zugunsten des Bayertores hielt Neuner nichts. „Das reicht ja nicht mal ansatzweise.“ Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller (CSU) riet ohnehin von übertriebener Eile bei der Sanierung ab. „Da müssen die Stadtwerke erst einmal sehen, wie sie den ehemaligen Hochbehälter herausbekommen. Und danach werden wir prüfen müssen, ob die Statik noch in Ordnung ist.“

Christoph Kruse

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