Schulhof wird zur Baustelle

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Anstelle des offenen Verbindungsganges zwischen Turnhalle und Schulgebäude soll das Zwischengebäude für die „offene Ganztagsschule“ entstehen. Das Team der Mittagsbetreuung vor der zukünftigen Baustelle (v.l.): Daniela Ebschner, Lisa Gregorovic, Brigitte Proske, Schulleiterin Gerda Löser, Lissy Lichtenstern und Bürgermeister Günter Först.

Igling – Die Regierung von Oberbayern hatte erst vor einigen Wochen grünes Licht gegeben. Sie schrieb an Bürgermeister Günter Först, dass er sofort mit dem Erweiterungsbau der Grundschule Igling beginnen könne, ohne Fördermittel zu verlieren. Die Summen, um die es geht, ist auch nicht unbeträchtlich. Bei Baukosten in Höhe von rund 923.000 Euro wird die Regierung voraussichtlich 562.000 Euro an Zuwendungen ausbezahlen.

Im Regelfall darf mit dem Bau staatlich geförderter Projekte erst nach Bewilligung der staatlichen Fördermittel begonnen werden. Eine Förderung bereits begonnener Baumaßnahmen verbietet das Haushaltsrecht. Da der förmliche Bescheid in Igling noch nicht vorliegt, die Baumaßnahme aber möglichst schnell realisiert werden soll, ging die Regierung von Oberbayern diesen Weg der vorläufigen Zusage.

Notwendig ist die Erweiterung für die Einführung der „offenen Ganztagsschule“. Zwar gibt es heute schon eine Mittagsbetreuung, doch die passenden Räumlichkeiten fehlen. Der Mehrzweckraum der Schule verdient seinen Namen nicht mehr, denn er dient fast ausschließlich als Spiel- und Gruppenraum für die Mittagsbetreuung und die Lehrerbücherei wurde zum „Legoraum“ umfunktioniert, erzählte Schulleiterin Gerda Löser dem KREISBOTEN.

Die formelle Zusage der Regierung, die offene Ganztagsschule selbst zu genehmigen, liegt in Igling auch noch nicht vor. Schulleiterin Gerda Löser erwartet die Entscheidung im Mai. Für Bürgermeister Günter Först spielt das allerdings überhaupt keine Rolle. Er ist der Meinung, wenn die Regierung von Oberbayern eine halbe Million an Fördergelder zusagt, sei wohl kaum damit zu rechnen, dass eine andere Abteilung der gleichen Regierung die Genehmigung der offenen Ganztagsschule verweigere.

Iglings Bürgermeister und der Gemeinderat haben schnell auf die Zusage der Regierung von Oberbayern reagiert. Schon kurz nach Ostern sollen die Bagger auf das Gelände der Iglinger Grundschule rollen. Auf Gerda Löser und ihr Kollegium kommen dann eine Reihe zusätzlicher Probleme zu. Der Pausenhof wird Baustelle und gleichzeitig Baustelleneinrichtung. Die Rektorin muss die Pausen neu organisieren. Auch die Sicherheit der Kinder muss während der Bauzeit gewährleistet sein. Natürlich wollen auch die Eltern informiert sein. Bürgermeister Günter Först macht sich dagegen Sorgen um die Pflasterung des Schulhofes, wenn während der Bauzeit 40-Tonner darüber rollen.

Architekt Christoph Mayr hat den Zuschlag für den Erweiterungsbau bekommen. Er kennt die Schule in- und auswendig, denn er war selbst einmal Schüler an der Iglinger Grundschule. Sein Plan sieht vor, ein einstöckiges Gebäude zwischen Turnhalle und Schulgebäude zu errichten. Der bestehende offene Verbindungsgang wird abgerissen. An gleicher Stelle soll das Zwischengebäude entstehen, in dem die Mensa, Aufenthalts-, Lese-, Spiel- und Gruppenräume und natürlich auch Toilettenanlagen untergebracht werden. Rund 250 Quadratmeter sind eingeplant. Auf der Schulinnenhofseite soll die Mensa entstehen, gegenüber in Richtung Hecke und Grün­fläche sind die Gruppenräume geplant. Der Gang zwischen Schulgebäude und Turnhalle wird dann nach Fertigstellung des Gebäudes wieder nutzbar. Er wird sogar noch komfortabler, da er im neuen Gebäude liegt.

Bürgermeister Günter Först ist guter Hoffnung, dass der Kostenrahmen eingehalten wird. Ihm liegen inzwischen die Ergebnisse der Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke vor. „Wenn alles gut läuft, werden wir noch in diesem Jahr fertig“. Noch erfreulicher ist für Günter Först, dass die heutigen von ihm hochgeschätzten Mitarbeiterinnen der Mittagsbetreuung alle zukünftig auch im Rahmen der „offenen Ganztagsschule“ dabei sind. Schulleiterin Gerda Löser hat bei den Eltern den Bedarf abgefragt. Knapp die Hälfte ihrer 158 Schüler will die Betreuung der „offenen Ganztagsschule“ in Anspruch nehmen.

Die „offene Ganztagsschule“ bedeutet, dass die Schüler vormittags normalen Unterricht haben. Nachmittags erfolgt die Betreuung nach einem pädagogischen Konzept wahlweise bis 14 oder bis 16 Uhr. Der Unterschied zur heutigen Mittagsbetreuung liegt darin, dass die Betreuer demnächst von der Staatsregierung bezahlt werden, allerdings nur an vier Tagen. Bislang hatten diese Kosten die Gemeinde und die Eltern getragen. „Über die zukünftige Finanzierung des fünften Tages werden wir uns mit den Eltern sicher einig werden“, betonte der Bürgermeister.

„Die Eltern werden bei dem Neubau nicht mitarbeiten müssen“, sagte ein aufgeräumter Bürgermeister im Gespräch mit dem KREISBOTEN, „auch wenn das beim Faschingsumzug vor ein paar Wochen anders rübergekommen ist.“ Auf einem der Motivwagen waren nämlich die Eltern mit dem Bau der Mensa beschäftigt.

Siegfried Spörer

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