Essen aus dem Imbisswagen

Ein provisorischer Pausenverkauf aus dem Imbisswagen einer Metzgerei, eine viel zu kleine Turnhalle, fehlende Räumlichkeiten, viel zu heiße Klassenzimmer: Auf seiner jüngsten Sitzung ist der Kreisausschuss im Rahmen einer Ortsbesichtigung mit den zahlreichen Problemfeldern der Schondorfer Wolfgang-Kubelka-Realschule konfrontiert worden. Kurzfristige Abhilfe wird es jedoch mangels finanzieller Mittel nicht geben. Zumindest ein Gesamtkonzept für die künftige Schulentwicklung soll nun erstellt werden.

Dies beschlossen die Mitglieder des Kreisausschusses einstimmig, nachdem Schulleiter Klaus Markowski und dessen Stellvertreter Peter Adam die Anwesenden auf einem Rundgang durch die Schule über die bestehenden Probleme informiert hatte. Vor allem im Bereich des Pausenverkaufs bestehe Handlungsbedarf, erklärte Markowski. Bisher wurde dieser durch den Hausmeister organisiert, der jedoch zum Jahresbeginn ausschied. Künftig würde die Schule gerne eine Mittagsverpflegung anbieten, für die ein Essensraum sowie Räumlichkeiten für Küche und Ausgabe des Essens nötig wären. Landrat Walter Eichner brachte hierzu das bestehende Schülercafé als Übergangslösung ins Gespräch, ruderte aber schnell zurück, als er den kleinen Raum sah, in dem das Café im Schulgebäude untergebracht ist. Alle anderen ins Spiel gebrachten Möglichkeiten scheitern dagegen vornehmlich an den Kosten. So würde eine Mitnutzung des Sozialraums mit Küchenzeile der Gemeinde­sporthalle rund 250000 Euro an Umbaukosten verursachen. Ein Anbau an die bestehende Mittagsbetreuung der angrenzenden Grundschule wäre nur geringfügig billiger. Auch einen Umbau der bisherigen vom Hausmeister als Lager, Büro und Pausenverkauf ge­nutzten Räume schloss Kreisbaumeister Andreas Magotsch aus. Dies sei nur mit hohem Aufwand zu realisieren, da eine Vielzahl dort befindlicher technischer Einrichtungen verlegt werden müssten, was weitere Maßnahmen im Bereich Brandschutz erforderlich machen würde. Aus den genannten Gründen beschlossen die Kreistagsmitglieder, dass der Pausenverkauf bis auf weiteres weiterhin über den Verkaufswagen erfolgen müsse. Mit eine Rolle für den Entschluss dürfte dabei die Tatsache gespielt haben, dass im Kultusministerium bereits über eine flächendeckende Einfüh­rung der Mittagsbetreuung in Realschulen diskutiert wird, wie der stellvertretende Schulleiter Peter Adam dem Gremium bestätigte. In diesem Fall könne man mit neuen Fördergeldern rechnen, sagte Eichner, was den Etat des Landkreises entlasten würde. Keine finanziellen Mittel stehen derzeit auch für den Neubau einer Sporthalle sowie für bauliche Anpassungen der Schule im Bereich der Klassenräume zur Verfügung. Der Haushalt erlaube kein weiteres Großprojekt, erteilte Eichner Forderungen nach kurzfristigen Lösungen eine Absage. Damit muss der Sportunterricht weiterhin in der vorhandenen Halle sowie in der Nachbargemeinde Eching stattfinden. Letzteres bedeute einen Unterrichtsverlust von einer halben Stunde, rechnete Adam vor.

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