Es kommt zum Showdown

Ein letztes Aufbäumen: TSV Landsberg empfängt Kornburg zum letzten Hauptrundenspieltag

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Mit harten Bandagen: Am Freitag haben die Kicker des TSV Landsberg die allerletze Möglichkeit sich in die Bayernliga-Relegation zu retten.

Landsberg – Der TSV Landsberg balanciert weiter auf dem Drahtseil. Selten behände, oft wild rudernd, aber immer noch obenauf. So wie am vergangenen Samstag: Im Lech-Derby bei Schwaben Augsburg ging das Team des scheidenden Trainers Guido Kandziora (siehe nebenstehender Artikel) zwar erneut fahrlässig mit seinen Chancen um, brachte einen 3:2-Vorsprung in Überzahl aber doch noch über die Zeit. Das war auch dringend nötig; mit einem Unentschieden wäre der Fall in die Landesliga vorzeitig besiegelt gewesen. Ob die Landsberger stürzen oder sich ins Sicherheitsnetz Relegation retten, zeigt sich somit erst beim vorerst finalen Heimspiel am kommenden Freitag gegen Kornburg.

Der auffälligste Akteur am Samstag war ein Schwabe: Angreifer Maximilian Löw, der in der Woche zuvor schon Meister Heimstetten mit vier Toren in Grund und Boden geballert hatte, schenkte auch dem TSV doppelt ein. In der 32. Minute ließ der 26-Jährige seine Klasse aufblitzen, als er das zwischenzeitliche 1:2 aus Sicht seines Teams markierte. Ballannahme und Verarbeitung nach einem diagonalen Zuspiel, all das lief zu schnell für seine Bewacher ab. Beim 2:3 in der 65. Minute ließ Löw Landsbergs Torwart Philipp Beigl mit einem Alleingang erneut keine Chance. Doch war es eben auch jener Beigl, der kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit mit einer wahnsinnig wichtigen Rettungstat die Oberhand gegen Löw behielt.

„Wir hatten nach der Pause den Schlendrian drin“, beschreibt Trainer Kandziora die Momente der Unordnung. In eine unübersichtliche Situation hinein pfiff Schiedsrichter Michael Freund und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Er hatte ein Handspiel Dominik Schöns erkannt und auf Strafstoß für Augsburg entschieden. Goalgetter Löw tritt an, zielt aufs linke Eck – und findet in Beigl seinen Meister (48.).

Dabei waren es eigentlich die Landsberger, die sich die ganze Partie über mit dem Auslassen von Großchancen hervortaten. Immerhin: Zweimal hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits getroffen. In der 23. war ein schönes Zuspiel David Mihajlovics bei Martin Hennebach gelandet. Dieser war gerade dabei, das Spielgerät unter Kontrolle zu bringen, als Lukas Göttle heranrauschte und zum 1:0 für den TSV traf. Nur eine Minute später setzte Kapitän Philipp Siegwart einen Augsburger Verteidiger energisch aber fair unter Druck, kam an den Ball und machte den Doppelschlag zum 2:0 perfekt.

„Da hat er seinen ganzen Torjägerinstinkt gezeigt“, lobt Kandziora seinen Spielführer. Doch auch für Göttle findet der Coach lobende Worte. „Er hat insgesamt stark gespielt und dieser Leistung mit seinen zwei Toren noch das Krönchen aufgesetzt“, so der Trainer. Denn auch das 3:1 ging auf das Konto des Defensiv-Allrounders.

In der 58. Minute legte sich der 25-Jährige den Ball zum Freistoß zurecht. „Er hat eine tolle Schusstechnik, die er viel zu selten ausschöpft“, bescheinigt Kandziora Göttle verborgenes Offensivpotenzial. „Seine Bälle ziehen nach unten und sind ganz schwer zu halten.“ So auch diesmal: Aus 27 Metern brachte der Landsberger das Leder aufs Tor, das, noch abgefälscht von einem Augsburger, den Weg ins Netz fand – das zwischenzeitliche 3:1 für den TSV.

Dass es hernach selbst in Überzahl – Augsburgs Philipp Baier hatte in der 76. Minute Gelb-Rot gesehen – spannend blieb, hatten sich die Gäste großteils selbst zuzuschreiben. „Hundertprozentige Möglichkeiten hatten wir jede Menge“, hadert Kandziora. „Wir müssen den Sack viel früher zu machen.“ Doch auch Löws zweiter Treffer änderte schlussendlich nichts mehr am Landsberger Dreier. „Wir haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet, den gegnerischen Aufbau gestört und nach Ballgewinn zügig umgeschaltet“, zählt TSV-Coach Kandziora all jene Stärken auf, die auch für Freitag Hoffnung machen.

Dann nämlich empfängt der TSV Landsberg den bereits abgestiegenen TSV Kornburg am letzten Hauptrundenspieltag im 3C-Sportpark. Nur ein Sieg Landsbergs bei gleichzeitigen Niederlagen Kirchanschörings (in Wolfratshausen) und Traunsteins (in Vilzing) lässt die Lech-Kicker auf den allerletzten Drücker auf einen Relegationsplatz vorrücken. Ein Unentschieden wäre zu wenig, denn der direkte Vergleich mit der Konkurrenz fällt für das Kandziora-Team durchweg negativ aus. Dem Trainer steht für diesen Showdown voraussichtlich das komplette Aufgebot zur Verfügung, sämtliche Bayernliga-Partien gehen am Freitag um 18.30 Uhr über die Bühne.

rass

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