"Etwas Gescheites gelernt" – Freisprechung an der Berufsschule Landsberg

Bei der Freisprechungsfeier in der Staatlichen Berufsschule haben am Freitagabend 52 Handwerksgesellen und 115 Auszubildende ihre Abschlusszeugnisse beziehungsweise Gesellenbriefe entgegen genommen. Sie alle könnten nun mit Fug und Recht von sich behaupten, „etwas Gescheites gelernt“ zu haben, so Kreishandwerksmeister Ernst Höss. „Eine solide Ausbildung ist die beste Basis für die Zukunft.“

Höss ließ keinen Zweifel an den großen Aufgaben des Nachwuchses. „Ihr müsst ein lebenswertes Deutschland in einem gemeinsamen Europa tragen“, betonte er. In einer Zeit, in der die internationale Wirtschaft von einigen als weltweites Spielkasino betrachtet würde, stünden Handwerk und Mittelstand für Bodenhaftung und Kundennähe. Sie bildeten das Fundament für eine Gesellschaft, die von Eigenverantwortung und Selbstbestimmung geprägt sei. Landrat Walter Eichner bemühte in seinem Grußwort einen Vergleich aus dem Radsport und bezeichnete den Abschluss der Berufsausbildung als erfolgreiches Einzelzeitfahren. „Es ist toll, was sie geleistet haben, aber ruhen sie sich nicht auf den Lorbeeren aus. Es kommen noch schwierige Bergetappen“, so Eichner. Stellvertretend für die Stadt war dritte Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller erschienen. Sie verwies auf die lange Tradition des Handwerks in der Lechstadt und betonte, man sei in Landsberg noch immer stolz auf ein starkes Handwerk. „Es ist flexibel und kreativ, lebendig und jung, aber auch der Tradition verbunden.“ Eine handwerkliche Ausbildung erziehe junge Menschen zu Verantwortung und Qualitätsbewusstsein und sei damit ein Vorbild für Wirtschaft und Gesellschaft. "Schutzschirm mittragen" Schulleiter Oswald Kurr erinnerte seine Absolventen daran, dass sie sich bis jetzt unter dem „Schutzschirm der Gemeinschaft“ hätten entwickeln können und nun aufgerufen seien, den Schutzschirm mitzutragen. „Bringen sie sich mit Engagement ins gesellschaftliche Leben ein“, forderte Kurr die frisch gebackenen Fachkräfte auf. „Ich hoffe, dass wir ihnen viel mitgeben konnten." Anschließend nahmen die jungen Friseure, Maurer, Schreiner, Zimmerer, Bank-, Büro- und Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Industriemechaniker, Elektroniker, Mecha- troniker und Teilezurichter ihre Abschlusszeugnisse in Empfang. Ein Wagner, der bundesweit einzige Auszubildende in diesem Beruf, war ebenfalls unter den Absolventen. Acht besonders erfolgreiche Berufsschüler wurden mit dem Staatspreis der Landesregierung belohnt. Ebenso wie die Innungssieger und Klassenbesten erhielten sie außerdem den Bestenpreis des Kreisverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken und der Sparkasse. Als optischen Höhepunkt bekam nach der Freisprechung durch Kreishandwerksmeister Höss jeder Absolvent eine Wunderkerze, was prompt den Feueralarm des Schulgebäudes auslöste, der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat. Den musikalischen Rahmen für den Abend lieferte die Red-Sina-Band. Ausgezeichnete Klassenbeste und Staatspreisträger sind Tobias Wagner, Thomas Hunzinger, Nicole Welz, Birgit Filgertshofer, Maximilian Leitner, Michael Wagner, Florian Viehmann, Thomas Schombara, Tobias Konieczny, Josef Wallner, Sabrina Paul und Daniela May. Innungssieger sind David Benzmann, Georg Gerum, Birgit Filgertshofer, Jakob Meyer, Markus Hermann und Ferdinand Hammerschmidt.

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