Baggersee wird Badesee

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Die Badelandschaft am Obermeitinger Baggersee ist fast fertig, aber noch nicht offiziell eröffnet.

Obermeitingen – Die einen haben im letzten Jahr schon mal Forellen gefangen, andere warten noch auf mehr Sonne und höhere Temperaturen, um endlich im Obermeitinger Baggersee baden zu können. Noch ist der zukünftige Badesee offiziell Baustelle und nicht für den Badebetrieb freigegeben. Auch das Fischen ist momentan nicht erlaubt, da Setzlinge in das Gewässer gesetzt wurden. So steht es auf den Schildern. Aber die 130 Parkplätze, die 80 Fahrradständer, der Grillplatz, die Liegewiese, ein Toilettenhäuschen und das Beachvolleyballfeld sind fertig und warten auf die Badegäste. Viele neue Bäumchen wurden als zukünftige Schattenspender gepflanzt.

Eine Änderung im Bebauungsplan brachte das Thema einmal mehr in den Gemeinderat zurück. Hier ging es aber nicht mehr um das Gesamtprojekt „Sondergebiet Badesee“ sondern um eine zukünftige Bebauung. Es gibt den Wunsch des örtlichen Fischervereins, auf dem Gelände ein Gebäude zu errichten. Auch ein Kiosk und ein Häuschen für die Wasserwacht stehen auf der Wunschliste. Die Idee eines Badesees geht schon auf das Jahr 2010 zurück, ein Jahr später hatten die Planungen unter dem damaligen Bürgermeister Clemens Weihmayer begonnen.

Ende 2012 beschloss der Gemeinderat, dem Projekt unter der Voraussetzung zuzustimmen, dass Zuschüsse von EU und Freistaat fließen. Die Kosten wurden damals mit 481.000 Euro ermittelt. Im Jahr 2015 sind dann die Bauarbeiten für den neuen Badesee mehr oder weniger abgeschlossen worden. Über das „Begegnungsland Lech-Wertach“ hatte die Gemeinde bereits im Jahr 2013 eine Zusage über Zuwendungen in Höhe von 185.000 Euro aus dem Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes erhalten (LEADER-Projekt).

Ein kleines Schild am Zaun erinnert daran, dass auch die EU, der Freistaat und der Europäische Landwirtschaftsfond ihre Zusagen zur Förderung eingehalten haben. „Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete“, heißt es sehr plakativ auf dem Schild. Für die Realisierung des Badesees wurde das Büro LARS-Consult beauftragt. Über ein durch das Planungsbüro durchgeführtes Bebauungsplanverfahren sicherte die Gemeinde das „Sondergebiet Badesee“ rechtskräftig ab. Alles war ordnungsgemäß gelaufen. Die Träger der öffentlichen Belange waren eingeschaltet worden und der Bebauungsplan rechtskräftig.

Amt äußert Bedenken

Die Bebauungswünsche hatten eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig gemacht. Bei der üblichen Befragung der Träger öffentlicher Belange äußerte das Landsberger Landratsamt Bedenken, da hinsichtlich der Bebauung keine genaue Festlegung der benötigten Grundflächen definiert war. Das Landratsamt wünschte sich aber eine genaue Festlegung. Gegen eine grobe Reservierung einer Fläche hatte das Amt Bedenken.

In der Abwägung, die LARS Consult zusammen mit der Gemeinde durchgeführt hat, kommt man zu dem Schluss, dass die Grundstücke der Gemeinde gehören und die Gemeinde verantwortungsvoll damit umgehe und wisse, was sie an Bebauung zulasse und was nicht. „Wir wollen, dass die Planungen zum ‚Sondergebiet Badesee‘, wie wir sie vorgelegt haben, rechtskräftig werden“, sagte Harald Zettler. Der Stadt- und Landschaftsplaner von LARS Consult rechnet damit, dass in zwei bis drei Wochen auch diese Änderung des Bebauungsplanes rechtskräftig wird.

Für Obermeitingens Bürgermeister Erwin Losert bedeutet der Bagger- und Badesee eine Attraktivitätssteigerung im Obermeitinger Naherholungsbereich. Offen ist noch, ob zukünftig ein geringer Kostenbeitrag von den Badegästen verlangt wird. Die gesamte Anlage ist bereits eingezäunt.

Siegfried Spörer

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