Europa-Tage der Musik

Musik an allen Ecken

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Volles Programm und Musik an jeder Ecke: Die Europa-Tage der Musik machten am Wochenende in Landsberg Station und brachten die Stadt in Schwingung.
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Volles Programm und Musik an jeder Ecke: Die Europa-Tage der Musik machten am Wochenende in Landsberg Station und brachten die Stadt in Schwingung.
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Volles Programm und Musik an jeder Ecke: Die Europa-Tage der Musik machten am Wochenende in Landsberg Station und brachten die Stadt in Schwingung.

Landsberg – Es wuselt. Überall in der Altstadt sind Kinder. Die einen mit Instrumenten, andere ohne, ein paar mit Eis. Wohlverdient, denn die ersten Straßenkonzerte sind bereits vorbei. Insgesamt 500 Musikschüler streben zum Gemeinschaftschor der Chor- und Bläserklassen. „Die Querflöten gehen außenrum, Klarinetten bitte von links rein“, ordnet Andreas Horber, Leiter des Referats Laienmusik des Bayerischen Musikrats auf dem Hellmair-Platz. „Und jetzt die Instrumente hochheben.“ Ein Metall-Wald aus Blasinstrumenten funkelt in der Sonne: der Musikergruß zum Auftakt der Europa-Tage der Musik.

Vor der Bühne hat sich die politische Prominenz versammelt: Staatsminister für Bildung und Kultus Dr. Ludwig Spaenle, neben ihm der Präsident des Bayerischen Musikrats Dr. Thomas Goppel. „Der OB sucht gerade den Weg durch die Tuben“, schmunzelt Horber. 500 Kinder stimmen das „Rehragout“ an, gefolgt von einem eigens für diesen Tag komponierten Stück: „In der Musik sind wir zuhaus.“ Bei der abschließenden Bayernhymne schmettert Minister Spaenle hörbar mit.

Die zweijährig stattfindenden Europa-Tage gibt es seit über 30 Jahren. Träger der Veranstaltung ist der Bayerische Musikrat, unterstützt von diversen musikalischen Verbänden. „Die Organisation der nächsten Europa-Tage in Volkach beginnt sozusagen mit der Staffelübergabe am Sonntag“, erzählt Horber. Es gehe darum, Kapazitäten und Wünsche der Stadt zu berücksichtigen. „Hier war es auch wichtig, dass beide Stadtkapellen spielen“. Die eine zum Festkonzert, die andere zum Abschluss.

Am Freitagnachmittag pilgern Musikliebhaber zur Heilig-Kreuz-Kirche, in der Brittens „Noahs Flut“ aufgeführt wird. Auch die Bürgermeister der Partnerstädte Waldheim, Siófok und Saint-Laurent-du-Var sind anwesend. Und bringen ihre Musik mit. Bei der Eröffnung am Samstagvormittag auf dem Hauptplatz tanzt die Balaton-Tanzgruppe in bunter Tracht – feurig, wie von Ungarn erhofft. Frankreich schickt fifre, fünf junge Musiker in provenzalischer Tracht mit Mini-Querflöte. Als Gegenpol zur Jugend kommt noch 100 Prozent Blues – ältere Herren, aber das sind die Stones auch. Musik, international und heimatlich gemischt. Oder wie Neuner es ausdrückt: „Landsberg ist heute das musikalische Zentrum Europas.“

Am Samstag summt die ganze Stadt. Chorfestival und Tag der Laienmusik werden gefeiert. An jeder Ecke tönt es. Die ganz Kleinen der Musikschule Landsberg stimmen das „Mäuselied“ an. Währenddessen brummt der Gesangverein Ellmosen am Flößerplatz. Hinterm Rathaus zeigt L2G2 eine Art Rock-Gospel, geleitet von Charles Logan. Der Gesangverein Maisach nutzt eine kurze Pause und hört zu, von weitem klingen die Stimmen des Staffelseechors Murnau auf dem Hellmairplatz. Noch ein Abstecher zur Johanneskirche und den drei Nördlinger Musikanten, die mit Zither einen Walzer spielen. Am Hellmairplatz heizt Charles Logan – jetzt Soul II Soul – den Zuhörern mit Gospels ein. Weiter zum Pfarrhof, da gibt’s LiChörchen, die Landsberger A-cappella-Formation. Die begeistert gerade mit der Landsberg-Hymne: Grönemeyers Parkplatzsuche-Mambo.

Insgesamt sind 1.500 Musiker an 13 Spielstätten unterwegs. Jeder Chor hat im Lauf des Tages vier oder fünf Auftritte und wird alle fünfzehn Minuten vom einen Ort zum nächsten gelotst – zumindest die Ortsfremden. Das will geplant sein. „Läuft gut“ lächelt Horber. „Ein paar kleine Schwierigkeiten beim Schichtwechsel, aber alles im grünen Bereich.“ Die Arbeit mit dem Kulturbüro sei hervorragend. Auch Goppel ist voll des Lobes: „Landsberg hat diese Tage so gut vorbereitet wie vorher niemand.“ Die Hauptdarsteller schwärmen. Über Landsberg, dass es so gut funktioniert, „alles im Takt, wir sind voll im Zeitplan.“ Stimmung: blendend. Ein Gast aus Nordrhein-Westfalen sagt, er sei neidisch auf Bayern.

Am Hauptplatz stimmt „Hailix bLECHle“ mit Hans-Jürgen Schwanzer „Moon-River“ an. Auch bei strahlendem Sonnenschein ein Genuss. „Ich bin froh, die vielen unterschiedlichen Stimmen zu hören“, betont Goppel in der Eröffnungsrede. Chor und Corps höre sich gleich an. Aber dieser kleine Unterschied entscheidet, „ob wir miteinander kämpfen oder singen“. Auch Engländer sängen hier und „bringen die Botschaft mit nach Hause, dass sich Europa lohnt.“ Zusammen Musizieren verbindet – um das zu testen, lädt Matthias Utz mit dem Vocalensemble Landsberg zum gemeinsamen Singen ein: „Chlungi Halunki, ribeli, räbeli robeli, böll!“ Die Alpen-Rumba klingt beeindruckend, wenn sie von so vielen Stimmen gesungen wird. Im Kanon. Oder auch vierstimmig.

Die Stadtjugendkapelle mit Hans-Jürgen Schwanzer begleitet am Abend das Festkonzert im Veranstaltungszentrum. Auch das ist international: Die Blenheim Singers aus Großbritannien besingen 500 Jahre Musikgeschichte in Shakespeares Worten und einer mitreißenden Komposition von John Rutter. Seref Dalyanoglu entführt mit orientalischen Tönen in die Türkei und das „Musik-schafft-Heimat-Ensemble“ kombiniert bayerische mit marokkanischer Musik – problemlos. Die Gruppe besteht aus jungen Flüchtlingen und Mitgliedern der Jeunesses Musicales: So funktioniert grenzenloses Musizieren. Begeisterungsstürme ernten die Claymore Pipes and Drums im traditionellem „Mac­Kenzie Ancient“-Tartan mit ihren Dudelsäcken. International ist hier aber nur die Musik. Die Gruppe kommt aus München. Quäkend näselnd füllen die Dudelsäcke die ganze Halle. Wirklich bombastisch wird es, wenn Stadtjugendkapelle und Claymores gemeinsam spielen: „Highland-Cathedral“, von zwei Deutschen komponiert und schon mal als schottische National­hymne vorgeschlagen, mit Dudelsack und großem Blasorchester – Gänsehautmomente, die mit Standing Ovations belohnt werden.

Der Sonntag fordert die Musiker heraus. Kann die Live-Übertragung noch ins Rathaus ausweichen, hat die Stadtkapelle Landsberg mit Daniela Wolf nicht ganz so viel Glück. Immerhin eineinhalb regenfreie Stunden, in denen die Band beweist, dass sie auch als Big Band gute Stimmung macht. Eis wird gegessen, Tanzen wärmt. Fast gewinnt der Sommer. Aber um halb neun öffnet der Himmel seine Schleusen.

Susanne Greiner

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