Achtsamkeit wird belohnt

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Keine Angst vor dem Mikrofon von Bayern-1-Moderatorin Ulla Müller hatten Luna (links) und Verena von der Grundschule Kaufering. Ihre Lesepatin Gabriele Miler gehörte zu den Gewinnerinnen des Sozialpreises der VR-Bank Landsberg-Ammersee.

Landsberg – Zum dritten Mal hat die VR-Bank Landsberg-Ammersee am vergangenen Donnerstag ihren Sozialpreis verliehen. An erster Stelle wurde die evangelische Kirchengemeinde Kaufering für ihre Jugendsozialarbeit ausgezeichnet.

Für die evangelische Pauluskirche in Kaufering nahmen Pfarrer Jürgen Nitz und Mona Kußmaul den mit 3000 Euro dotierten ersten Preis entgegen. Die Jury würdigte mit der Auszeichnung besonders die Nachhaltigkeit der Jugendarbeit, die darauf abzielt, dass der Nachwuchs sich nicht mit dem Tag der Konfirmation aus der Kirche zurückzieht, sondern mit vielfältigen Angeboten durch die Pubertät hindurch begleitet und aufgefangen wird. „Jugendliche vermitteln Jugendlichen den Glauben“, so Nitz. „Das ist das Besondere.“ Mona Kußmaul, die mit ihren 20 Jahren bereits dem Kirchenvorstand angehört, bestätigte das. Unter den Gleichaltrigen in der Kirchengemeinde habe sie sich immer wohlgefühlt. Lesen ist die Kernkompetenz schlechthin für Erfolg in der Schule. Um Kindern hier einen guten Start zu ermöglichen und Schwächen abzubauen, engagieren sich sowohl das AWO Mehrgenerationenhaus als auch Gabriele Miler. Die dreifache Mutter übt seit acht Jahren jede Woche in der Kauferinger Grundschule mit den Kindern lesen, aber nicht nur das – Bücher werden besprochen, erlebt, gespielt. „Oft haben die Schüler nach Jahren meinen Namen vergessen, erinnern sich aber noch an die Bücher, die wir gemeinsam gelesen haben“, so Miler. Gleich ein ganzes Netzwerk von Lesepaten hat Irmgard Scheibenbogen vom AWO Mehrgenerationenhaus aufgebaut. Es umfasst mittlerweile 65 Freiwillige, die an elf Grundschulen – über den gesamten Landkreis verteilt – eingesetzt werden. Der Sozialpreis-Jury gefielen die Projekte so gut, dass der zweite Preis in Höhe von 2000 Euro zwischen beiden geteilt wurde. 

Schule auf andere Art

„Schule ist mehr als Lehrplan“, sagte sich Physiklehrer Wolfgang Müller, der am IKG die AG Seniorenbetreuung leitet. 15 Jugendliche machen mit und besuchen einmal im Monat die Bewohner des benachbarten AWO-Seniorenzentrums Bürgerstift, um mit ihnen gemeinsam zu spielen, zu lesen oder zu basteln. Beide Seiten genießen den Kontakt. „Das Zusammensein mit den älteren Menschen ist schön, sie geben einem total viel zurück“, erzählten die Schülerinnen Pia und Anja. Für das Engagement gab's den dritten Preis mit 1000 Euro. Insgesamt hatten sich neun Gruppierungen um den Sozialpreis beworben, mit dem die VR-Bank Landsberg-Ammersee überdurchschnittliches ehrenamtliches Engagement würdigen will. „Unsere Zeit ist geprägt von Termindruck und einer Überfrachtung mit Informationen“, so Vorstand Klaus Schmalholz. Dabei drohe die Achtsamkeit für benachteiligte Menschen verloren zu gehen. Um die Zukunft des Sozialpreises ist Landrat Walter Eichner nicht bang. Es gebe noch so viele Anwärter, „dass der Preis die nächsten zehn bis 15 Jahre gesichert ist“. Gastrednerin bei der diesjährigen Veranstaltung war die Behindertenbeauftragte des Landkreises Barbara Juchem. Durch den Abend führte Bayern-1-Moderatorin Ulla Müller, für einen ebenso musikalischen wie komödiantischen Rahmen sorgte das Quartett „Mistcapala“.

Ulrike Osman

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