Ein Event für wirklich alle

Stolz halten die Preisträger vom Sammersee-Festival den 1. Preis in ihren Händen. Von rechts: Diözesan-Caritasdirektor Pfarrer Dr. Andreas Magg, Markus Schulz, Simon Dietzel, Ina Schulz und Maria Kozlowski, Jury-Mitglied Wolfgang Bähner, Behindertenbeauftragter des Bezirks Schwaben. Vorne links die Jury-Mitglieder Matthias Foryschowski vom Behindertenbeirat der Stadt Augsburg und Behindertensportlerin Natalie Simanowski. Foto: Caritas

„Am Anfang suchten wir nur ein mobiles Rolli-WC und informierten uns bei Hans-Peter Bichler von der Offenen Behinderten Arbeit im Sozialzentrum St. Martin. Dort erfuhren wir vom Caritas-Teil­habewettbewerb und dann ergab sich eins nach dem anderen“, erzählt Ina Schulz von den Organisatoren des Sammersee-Benefiz-Festivals 2011. Mit dem „Barrierefreiheits-Team“ wurde das Schondorfer Festival zu einer „Veranstaltung für wirklich alle“. Und dafür gab’s nun einen 1. Preis vom Augsburger Diözesan-Caritasverband.

Das Team vom Ammersee hat die Jury des Caritas-Teilhabewettbewerbes 2011 die Jury in der Fuggerstadt durch und durch überzeugt. So durften die Teamvertreter Ina Schulz, Markus Schulz, Simon Dietzel und Maria Kozlowski den mit einer Prämie von 3000 Euro verbundenen 1. Preis in Empfang nehmen. „Wir sind total begeistert“, freuten sich die vier Vertreter, als Augsburgs Diö­zesan-Caritasdirektor Pfarrer Dr. Andreas Magg ihnen bei der Abschlussfeier mit über 100 Gästen den Preis in Augsburg überreichte. Das gesamte Organisationsteam des Sammersee-Festival umfasst mehr als 30 junge Menschen. Den 2. Preis mit 1500 Euro gewann übrigens das Kulturamt der Stadt Memmingen mit dem Kulturfestival, den 3. Preis erzielte die Augsburger Tanzschule Kalila mit ihrer „orientalischen Show“. Im November vergangenen Jahres hatte der Diözesan-Caritasverband zum Caritas-Teilhabewettbewerb aufgerufen. Ziel war, die Inklusion, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fördern. Immerhin leben rund 100000 Menschen mit Behinderungen in der Diözese Augsburg. Mitmachen konnten Kommunen, Pfarrgemeinden, Einrichtungen, Firmen, Verbände und Vereine. Ihre Veranstaltungen sollten „inklusiv“ sein. Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen sollten „nicht am Katzentisch wie bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung passiv dabei sitzen“, so Caritasdirektor Magg, „sondern mit dem, was sie können und wollen teilhaben und teilgeben, also von Anfang an mittendrin dabei sein und mitmachen.“ Schließlich gingen 27 Bewerbungen aus der ganzen Diözese Augsburg ein und von der Jury kritisch bewertet. Ihr gehörten die ehemalige Skirennläuferin Dr. Irene Epple-Waigel, die Paralympics-Silbermedaillengewinnerin Natalie Simanowski, der Behindertenbeauftragte des Bezirks Schwaben Wolfgang Bähner und Matthias Foryschowski, selbst behindert und Mitglied des Augsburger Behindertenbeirates an. Sie bewerteten die Events der nach den Kriterien der Barrierefreiheit und wie sehr die Veranstaltungen inklusiv für Menschen mit Behinderungen waren. Für Matthias Foryschowski war der Wettbewerb ein tolles Erlebnis. „Es kann nur besser werden, wenn wir zusammenhalten. Dann sind wir auf einem guten Weg.“ Dem Augsburger Konzertveranstalter Benedikt Lika, selbst auf Rollstuhlbenutzung angewiesen, reichte dies nicht aus. „Sprecht nicht nur über uns, sondern mit uns, das fordern wir. Aber wir fordern auch die Behinderten auf, sich selbst in die Gesellschaft einzubringen und mitreden zu wollen.“

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Landrat klärt Mordfall
Landrat klärt Mordfall
80 Schafe verenden bei Stallbrand
80 Schafe verenden bei Stallbrand
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!

Kommentare