EVL-Etat mit zwei Unbekannten

Versammlungsleiter Reinhold Wallner zum EVL-Schuldenberg: „Wir können nicht so einfach über 400000 Euro tilgen!“ Foto: kb

Mit einer weiterhin angespannten Finanzlage, aber ohne akute Existenzprobleme geht der EV Lands­- berg in die neue Saison der Eishockey-Oberliga. Einstimmig genehmigten die 29 erschienenen Stimmberechtigten vergangene Woche auf der Mitgliederversammlung den Etat in Höhe von gut 623000 Euro. Versammlungsleiter Reinhold Wallner ließ keinen Zweifel an der schwierigen Situation des Vereins: „Es war nicht einfach, diesen Etat aufzustellen und der Vorstand weiß, dass Mehrausgaben nur möglich sind, wenn entweder Mehreinnahmen da sind oder irgendwo eingespart werden kann.“

Die Risiken im kommenden Geschäftsjahr liegen laut Wallner „vor allem in den unsicheren Einnahmen im Bereich Eintrittsgelder und Sponsoren.“ Eingeplant sind 180000 Euro von den Sponsoren und weitere 190000 Euro aus dem Ticket­verkauf, was einen kalkulierten Schnitt von 900 Zu­schauern (inklusive Dauerkarten) bedeutet. „Ich denke, dass das schon realistisch ist“, meint der stellvertretende EVL-Vorsitzende Josef Keller auf Nachfrage. „Wir erwarten von der jungen Mannschaft, dass sie sich zerreißt und nicht solche Leistungen wie teilweise in der letzten Saison zeigt, als dann natürlich irgendwann die Zuschauer weggeblieben sind. Ich habe sie jetzt zweimal im Training gesehen und es ist beeindruckend, wie sie kämpft. Ein Vorteil ist sicher auch, dass die Oberliga heuer noch regionaler ist; ganz wichtig wird aber sicher der Start sein, die ersten zwei Monate.“ Warum aus dem öffentlich angekündigten Schuldenabbau von 250000 Euro nichts geworden ist, kann Keller ebenfalls erklären. „Leider kamen bei der Veranstaltung im Tulip Inn damals nur 100000 Euro zusammen. Und dann haben uns immer wieder die Altlasten ein­- geholt. Wenn wir irgendwo 5000 Euro aufgetrieben haben, kam per Telefon oder Fax sofort die nächste Forderung, die dann erfüllt werden musste.“ Jetzt sollen die Verbindlichkeiten von 453000 auf knapp 416000 Euro gesenkt werden, wovon 223000 innerhalb eines Jahres fällig sind. Dass hieraus eine existenzbedrohende Krise für den Verein entstehen könnte, glaubt Keller nicht. „Wir haben inzwischen mit allen Gläubigern gesprochen. Alle respek­- tieren, dass der Wille da ist, die Situation zu verbessern, da ist keiner dabei, der uns den Hahn abdrehen wird.“ Dazu gehört nach Kellers Aussage auch die Stadt Landsberg. Die jährliche Förderung für den EVL in Höhe von 6000 Euro wird mit Schulden für die Eismiete (knapp 40000 Euro) verrechnet. Keller: „Ich bin froh, dass der OB da die Schraubzwingen etwas gelockert hat.“ Dass immer noch ein gewaltiger Schuldenberg auf dem Verein lastet, wollte an diesem Dienstagabend auch Versammlungsleiter Wallner nicht verhehlen. „Man muss auch ganz ehrlich sagen, wir können über 400000 Euro nicht einfach so tilgen. Wir können da nur versuchen, mit weiteren Vergleichen Stück für Stück herunterzukommen.“ Rotstift angesetzt Im Vergleich zum Vorjahr hat der EVL in einigen Bereichen kräftig den Rotstift angesetzt. So sollen die Lohnkosten um rund 90000 auf 212000 Euro sinken, die Ausgaben für Autos um 22000 auf 5000 Euro und die Kosten für Ausrüstung um 5000 auf 45000 Euro. Allerdings kommen an anderer Stelle auch erhebliche Mehrausgaben auf den Verein zu. Die Eiskosten für die 1. Mannschaft steigen wegen der Erhöhung der Eismiete durch die Stadt von rund 6000 auf knapp 22000 Euro. Für die Nachwuchstrainer werden 50000 Euro ausgegeben (plus 33000), zudem 7000 Euro mehr für Busfahrten und 4000 Euro mehr für Schiedsrichterkosten. EVL-Vize Josef Keller dazu: „Zum einen haben wir den gewünschten hauptamtlichen Trainer eingestellt und einen Spieler, der noch Vertrag hatte, in die Nachwuchsarbeit übernommen. Außerdem kommen durch den Aufstieg der Junioren höhere Ausgaben auf uns zu.“ Reinhold Wallner ergänzte: „Dieses Geld soll dazu führen, dass irgendwann mehr junge Spieler in die erste Mannschaft eingebaut werden können. Das ist der einzige Weg, den der Verein auf Dauer gehen kann.“ Die kommende Saison sollte damit auf jeden Fall gesichert sein, zumal dem EVL die für die Lizenz nötigen Unbedenklichkeitsbescheinigungen inzwischen vorliegen.

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