Ewald Kapfhammer wirft hin

Hat für einen Neuanfang weder die Zeit noch die Nerven: Ewald Kampfhammer. Foto: Osman

Die Geltendorfer Feuerwehr steht seit knapp zwei Wochen ohne Kommandanten da. Ewald Kapfhammer, der den Posten zwölf Jahre lang innehatte, will nicht weitermachen. Beim Wahltermin im Sportlerheim fand sich kein Kandidat für die Nachfolge. Der stellvertretende Kommandant Hans-Georg Liegsalz, den der Ge­meinderat nun zum kommissarischen Leiter der Wehr bestimmen müsste, beantwor­tete die entsprechende Frage von Bürgermeister Willi Lehmann (CSU) bereits mit einem schlichten „Nein“.

Hintergrund ist ein Gemeinderatsbeschluss, der zuvor in nichtöffentlicher Sitzung gefallen war. Er enthält eine Kostendeckelung für das geplante neue Feuerwehrhaus. Es darf demzufolge nicht mehr als zwei Millionen Euro kosten. Für diese Summe könne man das Haus „unmöglich bedarfsgerecht“ bauen, erklärte Kapfhammer am Tag nach dem Beschluss. Von den ursprünglich rund drei Millionen Euro Gesamtkosten für das Gebäude hatte die Feuerwehr inzwischen selbst Abstriche gemacht. „Wir hätten die Kosten auf 2,5 Millionen Euro drücken können“, so Kapfhammer. „Wir wären auch noch zu weiteren schmerzhaften Einschnitten bereit gewesen.“ Vorbild für den Kostendeckelungsbeschluss ist die Gemeinde Sulzberg bei Kempten, die vor vier Jahren für 1,5 Millionen Euro ein neues Feuerwehrhaus baute. Das Gebäude wird seit geraumer Zeit von den Gegnern der Geltendorfer Planung als Beispiel für Kostenbewusstsein ins Feld geführt. Immer wieder konterte jedoch die Feuerwehr, dass die beiden Objekte nicht vergleichbar seien. Die Aufgaben der Geltendorfer Wehr würden unter anderem die geplanten fünf Fahr­- gassen, eine computergesteuerte Schlauchwaschanlage, Schwarz-Weiß-Trennung von Einsatz- und Alltagskleidung sowie Schulungs- und Bereitschaftsräume erfordern. „Ich will das Haus in Sulzberg nicht kritisieren, das tut man unter Feuerwehrleuten nicht“, sagt Kapfhammer. Ein zukunftsfähiges Gebäude für Geltendorf, das die Anforderungen der nächsten 40 Jahre erfüllen kann, müsse jedoch anders aussehen. Die Kostendeckelung macht eine Neuplanung notwendig, denn allein mit Abstrichen an den vorhandenen Ent­würfen ist es nun nicht mehr getan. Das will Kapfhammer weder sich noch seinen Kollegen zumuten, die bereits drei Jahre ehrenamtliche Arbeit in die vorliegende Planung gesteckt haben. Jetzt muss man wieder bei null anfangen. „Der neue Kommandant muss mit einem neuen Architekten die Planung machen und auch dahinter stehen“, so Kapfhammer bei der Feuerwehrdienstversammlung. „Dafür habe ich nicht mehr die Zeit und die Nerven.“ Den Kostendeckelungsbeschluss nehme er als demokratische Entscheidung zur Kenntnis. Er wolle nicht, dass ein Bruch durch die Geltendorfer Feuerwehr geht, betonte Kapfhammer. „Ich hoffe, dass aus den Reihen der Aktiven ein neuer Kommandant kommt.“ Vorläufig bestimmte der Gemeinderat Kapfhammers Stellvertreter Hans Georg Liegsalz zum kommissarischen Leiter der Wehr. Der aber sagt ausdrücklich, dass er sich nur als Notkommandant versteht. Bürgermeister Willi Lehmann (CSU), die Fraktionssprecher des Gemeinderats und die Feuerwehr wollen sich in Kürze aussprechen.

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