Experimentelles am Gymnasium

„Synergie“ nannte Kathi Gruber (rechts, an der Flöte) ihre Komposition, die sie gemeinsam mit Nina Schuster (im selbstentworfenen Kleid aus Ordnerklemmen und Christbaumkugeln) präsentierte. Foto: Eckstein

Was passiert, wenn sich die geballte Kreativität eines Musikseminars mit dem eines Kunstseminars zusammentut, hat man kürzlich am Ignaz-Kögler-Gymnasium erleben können. Die Teilnehmer der P-Seminare „Musik“ und „Kunst“ präsentierten dort ihre Performance „Experimentelle Musik und Mode“.

„Synergie“ war nicht nur der Titel einer der vielen Kompositionen, die an diesem Abend präsentiert wurden, es hätte auch das Motto des gesamten Programms sein können. Denn was die Zwölftklässler, angeleitet von den engagierten Kursleiterinnen Agnes Flatz und Martina Seeliger, hier zeigten, war ebenfalls mehr als die Summe der Teile „Musik“ und „Mode“, war eine Performance, die sich durch viele gute Ideen, ein enormes kreatives Potenzial und Talent, aber auch durch Mut auszeichnete; Mut, unkonventionelle Wege zu beschreiten, Mut, gegen das Hörverhalten des Publikums zu arbeiten. „Anlehnung an die Musik nach 1950“ war die Vorgabe des Projektes, die bei einigen Schülern nicht nur auf Begeisterung stieß. Was taten diese also? Sie verarbeiteten ihren Widerstand in ihren Kompositionen wie beispielsweise Kilian Sparrer, der mit einer beeindruckenden Leistung am Flügel der Tonalität gedachte oder Verena Beck und Miriam Klinger (letztere in einem wunderbar raschelnden Kleid aus Dosendeckeln), die den Streit zwischen klassischer und moderner Musik an Flügel und Mar­- meladengläsern austrugen. Doch nicht nur klassische Instrumente wie Gitarre, Posaune, Cello, Violine oder Querflöte kamen zum Einsatz, son­- dern, ganz im Sinne der „Musique concrète“ auch Wassereimer, Gläser, Regenmacher, Kugelschreiber, Bücher und natürlich das Laptop: eine Zusammenstellung aus „YouTube“-Clips wird zu einem mit eigener Musik unterlegten Video (Tobias Decker), durch Musikprogramme ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, Polyrhythmie zu erzeugen (Maxi­milian Igel, Tim Malter) oder mit den Mitteln der „Minimal Music“ zu spielen (Raphael von Lottner). Insgesamt 18 eigene Kompositionen stellten die Schülerinnen und Schüler des Landsberger Gymnasiums vor, begleitet von den Teilnehmern des P-Seminars Kunst, die ihre in mühevoller Kleinarbeit entstandenen Modeschöpfungen präsentierten: Kleider aus leuchtenden Christbaumkugeln und Rettungsdecken, Gewänder aus Plastiktüten, Eisbechern, Sei­den­papier und Folie, eines phantastischer als das andere. Ein beeindruckender Abend, Philip Glass, Pierre Schaeffer und Co. hätten sicherlich ihre Freude daran gehabt.

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