Wohin mit der Feuerwehr?

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Zu enge Tore, zu kleine Umkleideräume und Lagerflächen: Das Kauferinger Feuerwehrgebäude weist einige Mängel auf.

Kaufering – Die Marktgemeinde kann stolz auf ihre freiwillige Feuerwehr sein. In einem beauftragten Feuerwehr-Bedarfsplan, der in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates diskutiert wurde, werden den 73 Kauferinger Brandschützern unter Leitung von Kommandant Markus Rietig gute Noten ausgestellt. Aber auch einige kritische Punkte kamen auf den Tisch.

Patrik Habeth von der „Forschungs- und Planungsgesellschaft für Rettungswesen, Brand- und Katastrophenschutz mbH“, kurz Forplan genannt, wies den Marktgemeinderat ausdrücklich darauf hin, dass ein derartiger Bedarfsplan weder als Bibel noch als Strafgesetzbuch gesehen werden darf. Vielmehr seien durch die ständigen Änderungen von Vorschriften und Vorgaben das Konzept als Arbeitspapier mit einem Verfallsdatum nach fünf Jahren einzustufen. Der Gutachter von Forplan bilanzierte, dass die Kauferinger Floriansjünger zu rund 140 bis 150 jährlichen Einsätzen im Schnitt der letzten fünf Jahre gerufen worden seien. 

Davon waren 25 echte Brandeinsätze, die anderen meist technische Hilfeleistungen. Habeth betonte, es habe keine Hilfsfristüberschreitungen gegeben. Darunter versteht man die Zeit zwischen Alarmierung und Eintreffen am Ort des Geschehens. Die Hilfsfrist selbst definiert sich aus der Rettung von Menschenleben. Beispielsweise liege die Reanimationsgrenze bei 17 Minuten, betonte der Gutachter. Positiv bewertet wurde, dass im Einsatzfall in 90 Prozent der Fälle die ersten neun Feuerwehrleute innerhalb der ersten zehn Minuten am Unfall- oder Brandort eingetroffen seien und nach weiteren fünf Minuten weitere sieben Feuerwehrkameraden vor Ort gewesen seien. Das Fazit des Gutachters: „Die Einsatzfähigkeit der Kauferinger Wehr ist zu allen Tages- und Nachtzeiten gegeben“. 

Positiv sei auch zu bewerten, dass es in Kaufering kaum Fehlalarmierungen gegeben habe und die durchschnittliche Altersstruktur mit 33 Jahren hervorragend sei. Allerdings habe das niedrige Durchschnittsalter auch Nachteile, ist es doch ein Synonym für zu wenige „erfahrene alte Hasen“. Habeth wünscht sich aber von der Kauferinger Feuerwehr mehr Nachwuchsarbeit. Nach einer gängigen Formel bleibt nur jeder siebente Jungfeuerwehrmann bei der Stange. Derzeit seien in Kaufering nur 11 Nachwuchsfeuerwehrmänner und -frauen registriert. Mindestens 20 sollten es aber sein, betonte der Fachmann. 

Zu 60 Prozent 

Was die Marktgemeinderäte und auch die zahlreichen Besucher aus der freiwilligen Feuerwehr natürlich am meisten interessierte, war die Frage, wie es der Bedarfsplan mit dem Feuerwehrgebäude hält. So richtig festlegen wollte sich der Gutachter zunächst nicht. Patrik Habeth verwies auf die bekannten Mängel wie zu enge Tore, unterdimensionierte Umkleideräume nur für Männer, keine Duschen für die Feuerwehrfrauen und zu kleine Lagerflächen. Er betonte aber auch, das Gebäude sei nun nicht so schlecht, dass es sofort abgerissen werden müsse. Es war Andreas Keller von der GAL, der nochmals nachhakte. „Ich tendiere zu 60 Prozent, den jetzigen Standort aufzugeben“, legte sich Habeth schließlich fest. 

Drei neue Standorte kämen für ein neues Gebäude eventuell in Frage, sagte Habeth: Bei der Realschule, beim Heizkraftwerk oder am Kreisverkehr bei Edeka (Containerplatz an der Bayernstraße/B17). Habeth empfahl dem Marktgemeinderat, einen weiteren externen Gutachter bzw. Architekten mit einer Prüfung zu beauftragen, der keinen Bezug zu Kaufering hat. Eine Überraschung zumindest für die Feuerwehrleute gab es dann trotzdem noch. Bei dem Fahrzeugkonzept plädierte Patrik Habeth bei der Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges nicht wie erwartet auf den Typ HLF20 sondern auf das kleinere LF10. Nach seinen Worten würde das kleinere Fahrzeug genügen. 

Bürgermeister Erich Püttner betonte, der Feuerwehrbedarfsplan solle zunächst in ein Maßnahmenpaket gepackt werden, das dann im Marktgemeinderat beschlossen werden soll. Das neue Fahrzeug, das bereits für 2016 vorgesehen ist, soll in die Haushaltsberatungen aufgenommen werden.

Siegfried Spörer

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