Facebookparty in Landsberg, Igling und Kaufering verboten!

Zwar hat eine 13-Jährige ihre Party, zu der sich über 18000 Besucher ankündigten, wieder abgesagt, allerdings wollen Nachahmer am Samstag trotzdem feiern und luden über 160000 Facebook-Mitglieder dazu ein. Screenshot: Bauch

Die Geburtstagsparty eines 13-jährigen Mädchens aus Landsberg sorgt für Furore: Über 18000 Zusagen hat die Party, die sie für den kommenden Samstag im sozialen Netzwerk Facebook angekündigte. Durch einen falschen Klick lud sie die gesamte Internetgemeinde an die Baggerseen zwischen Igling und Kaufering ein. Zwar ist die Veranstaltung ihrerseits abgesagt, jedoch kündigen Nachahmer auf verschiedenen Facebookseiten an: Wir feiern trotzdem. Ein „unkontrollierbares Massen­event“ fürchten Polizei, Gemeinden und Landkreis und erließen eine Allgemeinverfügung, die die Facebookparty verbietet.

Die „Birthday Party“ sollte eigentlich nur die Geburtstagsfeier der Schülerin sein, jedoch setzte sie das Häkchen bei den digitalen Einladungen an der falschen Stelle und so kündigten sich mehrere tausend Feierwütige an. Sie löschte die Seite zwar wieder, aber die Jugendlichen wollen sich den Spaß nicht nehmen lassen. „Die Party ist abgesagt – wir feiern trotzdem“ lautet der Name einer mittlerweile ebenfalls gelöschten Gruppe, die über 160000 Leute an den Baggersee einlud, um die abgesagte Party trotzdem zu feiern. Auch organisierten die Fans von der versehentlich ausgerufenen Großveranstaltung bereits T-Shirts, einen DJ für die Feier , sogar ein Geburtstagslied für die 13-Jährige kursiert in der digitalen Welt. „Es handelt sich dabei um eine nicht angekündigte Großveranstaltung“, erklärt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamts Landsberg. Die Kreisbehörde nahm die Situation in Absprache mit den betroffenen Gemeinden Igling und Kaufering sowie mit der Polizeiinspektion Landsberg in die Hand. Die Behörden sehen die Sicherheit und Ordnung gefährdet und somit wird es zur Staatsaufgabe, die Kontrolle zu übernehmen; das Landratsamt erließ eine Verbotsverfügung. Darin werden alle Aktionen, die zur Vorbereitung, zur Durchführung oder als Bestandteil einer sogenannten Facebook­party geplant oder dieser zuzurechnen sind, verboten. Falls sich Personen gegen die Verfügung widersetzen, droht polizeilicher Gewahrsam beziehungsweise können diejenigen, die sich davon nicht abhalten lassen, mit Geldstrafen von 1000 Euro belangt werden, so Ernst Schilcher, der sich im Landratsamt um das Sicherheitsrecht kümmert. „Das Ausmaß einer solchen Veran-staltung ist in Oberbayern nicht bekannt“, sagt Schilcher. Man nehme die Ankündigungen aber durchaus ernst, sogar Fahrgemeinschaften aus anderen Bundesländern haben sich bereits gebildet, um an den Baggerseen zu feiern. Aus sicherheitsrechtlichen Gründen sei die Feier aber auf gar keinen Fall zu erlauben. „Es gibt kein Sicherheitskonzept, keinen Rettungsdienst und allein aus Naturschutzgründen ist eine solche Veranstaltung nicht durchführbar.“ Die Verfügung gilt für den kompletten Gemeindebereich von Igling und Kaufering, aber mittlerweile auch für das gesamte Stadtgebiet Landsberg – die Behörden fürchten, dass die Partybesucher vom Kauferinger Baggersee auf die Landsberger Wiesn ausweichen. Zwischen dem 22. Juni um Mitternacht bis sechs Uhr des 24. Juni gilt das Verbot für Großveranstaltungen. Schilcher geht am Wochenende von Kontrollen und weiteren präventiven Maßnahmen der Polizei aus, diese allerdings macht dazu keine An­gaben und appelliert lediglich an die Eltern, ihre Kinder nicht auf die Feier zu lassen. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern gibt keine Informationen heraus, aus Sorge, das Interesse der Öffentlichkeit noch zu vergrößern.

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