Keine Extrawurst für Radler

Fahrradverkehr in Dießen: Einbahnregelungen bleiben bestehen

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Viel Fahr- und Parkverkehr auf der Schützenstraße im Zentrum von Dießen. Eine Freigabe der Einbahnregelung für Radfahrer wurde wegen zu geringer Straßenbreite abgelehnt.

Dießen – Im Kommunalwahlkampf hatten die Freien Wähler versprochen, sich für Verbesserung und Förderung des Fahrradverkehrs in der Marktgemeinde einzusetzen. Gleich zwei diesbezügliche Anträge wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung ausführlich behandelt. Leider nicht mit dem Ergebnis, das sich die mit sechs Sitzen stärkste Fraktion im Gremium erhofft hatte.

Ihrer Forderung, die drei Einbahnstraßen im Gemeindegebiet für Radfahrer in beide Richtungen freizugeben, wurde nicht entsprochen. Vor allem bei der Schützenstraße gab es eine kontroverse Diskussion. Laut Einschätzung der Polizeiinspektion Dießen und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Kreisverband Weilheim-Schongau (ADFC) sei die Freigabe der Gegenrichtung für Radfahrer hier nicht möglich. Die erforderliche Straßenbreite von 3,5 Metern sei wegen der dort parkenden Autos nicht einzuhalten.

Bündnis 90/Die Grünen, die bereits 2012 mit dem gleichen Antrag gescheitert waren, schlugen daraufhin die Abschaffung aller beziehungsweise einiger Parkplätze vor, damit die Radfahrer ausweichen können. Diesem Ansinnen widersprach umgehend Florian Zarbo von den Freien Wählern. Gabriele Übler (Grüne) plädierte für mehr Radlerfreundlichkeit und weniger Autobevorzugung in der Gemeinde. Vergeblich, die Freigabe der Schützenstraße wurde mehrheitlich abgelehnt. Auch weil im letzten Jahr in Zusammenwirken des ADFC mit dem Landsratsamt Landsberg die Radwegeführung ausdrücklich über den benachbarten Kapellenweg ausgewiesen wurde, um die Schützen- und Herrenstraße zu meiden.

Abgelehnt wurde auch die Freigabe eines Teilabschnitts der Michael-Fischer-Straße in südliche Richtung, damit die Radfahrer die asphaltierte Fahrbahn nutzen könnten und nicht auf den gekiesten gemeinsamen Fuß- und Radweg neben der Straße angewiesen sind. Wegen dieses ohnehin existierenden Weges sah die Polizeiinspektion Dießen keine Notwendigkeit für eine Freigabe des Fahrrad-Gegenverkehrs.

Auch beim schmalen Reithenweg gab es von Seiten der Polizei Ablehnung. Die Einbahnregelung wurde aufgrund der Einmündung in den Kurvenbereich der Staatsstraße St2055 getroffen, da die dortige Einfahrt eine Gefahrenquelle darstelle, so die Polizeiinspektion. Die Benutzung durch Radfahrer in östlicher Richtung hänge von der Klärung einer Querungshilfe für die Staatsstraße in Verbindung mit einer Verlegung des Bahnübergangs ab. Darum bemühe man sich schon seit Jahrzehnten ohne Erfolg, wie Gemeinderat Herbert Kirsch (Dießener Bürger) einwarf. Mit mehrheitlicher Abstimmung beschloss der Gemeinderat, diesbezüglich mit der Bahn und dem Staatlichen Bauamt mit Nachdruck neu zu verhandeln.

Der Antrag der Freien Wähler zur Verbesserung der Radwegeverbindung zwischen Riederau und St. Alban wurde mit einem Teilerfolg beschieden: Der Flurweg zwischen Riederau und dem Ortsteil Lachen wird in einem ersten Schritt verbessert. Über die anderen Abschnitte wird neu beraten. Gabriele Übler (Grüne) und Hannore Baur (SPD) stellten diesen Radweg überhaupt in Frage, da am See entlang ein entsprechender Weg vorhanden sei. Johann Vetterl (FW) sah das anders: Der geplante Weg werde bereits in seinem teils provisorischem Zustand stark von Radfahrern frequentiert.

Dieter Roettig 

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