Jeden ersten Freitag im Monat:

Radl-Demo am Ammersee-Südufer

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Mit einer Radldemo auf der Birkenallee brachten am Samstag rund 80 Radfahrer ihren Wunsch nach Radweg entlang der vielbefahrenen Staatsstraße zum Ausdruck. Die Planung wurde schon vor Jahren aus naturschutzrechtlichen Gründen zu den Akten gelegt.

Dießen – Aus naturschutzrechtlichen Gründen wurde die Planung eines Radwegs entlang der Birkenallee vom Straßenbauamt Weilheim 2010 zu den Akten gelegt. Seit einiger Zeit fordern Bürger aus Pähl und Fischen nun eine Wiedervorlage des Themas – auch mit Hilfe einer Radlerdemo am Samstag.

Rund 80 Aktivisten, ausgerüstet mit orangefarbenen und gelben Warnwesten, radelten auf der viel befahrenen Staatsstraße von Fischen nach Dießen zurück, um ihrem Wunsch nach einem straßenbegeleitenden Radweg, direkten sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Demos wie diese, so die Initiatoren, sollen in Zukunft an jedem ersten Freitag im Monat wiederholt werden.

Unterstützt wurde die Radldemo vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) im Kreis Weilheim-Schongau und von der Gruppe „Lebensraumplanung in der Gemeinde Pähl“. Wie schon die Radwegbefürworter der 1990er Jahre fordert die Initiative eine alltagstaugliche Fahrradverbindung am Südufer des Am­mersees. Denn Radfahren, so die Aktivisten, sei aktiver Klimaschutz. In Ermangelung eines Radweges werde die landschaftliche schöne Strecke viel zu oft und unnötig mit dem Auto befahren. Die drei Kilometer längere, sogenannte „Raistinger Schleife“ ist für die passionierten Radler dagegen keine annehmbare Alternative. Nicht zuletzt weil Kinder und Frauen auf der einsamen und unübersichtlichen Strecke „unzumutbaren Risiken“ ausgesetzt seien. Nach Ansicht der Radweg-Befürworter bestehen naturschutzrechtliche Gründe gegen einen Radweg entlang der Birkenallee nicht mehr. So habe etwa der schützenswerte Brachvogel sein Brutgebiet südlich der Birkenallee bereits aufgegeben.

Zu Wort gemeldet hat sich auch die Schutzgemeinschaft Ammersee Süd: Mit der Raistinger Schleife gebe es eine alternative Radwegverbindung die „ausgesprochen gut angenommen“ werde, betont deren Vorsitzender Reinhard Grießmeyer. Sie müsse lediglich durch einen Radweg zwischen Dießen und Raisting vervollständigt werden. Denkbar sei dies, so Grießmeyer in einer Pressemitteilung, auf der von der Schutzgemeinschaft vorgeschlagenen Route westlich der Kreisstraße 9 und 10, oder durch die Ertlmühle.

"Sinnlose Kämpfe"

Bislang ist der angestrebte Lückenschluss allerdings an Grundstücksverhandlungen gescheitert. Trotzdem ist es nach Ansicht der Schutzgemeinschaft Ammersee-Süd „klüger“, weiter an diesem Lückenschluss zu arbeiten, als „sinnlose Kämpfe um einen Radweg entlang der Birkenallee zu führen.“ Diese Ansicht ist auch Innenminister Joachim Herrmann, der die Radweganfrage des Weilheimer ADFC jetzt schriftlich wie folgt beantwortet hat: „Die Realisierung des Radweges entlang der Birkenallee ist keine Frage des gesellschaftlichen oder gar politischen Wollens, bzw. Nichtwollens, sondern sie ist nicht vereinbar mit dem nationalen und europäischen Naturschutzrecht.“

Schon vor drei Jahren hatte die Regierung eindeutig klargestellt, dass ein neues Planfeststellungsverfahren zu keinem anderen Ergebnis kommen werde, wie das Verfahren das 2010 eingestellt wurde, weil es zu „nicht lösbaren Problemen mit dem europäischen Naturschutzrecht“ kam. Auch wurde damals keine Ausnahmegenehmigung in Aussicht gestellt, da es zum gewünschten Radweg entlang der Birkenallee mit der Raistinger Schleife bereits eine Alternative gibt.

Unter den Demonstranten, die am vergangenen Samstag dennoch auf der Straße radelten, war auch Pähls Rathauschef Werner Grünbauer. Teil­nehmer vom Ammersee-Westufer waren bei der Birkenallee-Radldemo allerdings in der Minderheit.

Ursula Nagl

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